Nur geringe Regenmengen im April
Trockenheit sorgt für Stirnrunzeln

Ochtrup -

Die Regenmenge im April für diese Region war überschaubar. Laut dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Ochtrup, Thomas Ostendorf, kamen nur etwa vier Prozent der üblichen Niederschlagsmenge herunter. Hinzu kam Wind, der die trockene Erde vor sich hertrieb. Ein Phänomen, das Ostendorf schon häufiger beobachtet. Doch es gibt Mittel und Wege, den Boden schonend zu bearbeiten

Donnerstag, 07.05.2020, 05:29 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 18:28 Uhr
Den Ferkelstall auf dem Hof Ostendorf ziert seit Kurzem eine große Photovoltaikanlage. Regenerative Energiegewinnung ist aber nur eine Stellschraube, an der Landwirte drehen können.
Den Ferkelstall auf dem Hof Ostendorf ziert seit Kurzem eine große Photovoltaikanlage. Regenerative Energiegewinnung ist aber nur eine Stellschraube, an der Landwirte drehen können. Foto: Anne Steven

Thomas Ostendorf ist sich mit seinen Kollegen einig: „Der Regen rund um den ersten Mai kam eine Minute vor zwölf.“ Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in Ochtrup betont, dass ohne die gut 20 Liter Wasser das Getreide regelrecht „vom Acker geweht“ worden wäre.

Wer in den vergangenen sonnigen, aber mitunter auch windigen Wochen unterwegs war in Ochtrups Außenbereichen, der konnte dieses Phänomen gut beobachten. An windigen Tagen bildeten sich kleine Wirbel auf den Feldern, die das Erdreich in braunen Wolken durch die Luft trieben. In der Fachsprache nennt man das Bodenerosion. Ostendorf ist aufgefallen, dass auch der auf die Felder aufgebrachte Dünger teilweise noch oben auf lag, also kaum ins Erdreich gelangen konnte.

Klar, ein Acker, der schön sauber geeggt ist, sieht schick und ordentlich aus. Für den Boden ist das aber Mist.

Thomas Ostendorf

Der Regen – zumal er sehr sanft fiel – sei da gerade noch rechtzeitig gekommen. Doch insgesamt war der April viel zu trocken. Die Region musste mit nur etwa vier Prozent der üblichen Regenmenge auskommen. All diese Entwicklungen seien in den vergangenen Jahren ein immer wiederkehrendes Phänomen, hat der Landwirt beobachtet. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Landwirte einen schonenden Umgang mit dem Boden pflegten. Die moderne Technik biete mittlerweile zahlreiche wasser- und bodenschonende Verfahren. „Klar, ein Acker, der schön sauber geeggt ist, sieht schick und ordentlich aus. Für den Boden ist das aber Mist“, stellt Ostendorf klar. Die Alternative: Den Boden so viel wie möglich in Ruhe lassen und Pflanzenreste stehen lassen, denn sie halten die Erde fest und schützen so vor Erosion.

Es sei jetzt die Aufgabe der Landwirte, sich auf die veränderten Verhältnisse einzustellen. „In anderen Regionen müssen die Bauern damit auch zurecht kommen“, betont Ostendorf. Langfristig könnten in der Zucht auch Pflanzen entstehen, die besser mit dem veränderten Klima zurecht kämen. „Früher gab es hier auch keinen Mais. Der kommt aus Südamerika. Und heute übersteht er bei uns die Eisheiligen“, weiß der Bauer.

Leider liefern die Stadtwerke noch keinen Regen.

Thomas Ostendorf

Auch bei ihm habe es gedauert, ehe er sich auf neue Ideen einlassen konnte. Bei landwirtschaftlicher Technik falle ihm dies aber immer leichter. Fördermöglichkeiten tragen natürlich ebenso zu mehr Experimentierfreude bei. Auf dem Hof der Familie Ostendorf sorgt bereits seit einiger Zeit eine Hackschnitzelheizung für Wärme, durch Photovoltaik auf dem Dach – eine ganz neue Anlage hat er jüngst auf dem Ferkelstall installieren lassen – wird Energie für Strom erzeugt. Bis zu 80 Prozent seines Bedarfs kann er so abdecken. Und scheint die Sonne mal nicht, gibt es ja immer noch die örtlichen Energieversorger. „Leider liefern die Stadtwerke noch keinen Regen“, meint Ostendorf schmunzelnd.

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