„Kinderförderung Brasilien“ bittet um Spenden für Essen und Hygieneartikel
Kinderheim schließt wegen Corona

Ochtrup -

Arnold Becker engagiert sich schon seit Jahrzehnten für den Verein „Kinderförderung Brasilien“. Den Ochtruper nimmt es daher auch besonders mit, dass jetzt ein Kinderheim in Campina Grande schließen muss. Der Grund: Zahlreiche Kinder und Betreuer haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Das hat schwerwiegende Konsequenzen für die Bevölkerung der 400 000-Einwohner-Stadt.

Donnerstag, 09.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 18:06 Uhr
In durchsichtigen Beuteln werden Nahrungsmittel und Hygieneartikel verpackt und zu den Kindern gefahren. Warme Mahlzeiten werden darüber hinaus im jetzt geschlossenen Kinderheim gekocht und ebenfalls zu den Kindern in den Favelas gebracht.
In durchsichtigen Beuteln werden Nahrungsmittel und Hygieneartikel verpackt und zu den Kindern gefahren. Warme Mahlzeiten werden darüber hinaus im jetzt geschlossenen Kinderheim gekocht und ebenfalls zu den Kindern in den Favelas gebracht. Foto: privat

Corona ist gnadenlos: Da Kinder und Betreuer zum Teil mit dem Virus infiziert sind, wird das Heim, in dem die Mädchen und Jungen tagsüber zu Hause sind, geschlossen. Das bedeutet in diesem konkreten Fall: 290 Kinder – 90 davon im Vorschulalter – müssen in ihren Elendsvierteln bleiben, in den Favelas der 400 000-Einwohner-Stadt Campina Grande. Es ist die zweitgrößte Stadt im brasilianischen Bundesstaat Paraíba.

So schildert es Arnold ­Becker. Ihn und sicherlich auch die anderen neun Mitglieder des Ochtruper Vereins „Kinderförderung Brasilien“ treibt das um. „Es gibt in Brasilien kein Auffangsystem wie bei uns – kein Hartz IV, nichts“, sagt der 74-Jährige. „Ich könnte Ihnen jetzt eine Stunde lang schildern, wie die Verhältnisse dort sind, aber es selbst zu sehen, das ist noch einmal ganz anders“, sagt Becker. Er macht sich große Sorgen um die Kinder, die zwar auch Eltern in den Favelas hätten. Diese würden ihre Töchter und Söhne aber zum Teil auf die Straße zum Betteln schicken, da sie ihre Arbeit in der Corona-Krise verloren hätten.

Arnold Becker erzählt am Telefon, dass er das Casa da Crianca Campina schon seit vier Jahrzehnten kennt. Drei Kinder von dort haben er und seine Frau einst adoptiert. Sie sind inzwischen erwachsen. Seit 2014 unterstützt Becker zusammen mit dem Verein, den er gemeinsam mit seiner Frau gegründet hat, das Kinderheim „systematisch“, wie er sagt.

Jetzt, in der Corona-Krise, ist es schlicht und ergreifend Essen, das den Kindern und ihren Familie fehlt, unvorstellbar in einem Land wie Deutschland – auch jetzt, in solch einer nie dagewesenen Situation. Darum bittet „Kinderförderung Brasilien e.V.“ gezielt um finanzielle Hilfe, damit von den Betreuerinnen und Betreuern im Casa da crianca – übersetzt Haus der Kinder – Nahrungsmittel gekauft, Mittagessen gekocht und zu den 290 Kindern gebracht werden können, die sonst im Kinderheim versorgt und betreut würden.

Gespendet werden kann auf das Konto bei der Volksbank Ochtrup mit der BLZ: 401 646 18 und der IBAN-Nummer: DE27 4016 4618 ­0045 0001 00. Stichwort (kann angegeben werden): Corona-Epidemie Casa da crianca.

Arnold Becker hat Fotos in die Redaktion gemailt. Sie unterstreichen das, was er berichtet. Warmes Essen, Nahrungsmittel in durchsichtigen Plastikbeuteln und Hygieneartikel werden gepackt und dann zu den Kindern gefahren.

In den vergangenen Jahren hat der Verein durch Spendengelder geholfen, dass das Kinderheim baulich in einen besseren Zustand versetzt werden konnte. Der Verein hat unter anderem mit Unterstützung anderer ermöglicht, dass eine Küche installiert wurde.

Einmal im Jahr, berichtet Becker weiter, fliege eines der Vereinsmitglieder nach Campina Grande und sehe sich vor Ort genau an, ob das Geld, das „Kinderförderung Brasilien“ gesammelt und zur Verfügung gestellt hat, auch genauso wie verabredet eingesetzt worden ist und wird.

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