Im St.-Ida-Haus sind drei Bewohner in Folge einer Corona-Infektion gestorben
„Das Verantwortungsgefühl steigt“

Metelen -

"Wir bedauern zutiefst das Versterben unserer drei Bewohner und trauern mit deren Angehörigen“, betont Burkhard Baumann, Geschäftsführer der Domus Caritas gGmbH, Träger des St.-Ida-Hauses in Metelen.

Dienstag, 14.04.2020, 15:20 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 16:39 Uhr
Viele im St.-Ida-Haus sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden.
Viele Menschen im St.-Ida-Haus sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Foto: St. Ida-Haus

„Trotz aller seit Wochen umgesetzten Maßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Mitarbeitenden vor dem Corona-Virus sind eine Bewohnerin und zwei Bewohner, die alle mehrfach vorerkrankt waren, Anfang vergangener Woche und am Dienstag (14. April) in Folge einer Corona-Infektion verstorben. Von den derzeit 35 Bewohnerinnen und Bewohnern im St.-Ida-Haus in Metelen sind weitere 21 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wir bedauern zutiefst das Versterben unserer drei Bewohner und trauern mit deren Angehörigen“, betont Burkhard Baumann , Geschäftsführer des Trägers, der Domus Caritas gGmbH . „Den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern mit einer Infektion geht es den Umständen entsprechend“, ergänzt Einrichtungsleiterin Petra Brauckmann .

21 von 35 Bewohnern positiv

Das St.-Ida-Haus steht seit dem 5. April unter Quarantäne. Außerdem gilt ein Betretungsverbot für Personen, die nicht am Betrieb der Einrichtung beteiligt sind. Von den Mitarbeitenden, heißt es im Pressebericht, seien insgesamt 13 aus den Berufsgruppen der Pflege, der Hauswirtschaft und der sozialen Betreuung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle nichtinfizierten Mitarbeitenden verließen die eigene Häuslichkeit nur, um zum Dienst ins St.-Ida-Haus zu kommen und danach wieder zurück nach Hause zu fahren. Mit Hilfe von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen der Domus Caritas gGmbH und der Tectum Caritas gGmbH seien Pflege und Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin vollumfänglich gesichert, informieren Baumann und Brauckmann weiter. Ebenfalls sei die hausärztliche Versorgung der Bewohner durch die örtlichen Praxen weiterhin voll gewährleistet. Schutzausrüstung, wie die Mund-Nasen-Masken und die vorgeschriebene Schutzkleidung, seien im ausreichenden Maß vorhanden. Ein täglicher Kontakt zu den Gesundheitsämtern der Kreise Steinfurt und Borken sorge für eine ständige Überprüfung der aktuellen Situation im Haus.

Alltag unter erschwerten Bedingungen

„In der Einrichtung spielt sich mittlerweile wieder ein gewisser Alltag unter erschwerten Bedingungen ein“, berichtet Petra Brauckmann. „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind – den Umständen entsprechend – stabil. Sie sind natürlich traurig, dass ihre Angehörigen nicht zu Besuch kommen können, doch sie verstehen, warum diese Beschränkungen notwendig sind.“ Zudem gebe es eine Reihe an kreativen Aktivitäten der Angehörigen und der Metelener Bevölkerung, um den Kontakt aufrechtzuerhalten und sowohl den älteren Menschen als auch den Mitarbeitenden eine Freude zu bereiten.

So stehe zum Beispiel eine Familie regelmäßig auf der Wiese vor dem Haus und bringe „ihrer Oma“, aber natürlich auch allen anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, ein Ständchen. Zahlreiche aufmunternde Plakate, Bilder und bunte Luftballons seien um das Haus herum platziert worden und erfreuten die ganze Einrichtung. „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner bekommen auch jede Menge Post mit selbst gemalten Bildern, Süßigkeiten und anderen Aufmerksamkeiten“, freut sich Brauckmann über die Anteilnahme in dieser schwierigen Situation. „Wir sind in diesen Tagen der Corona-Pandemie – symbolisch gesehen – in der Einrichtung ganz nah zusammengerückt. Das Verantwortungsgefühl der Mitarbeitenden hat in dieser Ausnahmesituation noch einmal zugenommen.“

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