Königspaar von Alt- und Bollhorst über das geplatzte Schützenfest-Wochenende
Blasmusik, Pommes und alte Fotos

Ochtrup -

An diesem Wochenende hätte der Schützenverein Alt- und Bollhorst eigentlich sein Schützenfest gefeiert und damit die Saison in Ochtrup eingeläutet. Doch wegen der Corona-Pandemie muss der Wettstreit unter der Vogelstange ausfallen. Im Interview berichtet das amtierende Königspaar unter anderem, wie es die Krisenzeit erlebt – und was es stattdessen am Schützenfest-Wochenende unternimmt.

Samstag, 16.05.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 14:24 Uhr
Sebastian Alteepping und Barbara Thoma regieren weiter.
Sebastian Alteepping und Barbara Thoma regieren weiter. Foto: privat

Schweren Herzens haben die Ochtruper Schützenvereine ihre für dieses Jahr geplanten Feste wegen der Coronakrise abgesagt. Die WN-Redaktion hat mit den amtierenden Majestäten, die nun zumeist noch länger regieren dürfen, über den für viele traurigen Ausfall gesprochen. Den Auftakt machen Sebastian Alteepping und Barbara Thoma , König und Königin von Alt- und Bollhorst. Der Verein hätte an diesem Wochenende eigentlich die Schützenfestsaison eingeläutet.

 

 

Das Schützenfest von Alt- und Bollhorst hätte die Saison eingeläutet.

Das Schützenfest von Alt- und Bollhorst hätte die Saison eingeläutet. Foto: Sabine Sitte

Wie erleben Sie die Corona-Zeit?

Wir sind bisher in der glücklichen Lage, gesund zu sein und auch beruflich keine negativen Auswirkungen zu erleben. Zu unserer Familie, die teilweise auch in Tirol lebt, halten wir einen regen Kontakt. Bis auf die allgemeine Sorge erleben wir einen sehr ruhigen Frühling, der vorher gänzlich anders geplant war. Dies beginnt bei den Schützenfestvorbereitungen über Hochzeiten, Konzerte und Feiern, die abgesagt wurden, und zieht sich bis in die Kegelclubs „Schattenparker“ und „van de Bahn“, die jetzt leider eine ruhige Kugel schieben müssen.

 

Wie hätten Sie dieses Schützenfest-Wochenende normalerweise verbracht?

Wir wären als „altes Königspaar“ natürlich komplett im Schützenfestfieber gewesen. Freitags hätten wir das Grün eingeholt, samstags die Kirche besucht und die Maibuchen aufgestellt. Am Sonntag wäre dann der für uns wichtigste Tag gewesen: Wir wären zu Hause mit dem Spielmannszug Weiner Schützen geweckt und später vom Schützenverein mit der Kutsche abgeholt worden, bis dann am Nachmittag der neue König ausgeschossen worden wäre. Dann hätten wir unsere Regentschaft an den Nachfolger übergeben.

 

Wann war für Sie klar, dass das mit den Schützenfesten in diesem Jahr nichts mehr wird?

Aufgrund unserer Verbindung zu Tirol hatten wir schon sehr früh Kontakt zu dem Thema und Anfang März das Gefühl, da kommt etwas Größeres auf uns zu, da in Österreich die Corona-Maßnahmen bereits einige Wochen früher als hierzulande ergriffen wurden. Nachdem wir zusammen mit dem Festvorstand unseren Vogel „Sebabsian“ begutachtet und getauft hatten, war dann klar, dass es auch bei uns Einschränkungen geben wird. Als diese dann in der Woche darauf bekannt gegeben wurden, wurde uns schnell bewusst, dass das Schützenfest auf sehr wackligen Beinen stehen würde. Als der geschäftsführende Vorstand dann in einer Telefonkonferenz zusammenkam, war man einstimmig der Meinung, dass das Schützenfest in diesem Jahr nicht durchgeführt werden könne, gerade auch weil bei einem Schützenfest Jung und Alt zusammenkommen. Dies wurde den Vereinsmitgliedern dann am 26. März schriftlich mitgeteilt. Ab diesem Zeitpunkt hätte uns ehrlicherweise jedes Schützenfest gewundert, das stattgefunden hätte.

 

Jetzt werden Sie zwei Jahre länger den Verein regieren. Wie finden Sie das?

Es ist natürlich eine Ehre, dieses Amt länger als gewöhnlich ausführen zu dürfen, und wir freuen uns auf zwei weitere Jahre. Allerdings hätten wir lieber einem weiteren Paar die Chance gegeben, diese wundervolle Zeit zu erleben. Letztendlich wurde nun einem Königspaar die Möglichkeit genommen, sich in der Vereinsgeschichte zu verewigen.

 

Müssen Sie sich für die neue Saison neu einkleiden oder sonstige Vorkehrungen treffen?

Die formalen Dinge sind bereits erledigt, da ändert sich auch nichts mehr. Bei der Kleidung ist es für den König ja auch einfach, der schwarze Anzug wird auch in zwei Jahren noch en vogue sein – wenn er dann noch passt. Bei der Königin schauen wir mal, was sich ergibt.

 

Wie verbringen Sie das ausgefallene Schützenfest-Wochenende?

Wir werden Blasmusik auflegen, Currywurst mit Pommes essen und bei einem Gläschen Wein alte Schützenfestfotos anschauen.

 

Privileg für die Majestäten: Platz für drei Sätze an das Schützenfest-Volk!

Liebe Vereinsdamen und Schützenbrüder, wir bedauern sehr, dass das Schützenfest in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden konnte. Gerne hätten wir mit euch ein rauschendes Fest gefeiert und dem neuen Königspaar von Alt- und Bollhorst zugejubelt. Wir hoffen, dass wir uns alle gesund und munter wiedersehen und in zwei Jahren zusammen nachholen können, was in diesem Jahr nicht möglich war.

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