Elternabend: Umgang mit der Trotzphase
Öfter mal die Perspektive wechseln

Ochtrup -

Wenn Kinder beginnen, sich als heranwachsende Persönlichkeit auszuprobieren, wird es für Eltern ach mal stressig. Es beginnt die sogenannte Trotzphase. Bei einem Elternabend im Familienzentrum St. Stephan referierte Esther Jans-Hamisch über Möglichkeiten, damit umzugehen.

Samstag, 14.03.2020, 11:30 Uhr
Der Umgang mit kindlichem Trotz war Thema bei einem Elternabend im Familienzentrum St. Stephan.
Der Umgang mit kindlichem Trotz war Thema bei einem Elternabend im Familienzentrum St. Stephan. Foto: colourbox

Irgendwie ist die vermeintliche Horrorszene wohlbekannt und wohlgefürchtet zugleich: Vor der Metzger-Theke im Supermarkt will der Nachwuchs nicht „Danke“ für die angebotene Scheibe Kinderwurst sagen. Also wandert das fettige Leckerli nicht über die Ladentheke und die oder der Enttäuschte wirft sich zum Dank brüllend und motzend auf die Bodenfliesen vor dem Verkaufsstand.

Esther Jans-Hamisch von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Diakonie Steinfurt erntete am Donnerstagabend im Familienzentrum St. Stephan aus der Runde der Mütter und des einen Vaters wissende Blicke. „Ich will aber trotzdem“, hatte Alexandra Vennebernd von der veranstalten Kita das Motto des Abends bei ihrer Begrüßung knackig auf den Punkt gebracht.

Heranwachsende Persönlichkeit

„Irgendwann verlässt das Kind die harmonische Einheit mit der Mutter und will sich als heranwachsende Persönlichkeit ausprobieren“, erläutert Esther Jans-Hamisch die neue Lebensphase, die ganz schön dauern könne. Nur mäßig tröstlich sind ihre Informationen, dass das, was man gemeinhin Trotzalter nennt, pädagogisch und psychologisch betrachtet, die wichtige Phasen der Autonomieentwicklung des Nachwuchses beschreibt und qualifiziert.

Referentin auf dem Elternabend war Esther Jans-Hamisch.

Referentin auf dem Elternabend war Esther Jans-Hamisch. Foto: Martin Fahlbusch

Und wenn damit natürlich auch nicht alle von der Elternrunde erlebte Schwierigkeiten wie weggeblasen sind, wirbt sie dafür, durch einen nicht immer einfachen Perspektivwechsel an Lösungen und möglichen Verhaltensweisen zu arbeiten. Es sei nämlich ein wirklich schmaler Grat, auf dem man sich bewege, zwischen Verständnis, erklärbarem Ärger, Hilflosigkeit, eigenen Interessen, Fehlverhalten oder Bestrafung.

Eigene Erfahrungen

Die gesprächsfreudige Runde ist schnell mittendrin im von eigenen Erfahrungen und eben auch Unsicherheiten strotzenden Thema. Also probieren die Teilnehmer nach einem mehr theoretisch-erklärenden Impulsvortrag, der aber immer durch Nachfragen und gemeinsames Nachdenken ganz lebhaft gerät, die eigne Schwarmintelligenz in Kleingruppen aus. Nachdem „bekannte Ereignisse“ dargestellt sind, versuchen Kleingruppen die geschilderten Trotzsituationen durch mögliche Lösungsansätze zu meistern.

Da geht es um alternatives Reagieren, aber eben mit klaren Regeln, möglichst wenigen „Neins“ und den Notwendigkeiten des ganz normalen Familien-Kita-Alltags („Mama muss pünktlich bei der Arbeit sein. Ich hab‘ jetzt keine Zeit, dich hier in der Kita die ganze Zeit auf dem Arm zu halten.“). Alles in allem ein interessanter Abend, um theoretische Erklärungsansätze und praktisches Eltern-Kind-Handeln irgendwie auf einen Nenner zu bekommen.

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