Übernachtungszahlen im Gastgewerbe
Mehr Touristen, weniger Geschäftsleute

Ochtrup -

Geht man streng nach den neuen Zahlen der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt, scheint Ochtrup als Übernachtungsziel immer weniger gefragt zu sein. Tatsächlich aber gehe der Trend in die andere Richtung, sagt die Stadtmarketing und Tourismus GmbH.

Donnerstag, 05.03.2020, 17:01 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 18:21 Uhr
Die Übernachtungszahlen in Hotels und Gasthäuser ist in Ochtrup rückläufig. Wohl auch aufgrund der Schließung des Chalets. Gäste buchten offenbar lieber Ferienwohnungen.
Die Übernachtungszahlen in Hotels und Gasthäuser ist in Ochtrup rückläufig. Wohl auch aufgrund der Schließung des Chalets. Gäste buchten offenbar lieber Ferienwohnungen. Foto: Anne Steven

Die Attraktivität der Töpferstadt nimmt für Übernachtungsgäste sukzessive ab. Das deuten zumindest die von der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt vorgelegten aktuellen Zahlen an. Dies entspricht aber nur der halben Wahrheit.

Denn insgesamt gesehen, so Elke Wolf von der Stadtmarketing und Tourismus GmbH, steige der Tourismus in Ochtrup seit sieben Jahren stetig an. Gerade Ferienwohnungen und Ferienzimmer seien sehr beliebt. „Die Nachfrage an privaten Unterkünften steigt stetig“, sagt sie. Zwar gebe es auch mal Phasen mit Leerlauf, doch der Gesamttrend sei positiv. Bloß: Die Betreiber sind im Gegensatz zu Hoteliers nicht verpflichtet, ihre Übernachtungszahlen zu melden. Daher sei die Interpretation solcher Statistiken nicht immer einfach, sagt Elke Wolf.

Abnahme um 11,1 Prozent

Nach den veröffentlichten Zahlen des Kreises haben die Gästeankünfte 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 11,1 Prozent abgenommen (5622). Die Übernachtungen waren ebenfalls rückläufig (8704, -15,7 Prozent). Das entspricht einer mittleren Aufenthaltsdauer von anderthalb Tagen. 2016 lag die mittlere Auslastung der angebotenen Betten noch bei 29,6 Prozent. Im vergangenen Jahr war nur noch jedes vierte Bett belegt. Wie genau dieser Rückgang zustande kommt, kann Monika Kübel von der Wirtschaftsförderung des Kreises nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Ihrer und Elke Wolfs Vermutung nach, stelle die Schließung des Gästehauses Chalet an der Gronauer Straße einen wichtiger Faktor dar.

Besonders ins Auge fällt, dass der Anteil der ausländischen Beherbergungsgäste um 43,9 Prozent zurückgegangen ist (536 mit 803 Übernachtungen). 2017 wurden noch 1165 Hotelgäste aus dem Ausland registriert. Eine Ursache können die hiesigen Hotels und Gasthäuser Althoff, Brinck­wirth, Im Wigbold und Weitkamp nicht ausmachen. In der Regel handele es sich bei den ausländischen Gästen um Geschäftsreisende, eher weniger um Touristen.

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