Was macht eigentlich Andreas Löbbe?
Schnell sein, das Optimale rausholen

Ochtrup -

In der Serie „Was macht eigentlich...?“ stellen die Westfälischen Nachrichten Menschen vor, die in der Vergangenheit in Ochtrup gelebt oder gewirkt haben und die den meisten Töpferstädtern noch im Gedächtnis sind. Die Lokalredaktion hat diesmal Kontakt mit ihrem ehemaligen Redakteur Andreas Löbbe aufgenommen.

Sonntag, 12.07.2020, 07:29 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 19:02 Uhr
Knapp 19 Jahre ist es her, dass Andreas Löbbe seinen Dienst beim damaligen Tageblatt antrat. Heute leitet der 47-Jährige
Knapp 19 Jahre ist es her, dass Andreas Löbbe seinen Dienst beim damaligen Tageblatt antrat. Heute leitet der 47-Jährige Foto: privat

Es ist fast 7000 Tage her, dass der blaue Opel Corsa, Modell B, ein bisschen rumpelnd, erstmals auf den Innenhof des damaligen Verlags Kirch einbog. Ein Mittwoch war das, der 15. August 2001. Der neue Mann für die Sportredaktion ist da: Andreas Löbbe , frisch ausgebildeter Redakteur aus Münster, übernimmt fortan die Berichterstattung über den SC Arminia, den FC Weiner, die SpVgg Langenhorst/Welbergen und Co. Das 45-PS-Auto, dessen Fenster noch per Handkurbel rauf und runter gefahren wurden, ist sein ständiger Begleiter. 7000 Tage, das sind knapp 19 Jahre. Andreas Löbbe hält kurz inne, als er diese Zahl hört. „Fast 19 Jahre? Ihr macht, dass ich mich alt fühle“, sagt er.

Stabsstelle Kommunikation

Beim Sparkassenverband Westfalen-Lippe leitet der 47-Jährige seit inzwischen etwas mehr als zehn Jahren die Stabsstelle Kommunikation. „Wir steuern hier mit einem elfköpfigen Team die externe Kommunikation des Verbandes“, erklärt er. Dazu zählen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, also Gespräche mit Journalisten, Pressekonferenzen, aber auch die Interessensvertretung sowie Sponsorings und Aktionen. Auch in Themen wie das Veranstaltungsmanagement und damit zusammenhängend zahlreiche protokollarische Aufgaben hat sich Löbbe eingefuchst. Kein Zweifel: Sein Aufgabengebiet ist vielfältig. Lange Arbeitstage gehören zum Job.

Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe ist der per Gesetz verankerte Dienstleister der 57 selbstständigen und unabhängigen Sparkassen in Westfalen-Lippe. Er ist einer von bundesweit elf Sparkassenverbänden. Aufgaben gibt es viele, Themen ebenso. Andreas Löbbe liebt genau das: „Die Welt verändert sich und die Menschen mit ihr. Darauf stellen sich die Sparkassen immer wieder aufs Neue ein, und entsprechend viel haben wir in der Kommunikation zu vermitteln.“

Themen schnell erfassen und vermitteln

Themen müssen schnell erfasst und vermittelt werden. „Das“, so sagt Andreas Löbbe, „lernt man im Journalismus.“ Mit 16 Jahren hat er bei einer Zeitung im Ruhrgebiet seine ersten Schritte gemacht. Mit 19 begann er sein Studium in Münster und schrieb für die Westfälischen Nachrichten , wo er nach dem Staatsexamen 1999 auch volontierte. 2001 folgte dann sein Einsatz in Och­trup. Zunächst vier Jahre im Sport, 2005 folgte der Wechsel in die Lokalredaktion.

Unendlich viele Eindrücke

Was ihm aus seiner Ochtruper Zeit besonders in Erinnerung geblieben ist? „Unendlich viele Eindrücke, freundliche Menschen und das große Engagement in der Stadt“, erinnert sich Löbbe. „Mich hat die Solidarität der Menschen während des Schneechaos bewegt. Spannend war natürlich die Stadtentwicklung, die ja durch das Outlet-Center besonders geprägt worden ist, ebenso die hitzige politische Debatte bei der Kommunalwahl 2009. Ich erinnere mich aber auch an viele leichte und schöne Momente wie zum Beispiel das Eröffnungs-Public-Viewing zur Weltmeisterschaft 2006 in der Weiner.“

Aus einem kleinen Team alles rausholen, schnell sein, ein unter den gegebenen Möglichkeiten optimales Produkt veröffentlichen – das habe die Arbeit beim Tageblatt und das habe ihn in seiner Arbeitsweise geprägt, erzählt der 47-Jährige. „Wir haben uns stets dem Inhalt, der Sache verbunden gefühlt. Aufzeigen, erklären, aufschreiben und dabei auch den Finger in die Wunde legen“, das sei der Antrieb gewesen. Er habe den Diskurs mit den Zeitungslesern, die Auseinandersetzung mit der Sache und den Willen der Ochtruper, die Stadt voranzubringen, stets als sehr gewinnbringend empfunden.

Teamplayer will zurück zum Sport

Gerade jetzt – in Zeiten der Krise – sind genau diese Fähigkeiten besonders gefragt: Teamplayer sein, schnell sein, das Optimale rausholen, zuhören, aus dem Diskurs das richtige Vorgehen ermitteln. Für Löbbe und sein Team beim Sparkassenverband bedeutet die Pandemie Arbeit unter Volllast.

Er hat seinem Lebenslauf mit der Aufgabe als Kommunikationschef des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sichtlich die richtige Station hinzugefügt. Er strahlt, wenn er erzählt.

3200 Tage nach Tag eins beim Tageblatt in Ochtrup und nach nunmehr 3800 Tagen beim Sparkassenverband hat allerdings die Zahl der grauen Haare zugenommen. „Bleibt halt nicht aus“, lacht Andreas Löbbe. Ach ja, und den blauen Corsa, den gibt´s auch nicht mehr. Das aktuelle, deutlich größere Auto kommt aber bald weg. „In Münster braucht man im Grunde keins“, erklärt er, „ich will mich mehr bewegen. Mehr laufen. Fahrradfahren.“ Wenn man so will, kehrt er zurück zum Sport . . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7489158?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker