37-jähriger Ochtruper freigesprochen
Betrügerische Absicht nicht nachzuweisen

Ochtrup -

Ein 37 Jahre alter Mann aus Ochtrup soll einen Hochdruckreiniger in dem Bewusstsein geliehen haben, ihn nicht wieder zurückzugeben. Nach Auffassung des Amtsgerichts Steinfurt war dem Ochtruper diese Absicht nicht nachzuweisen. Nach der Verhandlung hatten Angeklagter und Unternehmer weiter Gesprächsbedarf.

Mittwoch, 27.05.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 15:34 Uhr
Vom Betrugsvorwurf ist ein 37-jähriger Ochtruper jetzt freigesprochen worden.
Vom Betrugsvorwurf ist ein 37-jähriger Ochtruper jetzt freigesprochen worden. Foto: Mike Oelerich

Der Einspruch gegen den Strafbefehl war erfolgreich: Ein 37 Jahre alter Ochtruper wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt vom Vorwurf des Betruges freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten in der Hauptverhandlung vor, im Juni 2019 bei einem Neuenkirchener Unternehmer einen Hochdruckreiniger gemietet zu haben. Dabei habe er nicht die Absicht gehabt, diesen zurückzugeben, hieß es in der Anklageschrift.

Der Angeklagte schilderte das Geschehen aus seiner Sicht und beteuerte, dass er das Gerät auf jeden Fall zurückgeben wollte. „Ich hinterlasse doch nicht meinen Personalausweis und behalte den gemieteten Reiniger“, ließ sich der 37-Jährige ein.

Ich hinterlasse doch nicht meinen Personalausweis und behalte den gemieteten Reiniger.

Angeklagter

Er habe das Gerät in Neuenkirchen abgeholt, danach sei er für ein paar Tage in Urlaub gefahren. Sein 17 Jahre alter Bruder sollte die Garageneinfahrt mit Hilfe des Hochdruckreinigers von Unkraut befreien.

Als er das Gerät einige Tage später zu dem Vermieter bringen wollte, habe er festgestellt, dass der Hochdruckreiniger aus der nicht verschlossenen Garage verschwunden war. Eine Anzeige wegen Diebstahls habe er nicht erstattet.

Der als Zeuge geladene Unternehmer sagte aus, dass der Angeklagte trotz mehrfacher Aufforderung das gemietete Gerät nicht wieder zurückgebracht habe. Auch habe er weder die Miete noch den Wert des Gerätes von fast 700 Euro an ihn bezahlt.

Freispruch

Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer, den Angeklagten zu einer Geldstrafe zu verurteilen, da feststehe, dass die erhobenen Anklagevorwürfe ohne Einschränkungen zuträfen. Dem vermochte die Vorsitzende Richterin nicht zu folgen und sprach den Ochtruper frei.

Letztlich sei nicht nachzuweisen, dass der Angeklagte den Hochdruckreiniger in betrügerischer Absicht angemietet habe. So stünde nicht zweifelsfrei fest, auf welche Weise das Gerät aus der Garage verschwunden sei.

Verständigungsgespräch

Davon unabhängig sei allerdings zwischen dem Angeklagten und dem Neuenkirchener Unternehmer noch die zivilrechtliche Seite des Verfahrens zu klären. Immerhin stehe dem Unternehmer die Mietzahlung und die Wiedergutmachung des entstandenen Schadens zu. Zu einem erstem Verständigungsgespräch trafen sich die beiden nach der Verhandlung noch auf dem Flur des Amtsgerichtes.

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