Coronavirus: Situation in Ochtrups Partnerstädten Estaires, Valverde del Camino und Wielun
Hoffen auf Rückkehr zur Normalität

Ochtrup -

Die Coronakrise hat auch Ochtrups Partnerstädte fest im Griff. Sowohl im spanischen Valverde als auch in Estaires (Frankreich) und Wielun (Polen) ist das öffentliche Leben eingeschränkt. Doch hier wie dort versuchen die Menschen, das beste aus der Situation zu machen.

Freitag, 10.04.2020, 07:48 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 08:00 Uhr
Im spanischen Valverde del Camino desinfizieren Freiwillige die Straßen.
Im spanischen Valverde del Camino desinfizieren Freiwillige die Straßen. Foto: Stadtverwaltung Valverde del Cam

Es ist doch einfach so: Besuche sind „die gute Schmiere“ für prima Freundschaften. Nur in diesen corona-verseuchten Zeiten ist alles anders. Um im Bild zu bleiben, es quietscht ganz schön – beispielsweise bei der Partnerschaftsarbeit zwischen Ochtrup, Valverde, Estaires und Wielun. Gottlob gibt es das Telefon und die so oft befeuerten sozialen Medien, um einen Eindruck über die Situation bei den europäischen Freunden zu bekommen.

Auch im polnischen Wielun bleiben die Menschen in ihren Häusern.

Auch im polnischen Wielun bleiben die Menschen in ihren Häusern. Foto: Joana Jakubczyk

Noch keine Infizierten in Wielun

„Natürlich hoffen wir, dass unser Jugend-Sport-Austausch mit den Freunden im polnischen Wielun in den Herbstferien doch noch eine Chance hat“, gibt sich Markus Bender von Organisationsteam leicht hoffnungsfroh und optimistisch. In der polnischen Partnerstadt unterstützt seit Jahren Joana Jakubczyk, die alle „Asia“ nennen, diese Besuchsarbeit. Sie ist Lehrerin an der Schule Nr. 2 unter anderem für das Fach Deutsch und informiert die Westfälischen Nachrichten freundlich über die „Coronazeit“ in Polen. „Im Kampf gegen das Coronavirus wurden in unserer Stadt, so wie in ganz Polen, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens eingeführt“, erzählt sie. Die Schulen und Kindergärten sind seit dem 19. März geschlossen. Alle Dienstleistungsbetriebe sind ebenfalls dicht. In den Kirchen dürfen nur fünf Personen erscheinen oder an der Messe teilnehmen. Eintritt in Parks, den botanischen Garten und in Waldgebiete ist weitgehend verboten. Die Straßen sind leer, viele Geschäfte ge-schlossen, kulturelle Veranstaltungen wurden abgesagt. Diese

Die "Baraque à frites" von Stéphane Westeel in Estraires ist geschlossen.

Die "Baraque à frites" von Stéphane Westeel in Estraires ist geschlossen. Foto: Stéphane Westeel

drastischen Maßnahmen dienen dazu, den Infektionsanstieg zu verlangsamen. „In Wielun scheint das zu gelingen. Oder wir stehen noch am Anfang der Pandemie. Obwohl die Zahl der Infizierten in ganz Polen weiter ansteigt, wurde bei uns in Wielun bis heute noch kein Infektionsfall festgestellt. Das Leben geht weiter – nur nicht so hektisch, und nicht so stressig”, gewinnt Joana Jakubczyk der schwierigen Situation doch noch einen positiven Aspekt ab. Trotzdem warteten alle Menschen auf die Phase, in der sie zumindest schrittweise zu normaleren Verhaltensweisen zurückkehren können, berichtet sie und bestellt „schöne Grüße“.

Ausgangs- und Kontaktbestimmungen in Spanien und Frankreich

Über Francoise Wennemaring gelang dieser Zeitung der Kontakt zu Stéphane Westeel, dem Vorsitzenden der Partnerschaftsgruppe „Estaires sans frontières”, und über Caroline Wiers und Ele Varelmann bekamen die WN Informationen von Ildefonso Mora Romero, dem Vorsitzenden der „Amigos de Ochtrup”.

Fakt ist, dass sowohl in Spanien („QuédateEnCasa”) als auch in Frankreich („Confinement”) die Ausgangs- und Kontaktbestimmungen wesentlich rigider sind als in Deutschland. „Man soll zuhause bleiben, gearbeitet wird nur in Bereichen, die für das System wichtig sind. Die anderen dürfen sich höchstens für eine halbe Stunde und dann nur bis zu einem Kilometer von der Wohnung entfernen. Alles wird streng kontrolliert”, beschreibt Stéphane Westeel die Lage im französischen Estaires. Bürgermeister Bruno Vicheux wendet sich nahezu täglich per Videobotschaft an die Bevölkerung.

Die Homepage der Kommune Estaires.

Die Homepage der Kommune Estaires. Foto: Screenshot: Martin Fahlbusch

Ähnlich handhabt dies auch seine Kollegin, Syra Senra Zarza, im spanischen Valverde. Dort haben vor einiger Zeit Freiwillige zusammen mit Angestellten der Stadt öffentliche Plätze und Straßen großflächig desinfiziert. Das Schutzmittel wurde unter anderem von Jägern aus der Gegend gespendet beziehungsweise finanziert. „Aber es gibt bei uns auch Diskussionen darüber, ob man während der häuslichen Quarantäne die Zweitwohnungen ansteuern sollte, die meistens in der Nähe des Meeres liegen. Aber da hockt man dann doch noch viel enger aufeinander”, gibt Ildefonso Mora zu bedenken.

Den Laden am Laufen halten

Überall sind das Lob und die Unterstützung für diejenigen groß, die, ob in der medizinischen Versorgung oder bei den Rettungskräften, „den Laden am Laufen halten“. „Na ja, es mag eine Kleinigkeit und vielleicht sogar etwas unfranzösisch sein, aber ich bin ein wenig traurig, dass meine „Baraque à frites” auch geschlossen hat”, meint Stéphane Westeel am Ende des Kontaktes und schickt ebenfalls Grüße nach Ochtrup.

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