Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens
So wenig Kontakte wie möglich

Ochtrup -

Das Ziel ist klar: Die Menschen sollen derzeit so wenig Kontakt wie irgendwie möglich untereinander haben. Die Stadt Ochtrup hat auf den Erlass des Landesministeriums reagiert, der die Kommune am späten Dienstagabend erreichte, und weitere umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen.

Donnerstag, 19.03.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 05:40 Uhr
Die Stadt Ochtrup hat weitere Maßnahmen durch Eindämmung des Coronavirus ergriffen.
Die Stadt Ochtrup hat weitere Maßnahmen durch Eindämmung des Coronavirus ergriffen. Foto: Anne Steven

Bürgermeister Kai Hutzenlaub informierte in einem Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten darüber, dass unter anderem entschieden wurde, weitere Einrichtungen und Angebote zu schließen und Übernachtungsangebote nur zu ausschließlich nicht-touristischen Zwecken (zum Beispiel Montage) weiterhin zuzulassen.

Betroffen von von dieser Regelung ist insbesondere der Einzelhandel. „Die Händler müssen schließen“, erklärte Hutzenlaub. Ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte und Handwerksbetriebe. Zugleich werde für wichtige Angebote des täglichen Bedarfs die Öffnung an Sonn- und Feiertagen gestattet.

Ebenfalls betroffen: das Outlet-Center. „Ich habe heute morgen das DOC geschlossen“, sagte Hutzenlaub. All diese Einschränkungen dienten weiter dem Ziel, Kontakte so weit wie möglich einzuschränken.

Speisegaststätten werden ebenfalls geschlossen. Ausnahmen gelten für Restaurants mit Lieferdienst oder Drive-In, allerdings dürfen Gäste diese nicht betreten. Zeitliche Einschränkungen gibt es nicht. Aber: „Stellen wir fest, dass es zu Menschenansammlungen kommt, werden wir darauf reagieren“, stellte Hutzenlaub in Aussicht. Dazu werde die Verwaltung noch Kontakt mit den Gastronomen aufnehmen.

Auch die Spiel- und Bolzplätze in Ochtrup dürfen nicht benutzt werden. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes seien bereits unterwegs, um entsprechende Hinweisschilder zu montieren, so Hutzenlaub.

Ausgenommen von den Schließungen sind übrigens Friseure, Wochenmärkte, Banken, Post-Shops und Baumärkte. Ziel sei es, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Auch das politische Leben ruht. Sämtliche Rats- und Ausschusssitzungen sind vorerst abgesagt. Regulär käme der Rat das nächste Mal im Mai zusammen. „Stand heute könnte die Sitzung wahrscheinlich stattfinden“, so Hutzenlaub. Möglich wäre beispielsweise eine Zusammenkunft in der Stadthalle, bei der jeder Politiker an einem eigenen Tisch und alle weiter auseinander sitzen könnten. Doch das ist Zukunftsmusik. Die Verwaltung hat derweil ihren Betrieb auf ein Zwei-Schicht-System umgestellt. Bei der anfänglichen Krisenstab-Lösung hätten einfach zu viele relevante Leute zusammengesessen, wie Hutzenlaub betonte. Die Lösung jetzt sei dezentral, der Kontakt werde, soweit möglich, telefonisch gehalten.

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