CSD in der Töpferstadt
Umzug für Respekt und Lebensfreude

Ochtrup -

Ein klares Statement gegen Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung setzten Ochtruper am Samstagnachmittag. Mit einem bunten Marsch durch die Töpferstadt erinnerten sie an den Christoper Street-Day. Motto der Demo vor Ort: „Ochtrup iss kekelbunt.“

Sonntag, 05.07.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 14:21 Uhr
„Ochtrup is kekelbunt“ lautete das Motto des Umzugs zum Christopher Street-Day durch Ochtrups Innenstadt.
„Ochtrup is kekelbunt“ lautete das Motto des Umzugs zum Christopher Street-Day durch Ochtrups Innenstadt.

Die Töpferstadt ist im Moment für einige Überraschungen gut. Und damit sind nicht nur kommunalpolitische Personalbeben gemeint, sondern eben auch handfeste gesellschaftspolitische Ziele. Dass man auf solche Anliegen auch bunt, gewinnend und fröhlich aufmerksam machen kann, versuchte eine „nette Gruppe von Heteros, Schwulen und Lesben“, wie es Rebana Schwietering ausdrückte, am grau-nieseligen Samstagnachmittag.

„Sicher ist auf dem Papier und hier und da auch im Bewusstsein einiger Menschen das Thema Gleichstellung befördert worden. Trotzdem muss man den Respekt gegenüber persönlicher, sexueller und sozialer Orientierung weiter auf die Tagesordnung setzen“, erläuterte Thorsten Schlamann . Zusammen mit Dolores Engbers hatte er einen kleinen, aber feinen Demonstrationszug aus dem Niedereschgebiet zum Lambertikirchplatz organisiert.

„Normalerweise findet Ende Juni/Anfang Juli in vielen größeren Städten der sogenannte Christopher-Street-Day (CSD) mit fantasievollen Umzügen statt. Unsere kleine Gruppe ist immer zusammen nach Köln gefahren, um in dieser speziellen Stimmung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu demonstrieren. Diesen großen Straßenaktionen hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die fallen aus oder müssen verschoben werden“, erläuterte Joachim Becker.

Zusammen mit Freunden aus der Region bis hin nach Osnabrück organisierte die „Ochtruper Fahr- und Feiergemeinschaft“ nun also ganz bewusst für die Töpferstadt einen bunten Demonstrationszug, der auf Menschenwürde, Respekt und Lebensfreude abzielte. Dabei war für die verantwortungsbewussten Organisatoren und Teilnehmer die Einhaltung der sogenannten Corona-Regeln selbstverständlich. Die Aktion war ordentlich behördlich genehmigt und auch Vertreter der örtlichen Polizei hatten ein freundliches, aber wachsames Auge auf den bunten Umzug mit Musik vom Rekorder, aufblasbaren Tieren, regenbogenfarbenen Hawaii-Umhängekränzen, flüssiger Wegzehrung und bunt-fantasievoller Kleidung.

Auch wenn das Wetter die ganz große Aufmerksamkeit für diese Aktion etwas torpedierte, schlossen sich dennoch einige Kommunalpolitiker und Bürgermeisterkandidaten dem engagierten Marsch an, der mit einer dreimaligen Umrundung der Lambertikirche endete.

„Für mich ist so ein Zeichen wichtig, um die Erstreitung unserer Rechte weiter voranzubringen und die Anerkennung von Lesben, Schwulen und Transgendern in der Gesamtgesellschaft als selbstverständlich zu verankern“, gab sich Thorsten Schlamann am Ende zufrieden. Der Umzug fand sein Ende in einer After-Demonstrationsparty in der Gaststätte Bücker. All das war in dem Sinne des gewählten Mottos: „Ochtrup iss kekelbunt, Leeve vör alle“ (Ochtrup ist bunt, Liebe für alle).

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