Zentrale Anlaufstelle für Infektpatienten
Hausärzte eröffnen eine „Fieberpraxis“

Ochtrup -

Um Risikopatienten zu schützen, eröffnet die Ochtruper Hausärzteschaft am Montag die „Fieberpraxis“ in der Sporthalle an der Lambertischule. Alle Patienten mit einer Infekterkrankung sollen ausnahmslos die Fieberpraxis als Anlaufstelle wählen – rigoros nach vorheriger telefonischer Anmeldung, damit die Verbreitung des Coronavirus verlangsamt wird.

Freitag, 20.03.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 18:44 Uhr
In der Sporthalle der Lambertischule wird ab Montag die „Fieberpraxis“ erreichbar sein.
In der Sporthalle der Lambertischule wird ab Montag die „Fieberpraxis“ erreichbar sein. Foto: Gesenhues

Die Coronavirus-Pandemie in Deutschland spitzt sich weiter zu. Auch in Ochtrup wurde die Covid-19-Infektion bereits bei einigen wenigen Einwohnern nachgewiesen. Die Hausärzteschaft – unterstützt von der Stadt Ochtrup – reagiert jetzt darauf. Sie eröffnet am Montag (23. März) in der Sporthalle der Lambertischule (Schillerstraße 28) eine „Fieberpraxis“. Die hausärztlichen Kollegen der Stadt werden dort abwechselnd für Infektpatienten ansprechbar sein.

Was sind die Vorteile einer solchen Schwerpunktpraxis für fieberhafte Infekte? Zum einen würden ältere Patienten und/oder Menschen mit chronischen Vorerkrankungen in ihrer Hausarztpraxis nicht mehr auf Menschen treffen, die theoretisch bereits an Covid-19 erkrankt sein könnten, schreiben die Hausärzte in einer Pressemitteilung. Zum anderen profitiere auch der restliche Teil der Bevölkerung, der eigentlich nicht als abwehrgeschwächte Risikogruppe gilt. Die Organisationsstruktur und die räumlichen Voraussetzungen der Fieberpraxis sorgten dafür, dass weitere Infektionsausbreitungen durch das Coronavirus in Ochtrup deutlich effektiver eingegrenzt werden könnten. Sicherheitsabstände würden zuverlässig eingehalten.

In der Umkleidekabine ist die Schaltzentrale untergebracht.

In der Umkleidekabine ist die Schaltzentrale untergebracht. Foto: Sebastian Gesenhues

Unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sollten ab Montag alle Patienten mit einer Infekterkrankung ausnahmslos die Fieberpraxis als Anlaufstelle wählen, so die Hausärzteschaft. Dies gelte auch ausdrücklich für Menschen mit Infekten ohne Fieber. Die Covid-19-Infektion kann ähnlich wie bei anderen Viruserkrankungen am Anfang durchaus auch noch einen fieberfreien Verlauf zeigen.

Bei sehr leichten Erkältungsinfektionen, die keinen Arztkontakt, wohl aber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfordern, können diese weiterhin über die Hausarztpraxis telefonisch angefordert werden. Die Ochtruper Ärzteschaft betont: „In diesen Zeiten befinden wir uns alle in einer Ausnahmesituation und wir appellieren daher an die Bevölkerung, persönliche Arztbesuche nur in Anspruch zu nehmen, wenn tatsächlich eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, damit die ärztlichen Reserven derzeit sinnvoll und mit dem richtigen Maß dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden.“

Die Sitzbereiche verfügen über Trennwände.

Die Sitzbereiche verfügen über Trennwände. Foto: Sebastian Gesenhues

Damit ein reibungsloser Ablauf und die Einhaltung der hygienischen Schutzmaßnahmen gewährleistet werden, vergibt die Fieberpraxis kurzfristig Behandlungstermine nach telefonischer Anmeldung unter 0 25 53 / 7 26 34 31. Im eigenen Interesse der Patienten empfehlen die Hausärzte dringend, nicht unangemeldet zu erscheinen.

Die Fieberpraxis wird montags bis freitags von 8 bis 11 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr für Patienten geöffnet sein.

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