Seniorenheime und häusliche Pflege
„Relativ gut aufgestellt“

Ochtrup -

Seniorenheime und Pflegedienste sind auf die Gefahr durch den Corona-Virus vorbereitet. Sie haben entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und -maßnahmen getroffen.

Mittwoch, 11.03.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 18:24 Uhr
Stephan Antfang
Stephan Antfang Foto: Anne Eckrodt

Eine Infektion mit dem neuen Corona-Virus gilt besonders für Senioren als gefährlich. Das Carl-Sonnenschein- und das Ferdinand-Tigges-Haus haben sich allerdings nicht erst jetzt auf solche Fälle vorbereitet, so Hausleiter Stephan Antfang : „Wir kennen Viren und Influenza bereits aus der Vergangenheit und gehen damit professionell, besonnen und umsichtig um.“

Alle Mitarbeiter seien entsprechend geschult. Es gebe ein Pandemie-Team sowie mehrere Notfallkästen. Diese seien vor dem Corona-Virus im Haus bereits Standard gewesen, so Antfang. „Ich sehe uns relativ gut aufgestellt. Das Risiko, angesteckt zu werden, kann minimiert, aber wohl nicht mehr ausgeschlossen werden.“

Publikumsverkehr reduziert

Für den Fall, dass die Einrichtung unter Quarantäne gestellt werden müsste, schätzt der Leiter sie als gerüstet ein. Besuche von Kitas oder Schulen wurden abgesagt. „Auch die etwa 60 Ehrenamtlichen bleiben derzeit zu Hause“, sagt Antfang. Der Publikumsverkehr ist im Carl-Sonnenschein-Haus damit deutlich reduziert worden: „Wir stoßen aber überall auf Verständnis.“

In der Villa Laurenz und im „Atrium“ können Besucher weiter kommen, heißt es seitens der Bürgerhilfe. Die Trägerin setzt auf eine umfassende Informationspolitik und Hygienevorschriften. Es werde jeweils auf die aktuelle Situation reagiert. Einer Empfehlung des Kreises Steinfurt nach, solle ein Bewohner pro Tag nur einen Besucher empfangen.

Telefonische Hilfestellung

„Für uns wäre es ganz dramatisch, wenn sich ein Angestellter anstecken würde“, sagt Theresa Leusbrock vom gleichnamigen Pflegedienst. Entsprechend wurde ein Krisenstab mit einer Hygienebeauftragten einberufen. Der Schutz der Angestellten genieße hohe Priorität. Steht ein Haushalt unter Quarantäne, dürfe das Pflegepersonal die Wohnung nicht betreten, so Theresa Leusbrock.

Es gebe bereits einen Fall, in dem die Pflege durch die Angehörigen selbst übernommen wird: „Wir stehen ihnen dabei telefonisch beratend zur Seite.“ Gibt es keine Angehörigen, müsste ein Patient gegebenenfalls stationär behandelt werden.

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