Team der Offenen Kinder- und Jugendarbeit auf der Suche nach Alternativen
Unvergessliche Ferien – trotz Corona

Ochtrup -

Die Ferienlager in der Stadt sind abgesagt, viele Mädchen und Jungen fürchten um den Spaß in den Ferien. Deshalb haben sich die Stadt Ochtrup, Jugendeinrichtungen, Vereine und kirchliche Gruppen zusammengetan, um neue Ideen für das Ferienspaßprogramm zu entwickeln.

Sonntag, 17.05.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 14:40 Uhr
Arbeiten an einem Ersatzprogramm für die Sommerferien (v.l.) Timo Lobbel (VHS), Linda Wessendorf (Ferienlager St. Marien), Jörg Eßlage (Jugendcafé Freiraum), Benedikt Wülker (Ferienlager St. Marien), Kaplan Bernd Bettmann (Kirchengemeinde St. Lambertus) und Bürgermeister Kai Hutzenlaub.
Arbeiten an einem Ersatzprogramm für die Sommerferien (v.l.) Timo Lobbel (VHS), Linda Wessendorf (Ferienlager St. Marien), Jörg Eßlage (Jugendcafé Freiraum), Benedikt Wülker (Ferienlager St. Marien), Kaplan Bernd Bettmann (Kirchengemeinde St. Lambertus) und Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Foto: Anne Steven

Jörg Eßlage ist frustriert. Der Leiter des Jugendcafés Freiraum hat die für Anfang August geplante Fahrradfreizeit entlang der Mosel abgesagt. Stattdessen plant er nun fünf Radtouren rund um die Töpferstadt – oh ne Übernachtung, ohne Freibadbesuch. Doch so wie ihm geht es derzeit vielen Gruppen, Vereinen und Institutionen, die normalerweise das Ferienspaßprogramm der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) bereichern – und das seit mittlerweile 18 Jahren. Doch die Corona-Pandemie hat auch das dicke hellblaue Heft infiziert.

„Eine Durchführung im gewohnten Format wäre höchst kompliziert“, stellt Jörg Eßlage klar. Deshalb wird es ein Ferienspaßprogramm wie in den vergangenen Jahren nicht geben. Ganz allein lassen wollen das Team der OKJA, die Kirchengemeinde St. Lambertus, die Volkshoch- und die Musikschule sowie Bürgermeister Kai Hutzenlaub als Schirmherr der Ferienspaßaktion die Kinder in Ochtrup aber nicht. Sie setzen vielmehr auf das ehrenamtliche Engagement und die kreativen Ideen der Ochtruper. „Alle Aktiven sind innerhalb ihrer Strukturen, ihres Vereins und ihrer Institution aufgerufen, ihre Mitglieder, Teilnehmer und ihr Umfeld in den Blick zu nehmen und viele kleine Aktionen unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen“, fasst es Jörg Eßlage zusammen. „Viele der bereits eingereichten Aktionen wären nach einer Verkleinerung der Gruppengröße und ein paar inhaltlichen Veränderungen umsetzbar, einige müssten entfallen“, ist der Leiter des Jugendcafés überzeugt, ein Programm auf die Beine stellen zu können. Er, wie auch der Bürgermeister, bitten aber die Verantwortlichen, sich abzusprechen und das Engagement abzuwägen.

„Wir helfen gerne bei der Umsetzung“, betont Jörg Eßlage. Auch die Stadt biete sich an und können bei Bedarf auch Räume oder Flächen zur Verfügung stellen. „Viele kleine Veranstaltungen sind in diesem Jahr die Lösung“, weiß Jörg Eßlage.

Mit seinem Team will er versuchen, sowohl im Jugendcafé Freiraum als auch in der „Brücke“ in Welbergen eine individuelle, niederschwellige Programmstruktur für Kinder und Jugendliche zu entwickeln. Einen besonderen Blick wollen sie auf „nicht organisierte Kinder“ haben.

In der Kirchengemeinde St. Lambertus ist nun auch das letzte Ferienlager abgesagt worden. Schweren Herzens, wie Kaplan Bernd Bettmann und die beiden verhinderten Lagerleiter Linda Wessendorf und Benedikt Wülker beim Pressetermin betonen. Die Freizeit der Seelsorgeeinheit St. Marien folgt damit den Beispielen der OMIs und MOMIs aus St. Lamberti, der KjG und den Organisatoren des Ferienlagers Langenhorst/Welbergen.

„Wir haben uns die Vorgaben angeschaut und können uns das so nicht vorstellen“, erklärte Bernd Bettmann. Sämtliche Highlights wie etwa ein Besuch im Freibad oder im Freizeitpark müssten ausfallen. Hinzu kommt, dass die Schützenhallen im Sauerland geschlossen sind. „Wir versuchen aber, ein Alternativprogramm durchzuführen“, versprach der Kaplan. Die Kinder hätten schon jetzt viel Zeit zu Hause verbracht. „Seit Ostern kippt die Stimmung“ hat Bettmann aus zahlreichen Gesprächen erfahren. Nun gelte es, den diesmal ganz anders gemeinten „Lagerkoller“ zu umgehen. Die Verantwortlichen haben dazu, laut Bettmannn, schon einige Ideen und Konzepte in petto. Die Eltern der Teilnehmer des Ferienlagers St. Marien sollen noch in einem Brief über die Absage informiert werden. Wurden Anzahlungen geleistet, werden diese erstattet.

Die einzige Abteilung, die ihr Programm fast wie in den vergangenen Jahren anbieten kann, ist die Volkshochschule. Die Koordination sämtlicher Anmeldungen werde die VHS aber nicht übernehmen können, betonte Leiter Timo Lobbel. Seit Freitag vergangener Woche können verschiedene VHS-Kurse auf der Homepage gebucht werden. „Nahezu alles, was geplant war, aber in kleineren Gruppen.“

Am heutigen Montag öffnet das Jugendcafé Freiraum wieder für Kinder und Jugendliche. Allerdings müssen diese sich vorher anmelden. „Jeder Besucher muss fünf Quadratmeter Platz haben“, rechnet Jörg Eßlage vor. Er weiß, dass von den Kindern und Jugendlichen derzeit jede Menge Disziplin verlangt werde. Doch er hofft, dass die diversen Vorhaben trotzdem gelingen. Das ganze Team der OKJA arbeitete an Angeboten für die Sommerferien, damit diese trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen unvergesslich werden.

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