Kriminalstatistik der Kreispolizei
Weniger Diebstähle und Einbrüche

Ochtrup -

In der neuen Kriminalstatistik der Kreispolizei kommt Ochtrup sehr gut weg. Bei Rauschgiftdelikten, Körperverletzungen oder Diebstählen hat die Zahl der gemeldeten Fälle abgenommen. Ein anderer Bereich stellt die Beamten aber vor „große Probleme“.

Mittwoch, 04.03.2020, 10:03 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 10:30 Uhr
Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat in Ochtrup in den vergangenen Jahren abgenommen. Auch die Fälle von Diebstahl und Rauschgiftdelikte sind rückläufig.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat in Ochtrup in den vergangenen Jahren abgenommen. Auch die Fälle von Diebstahl und Rauschgiftdelikte sind rückläufig. Foto: dpa / GDV

Die Kreispolizeibehörde hat in ihrer jährlichen Kriminalstatistik (PKS) positive Zahlen vorgelegt. In vielen Bereichen gab es zum Teil deutliche Rückgänge, auch im Bezirk der Dienststelle Steinfurt/Ochtrup. Die Aufklärungsrate befindet sich in etwa auf dem Vorjahresniveau (54,89 Prozent). In der Töpferstadt wurden insgesamt 1050 Strafanzeigen gestellt. Das sind 75 weniger als im Vorjahr.

Bei den Rauschgiftdelikten und Diebstählen sind die Zahlen rückläufig. Auch die Körperverletzungen haben nach einen Zwischenhoch 2018 wieder abgenommen (-77 im Bezirk Steinfurt/Ochtrup). Eine Zunahme wurde hingegen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Darunter fallen Vergewaltigung, Missbrauch oder Kinderpornografie. „Das ist ein großes Problem“, sagt Johannes Tiltmann, Pressesprecher der Kreispolizei. Jedoch habe sich das Anzeigeverhalten seitens der Opfer massiv verändert: „Früher wurde eher verschämt weggeschaut – nach dem Motto ‚Was soll der Nachbar denn denken?‘“ Mittlerweile gebe es viel mehr Unterstützung für Betroffene durch Anlauf- und Beratungsstellen.

Ich beobachte immer mehr Räder, die angekettet werden. Die Bürger passen besser darauf auf.

Johannes Tiltmann

Die Zahl an Diebstähle ist kreisweit auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken. 2017 wurden in Ochtrup noch 591 Fälle gemeldet, ein Jahr später 448 und 2019 waren es 357. Unter anderem sei dies darauf zurückzuführen, dass im vergangenen Jahr ein Intensivtäter gefasst und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist, der „für eine sehr hohe zweistellige Zahl“ an Fällen verantwortlich gewesen ist, so Christof Tombült von der Kreispolizei.

Die Rauschgiftdelikte haben sich im Bezirk Steinfurt/Ochtrup auf 178 fast halbiert. Ursächlich sei hier primär die Aufklärung der sogenannten Rauschgiftbriefe. Über den Postweg seien 2018 von Ochtrup aus erhebliche Mengen an Drogen versandt worden. Die Täter wurden gefasst.

Bessere Prävention

2019 stellten die Beamten gegenüber dem Vorjahr sieben Wohnungseinbrüche zusätzlich fest (77, davon 15 in der Töpferstadt). Das ist nur noch etwa ein Drittel im Vergleich zu 2015. Die Polizei nennt hier zwei Gründe: Einerseits seien die Grenzen nach Osteuropa nicht mehr so durchlässig wie in den Jahren zuvor. Das erschwere das Vorhaben der organisierten Banden. Daneben seien „die richtigen Leute erwischt“ worden, so Christof Tombült: „Die Versuchsfälle bei den Wohnungseinbrüchen sind deutlich angestiegen.“ Von etwa einem Drittel (2014) auf 44 Prozent. Das zeige, dass Häuser und Wohnungen immer besser gesichert werden.

Ähnlich verhält es sich mit den Fahrrädern. Wies Och­trup 2017 noch die höchste Häufigkeitszahl bei Fahrraddiebstählen im Kreis aus, sanken die Fälle in der Folgezeit sukzessive auf 112. Die Kfz-Delikte nahmen von 138 auf 96 ab. Vor zehn Jahren waren diese Zahlen deutlich höher: 173 (Kfz) und 247 (Fahrrad). Auch hier macht sich die Aufklärungsarbeit der Beamten bezahlt, wie Johannes Tiltmann feststellt: „Fast alle Fahrräder sind registriert. Ich beobachte immer mehr Räder, die angekettet werden. Die Bürger passen besser darauf auf.“

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