Hospizverein macht Charta zum Thema
Einsatz für Todkranke schriftlich dokumentieren

Ochtrup/Metelen -

Schwersterkrankte und sterbende Menschen brauchen gute Bedingungen. Dafür setzt sich eine Charta ein. Der Hospizverein Metelen-Ochtrup hat sich jetzt mit den Inhalten auseinandergesetzt und wirbt für die Unterzeichnung.

Freitag, 21.02.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 11:20 Uhr
Die Begleitung Sterbender ist eine wichtige Aufgabe, der sich der Hospizverein verschrieben hat. Daneben geht es auch darum, stimmige Bedingungen zu schaffen
Die Begleitung Sterbender ist eine wichtige Aufgabe, der sich der Hospizverein verschrieben hat. Daneben geht es auch darum, stimmige Bedingungen zu schaffen Foto: dpa

Im Kommunalwahljahr ein besonderes Zeichen setzen – für Dieter Lange-Lagemann ist das ein guter guter Zeitpunkt. Losgelöst von politischen Fragen will der Hospizkoordinator Organisationen, Institutionen und die Politik in Metelen und Och­trup aufmerksam machen auf die Charta zur Betreuung schwerst kranker und sterbender Menschen in Deutschland. Diese Charta setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind.

Die fünf Leitsätze der Charta formulieren Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerst kranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. „Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch“, erläutert Lange-Lagemann.

Seit Veröffentlichung der Charta im September 2010 ist es gelungen, viele weitere Akteure in den Prozess einzubeziehen, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den existenziellen Phänomenen Sterben, Tod und Trauer zu fördern und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. 2270 Organisationen und Institutionen sowie fast 27 000 Einzelpersonen – darunter auch zahlreiche Politiker aller Ebenen – haben sich bisher mit ihrer Unterschrift für die Charta und ihre weitere Umsetzung eingesetzt.

 

Der Hospizverein Och­trup-Metelen will die Charta am 29. April (Mittwoch) im evangelischen Gemeindehaus feierlich unterzeichnen. Dazu erwartet er unter anderem Nadine Römer aus dem Koordinierungsbüro der Charta in Berlin.

„Wir haben die Bürgermeister, die politischen Parteien, Hausärzte, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste und die Kirchengemeinden eingeladen, die Charta zu unterzeichnen.“ Inhaltlich geht es darum, sich im Sinne der Charta für die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen einzusetzen, erläutert der Koordinator.

Möglicherweise könne so etwa ein Netzwerk Palliativmedizin auf kommunaler Ebene entstehen, verbindet Lange-Lagemann mit der Unterzeichnung einen Wunsch. Netzwerke auf Ebene der Euregio oder in den Städtepartnerschaften könnten den Austausch weiter fördern. Weitere positive Effekte seien etwa Aufmerksamkeit und Sensibilisierung.

Der Prozess habe auch innerhalb der insgesamt 170 Mitglieder des Vereins eine gewisse Zeit gedauert. Die Charta sei lange und in vielen Runden diskutiert worden, berichtet Lange-Lagemann. „Das ist ein wichtiges Thema“.

Der Hospizverein hat sich ein Ziel gesetzt. „Mindestens 20 Institutionen und Organisationen aus Ochtrup und Metelen“ sollen die Charta Ende April unterzeichnen. Deshalb werde noch nachhaltig die Werbetrommel gerührt und über das Anliegen informiert.

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