Frust statt Fest? Welbergens Regenten machen das Beste aus der Absage
Nächster Vogel der Welbergener Schützen heißt Corona

Ochtrup -

Die Welbergener Schützen schauen dieses Jahr in die Röhre – ihr Fest sollte eigentlich heute beginnen, wurde aufgrund der Corona-Pandemie aber abgesagt. Das Königspaar Thomas und Britta Lastring sprechen über ihre verdoppelte Zeit als Regenten. Einen kleinen Aspekt des Schützenfestes lässt sich der Vorstand jedoch nicht nehmen.

Mittwoch, 20.05.2020, 14:26 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 14:30 Uhr
Thomas und Britta Lastring sind das amtierende Königspaar des Schützenvereins Welbergen. Sie hissen die Fahne – auch wenn das Schützenfest im Dorf in diesem Jahr ausfallen muss.
Thomas und Britta Lastring sind das amtierende Königspaar des Schützenvereins Welbergen. Sie hissen die Fahne – auch wenn das Schützenfest im Dorf in diesem Jahr ausfallen muss. Foto: Rieke Tombült

Für den Schützenverein Welbergen hätte am heutigen Mittwoch eigentlich die schönste Zeit des Jahres begonnen. Doch das Schützenfest ist aufgrund der Coronakrise abgesagt worden. Die WN-Redaktion hat mit den amtierenden Majestäten, die nun zumeist noch länger regieren dürfen, über den Ausfall gesprochen. Heute sind Thomas und Britta Lastring an der Reihe.

 

Wie erleben Sie die Coronazeit?

Thomas Lastring: Wir erleben sie als eine Zeit der Einschränkungen, aber gerade in den kleineren Dörfern wird sehr viel Rücksicht aufeinander genommen. Ich hatte selbst Corona und während der Zeit haben wir viele Nachrichten und Nachfragen bekommen, wie es uns gehe und ob die Leute für uns einkaufen sollen oder uns anderweitig helfen können.

Britta Lastring: Wir haben aber auch die Medien ganz neu für uns entdeckt. Zum Beispiel in Form von Videoanrufen mit der Familie oder dem Stammtisch.

Wie hätten Sie das Wochenende (Schützenfest) normalerweise verbracht?

Britta Lastring: Mit Freunden, Bekannten und Verwandten. Wir hätten mittwochs die Fahne aufgehangen, Donnerstag hätten ich wahrscheinlich mit meinem Stammtisch schön gefrühstückt, dann wäre es zum Antreten gegangen, und wir hätten alles auf uns zukommen lassen. Wir hätten volles Programm von Mittwoch bis Sonntag gehabt durch das Kaiserschießen, das in diesem Jahr noch dazugekommen wäre.

Thomas Lastring: Wir wären sehr gut vorbereitet gewesen und hätten natürlich bei Welbergener Schützenwetter gefeiert.

Wann war für Sie klar, dass das mit den Schützenfesten in diesem Jahr nichts mehr wird?

Britta Lastring: Mir war das relativ früh klar. Tommi hat allerdings noch bis zu der offiziellen Absage daran festgehalten, dass es stattfindet.

Thomas Lastring: Ich dachte, es wird eher verschoben, als dass sie es absagen.

Jetzt werden Sie ein Jahr länger regieren. Wie finden Sie das?

Thomas Lastring: Das war kein Diskussionspunkt unter uns, dafür sind wir auch einfach zu sehr Schützenfest durch und durch.

Britta Lastring: Einzig und allein das Kerzenanzünden hat mir Sorgen bereitet, aber dafür gibt es jetzt eine andere Reglung vom Verein. Ansonsten freuen wir uns auf ein weiteres Jahr mit allerlei Feiern.

Müssen Sie sich für die neue Saison neu einkleiden oder sonstige Vorkehrungen treffen?

Thomas Lastring: Als Mann hast du deine Sachen im Schrank hängen und brauchst vielleicht ein, zwei neue weiße Hosen.

Britta Lastring: Dieses Jahr war ich im Vergleich zum letzten Jahr sehr gut vorbereitet. Ich hatte schon Anfang des Jahres alles zusammen, aber jetzt muss es wohl noch ein Jahr im Schrank hängen. Unser Vogel war auch schon fast fertig, aber somit können wir seinen ersten Geburtstag feiern und wie er heißen wird, ist ja wohl klar.

Thomas Lastring: Corona kann nächstes Jahr abgeschossen werden.

Wie verbringen Sie das ausgefallene Schützenfest-Wochenende?

Thomas Lastring: Wir werden die Fahne auf jeden Fall hissen, sicherlich das ein oder andere Bierchen trinken und es ansonsten auf uns zukommen lassen.

Britta Lastring: Die Fahne kommt nicht trocken hoch.

Privileg für die Majestäten: Platz für drei Sätze an das Schützenfest-Volk!

Es ist wichtig, dass wir uns an die Maßnahmen und Regeln halten und dafür nächstes Jahr mit Vollgas Schützenfest feiern, und bis dahin regieren wir gerne noch weiter. Es wäre schön, wenn die Fahnen trotzdem das Dorf schmücken könnten. Ganz wichtig ist es uns, dass wir auch an unseren verstorbenen Vereinskaiser Josef Hundehege denken und ihn in diesen Tagen in Gedanken bei uns tragen.

Gedenken an verstorbene Mitglieder

Der Schützenverein Welbergen wird wenigsten einen Teil seines Festes nicht verschieben. Um den verstorbenen Schützenbrüdern zu gedenken, werden unter Wahrung der Corona-Auflagen am Ehrenmal die Vereinsfahnen gehisst und Kränze niedergelegt. Die Schützen werden außerdem für die Silber-, Gold- und Diamantkönigspaare, die zum Teil schon verstorben sind, und für den Vereinskaiser einen Blumenstrauß als ehrendes Andenken auf dem Grab niederlegen. Dazu trifft sich der Vorstand am heutigen Abend.

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