Erinnerungskultur am Haus Schmeing
Bronzetafel für den Gottesacker

Ochtrup -

Der Gottesacker bezeichnet das Areal um eine Kirche, auf dem die Bürger bestattet worden sind. In Ochtrup ist das über 1000 Jahre lang der Fall gewesen. Eine Bronzetafel am Haus Schmeing, die jetzt übergeben worden ist, erinnert an dieses Stück Stadtgeschichte.

Mittwoch, 24.06.2020, 18:30 Uhr
Johannes Bierbaum und die Leineweber haben eine Gedenktafel übergeben. Sie erinnert an den sogenannten Gottesacker und wurde am Haus von Clärchen Schmeing angebracht.
Johannes Bierbaum und die Leineweber haben eine Gedenktafel übergeben. Sie erinnert an den sogenannten Gottesacker und wurde am Haus von Clärchen Schmeing angebracht. Foto: Alex Piccin

Über 1000 Jahre lang sind auf dem Kirchplatz die Vorfahren der Ochtruper bestattet worden. Daran erinnert jetzt eine Bronzetafel, die am Haus Schmerling an der Bergstraße angebracht worden ist. Gestiftet wurde sie von Johannes Bierbaum , der sie als „Brücke zur Geschichte“ bezeichnet und zusammen mit dem Leineweberverein am gestrigen Nachmittag in einer kleinen Feierstunde offiziell übergeben hat.

Bierbaum sprach in seiner Rede über die Hintergründe der ersten Ochtruper Gedenktafel. Fünf Jahre habe die Umsetzung gedauert, eine Glockengießerei hat sie hergestellt. Ganz im Zeichen der Tradition. Diese soll gewahrt werden, wie Bierbaum betonte. Spätestens seit der Neugestaltung des Kirchplatzes erinnere nichts mehr an den sogenannten Gottesacker und die Geschichte der Vorfahren: „Die Tafel soll an den Friedhofsgang erinnern. Damals fiel man auf, wenn man nicht zur Kirche ging. Der Weg dorthin führte unweigerlich über den Friedhof.“

Friedhof verlegt

Nach Neubau der Lambertikirche Ende des 19. Jahrhunderts – die feierliche Weihe der Kirche fand am 27. August 1873 statt – verschwand auch der Friedhof, der um die alte romanische Kirche, wie es in der damaligen Zeit üblich war, angelegt war. Hier waren die Bürger bestattet worden. Mit dem Neubau der Kirche wurde aus hygienischen Gründen ein neuer Friedhof weiter außerhalb angelegt. Das Leichenwasser habe sich mit dem Brunnenwasser vermischen können.

Gedenken an den Gottesacker

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  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

    Foto: Alex Piccin
  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

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  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

    Foto: Alex Piccin
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    Foto: Alex Piccin
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    Foto: Alex Piccin
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    Foto: Alex Piccin
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  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

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  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

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  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

    Foto: Alex Piccin
  • Am Haus Schmerling ist eine Bronzetafel angebracht worden, die an die ehemalige Friedhofsanlage erinnert. Johannes Bierbaum, Leineweber, Reinhard Leusder

    Foto: Alex Piccin

„Erinnerungskultur bezeichnet den Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit und ihrer Geschichte. Die Leineweber in Ochtrup haben sich in ihrem Wirken auch der Erinnerung verschrieben. Der Erinnerung an alte Bräuche, an alte Lieder und Texte, an alte Gebäude und Einrichtungen“, so Reinhard Leusder aus dem Vorstand des Leinewebervereins.

Das Haus Schmerling soll von nun an Startpunkt oder Station der Stadtführungen sein. Die nächsten werden die Leineweber untereinander durchführen, auch um auf den neuesten Stand zu kommen, erklärte Leusder. Im August könnten wieder offene Führungen stattfinden.

Gegen die Vergesslichkeit

Die Tafel soll auch gegen die Vergesslichkeit stehen, sagt Bierbaum: „In unserer Grabkultur werden die Gebeine nach 25 Jahren entfernt und im schlimmsten Fall vergessen. Das gibt es im Judentum oder Islam nicht.“ Sie kann einen Haltepunkt darstellen, der Gelegenheit gibt, kurz innezuhalten, zurückzuschauen und sich zu erinnern an die wechselhafte Geschichte der Stadt Ochtrup, die immer eng verbunden war mit der Geschichte der Kirche hier am Ort.

Clärchen Schmeing, die Patentante Johannes Bierbaums und Hauseigentümerin, war es vorbehalten, die Bronzetafel zu enthüllen, was mit einem kleinen Umtrunk gefeiert wurde.

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