Teil 1: Persönliches und Kandidatur: Christa Lenderich (parteilos)
Mit Herzblut an die Spitze der Bewegung setzen

Ochtrup -

Am 13. September haben die Ochtruper die Wahl: Wer wird Bürgermeister oder Bürgermeisterin der Töpferstadt? Neben Amtsinhaber Kai Hutzenlaub (SPD) kandidieren Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU) und Christa Lenderich (parteilos). Die WN haben alle drei Bewerber zum Interview getroffen und zu verschiedenen Themenbereichen befragt – von Stadtentwicklung und Finanzen über Freizeit und Sport bis hin zu Klimaschutz. Auszüge lesen Sie in dieser Zeitung. 

Samstag, 08.08.2020, 06:27 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 06:30 Uhr
Christa Lenderich tritt mit Unterstützung der Freien Wähler als Kandidatin für das Bürgermeisteramt an.
Christa Lenderich tritt mit Unterstützung der Freien Wähler als Kandidatin für das Bürgermeisteramt an. Foto: Anne Spill

In der ersten Vorstellungsrunde des Forums zur Bürgermeisterwahl 2020 (Persönliches und Kandidatur) sprach WN-Redakteurin Anne Steven mit Christa Lenderich (56). Hier ein Auszug:

Frau Lenderich, wir hatten Sie gebeten, einen Gegenstand mitzubringen, den sie mit Ochtrup verbinden. Warum genau diesen?

Ich habe ein Herz mitgebracht, weil ich glaube, dass man für dieses Amt sicherlich eine fachliche Eignung benötigt, aber auch Herzblut. Und mit Herzblut würde ich an die Sache herangehen. Vor allem finde ich, dass Herzblut auch in der Ochtruper Bevölkerung ist. Wir haben viele Vereine, auf den unterschiedlichen Ebenen setzt man sich für andere ein. Ich finde, dieses Amt braucht Herzblut, deshalb das Herz.

Was mögen Sie an Och­trup?

Ich mag die Menschen, die hier leben. Wir leben hier sehr gut. Ochtrup ist reizvoll. Es gibt ein gutes Miteinander, ein Füreinander. Das sind Dinge, die mich an Ochtrup reizen. Wir haben eine sehr schöne Umgebung, wir sind schnell in der Natur. Man kann mit dem Auto oder dem Rad interessante Ziele erreichen. Von daher ist Ochtrup für mich ein lebens- und liebenswerter Ort.

Wo in der Stadt sind Sie am liebsten?

Es gibt verschiedene Lieblingsorte. Zum einen finde ich das Haus Welbergen ausgesprochen reizvoll. Dann natürlich auch unsere Bergwindmühle, weil man dort einen sehr schönen Blick über Och­trup hat. Und der heimische Garten. Das ist auch ein Lieblingsort, wo ich sehr gerne bin, wo man gut entspannen kann. Ich erfreue mich dann einfach an der Natur in der Oster.

Welchen Beruf haben Sie erlernt?

Ich bin von Hause aus Verwaltungsbeamtin.

Was wollten Sie als Kind werden?

Mein Vorbild war immer Pippi Langstrumpf. Ich wollte Abenteuer, die waren für mich immer toll. Was mit Abenteuern und Tieren, das war für mich als Kind so ein Ding, das ich toll fand. Den Limonadenbaum haben wollen, das war meins.

Wie war Ihr Werdegang?

Ich habe eine zweijährige Ausbildung als Verwaltungsbeamtin gemacht. Ich bin angefangen beim Amtsgericht in Rheine, dann habe ich verschiedene Stationen durchlaufen, bevor ich 1986 an das Oberverwaltungsgericht gekommen bin. Dort habe ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet, in Vorzimmern, in Service-Einheiten, und aktuell leite ich die Gerichtsbibliothek.


Hier im Video das Interview in voller Länge:

 

Bürgermeisterkandidatin Christa Lenderich

 


Was reizt Sie am Bürgermeisteramt?

Es ist eine herausforderungsvolle Aufgabe, keine Frage. Aber ich finde, wichtig ist der Kontakt zu den Menschen. Und deswegen auch noch mal dieses Herzblut, diese Herzlichkeit. Dieses Amt kann man nur ausüben, wenn man mit Menschen umgehen, wenn man auf Menschen zugehen mag. Wenn man etwas besitzt, was man für dieses Amt auch braucht, nämlich hinsehen, zuhören und mitfühlen. Und ihnen dabei behilflich zu sein, das eine oder andere zu regeln und natürlich auch, dass unsere Stadt nach vorne kommt.

War Ihre Zeit als stellvertretende Bürgermeister dafür eine gute Übung?

Ja, ich finde schon. Ich habe sehr viele Kontakte. Wenn man dieses Amt 23 Jahre inne hat, dann ist man quasi schon im Steigbügel. Dann muss man nur noch einmal aufsteigen wollen. Da erlebt man Ochtrup in den unterschiedlichsten Facetten – beim Karneval, beim Schützenfest, in den privaten Begegnungen, bei Ausstellungseröffnungen. Da sieht man die Bandbreite, die Ochtrup bietet, die Herzlichkeit der Menschen. Für mich sind es immer besondere Tage, wenn man irgendwo eingeladen wird, wenn man die Menschen besucht und an ihrem Leben teilhaben darf. Von daher glaube ich, ist es eine gute Voraussetzung, um Bürgermeisterin zu werden.

Als Rathauschefin würden Sie viele Mitarbeiter führen. Was qualifiziert Sie dafür?

Zum einen meine fachliche Ausbildung, die ich in der Verwaltung des Oberverwaltungsgerichts genossen habe. Und dann ist es so, dass ich ja jetzt auch führe. Ich bin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Das ist eine Voraussetzung, die man mitbringen muss. Diese Wissensbasis habe ich mir durch meinen Beruf angeeignet, kann sie ausüben und übe sie zur Zeit aus. So eine Verwaltungsausbildung ist eine gute Grundlage, um den Herausforderungen dieses Amtes gerecht zu werden.

Wie interpretieren Sie das Amt des Ersten Bürgers – operativ oder repräsentativ?

Man muss eine Mischung aus beidem haben. Den ganzen Tag im Rathaus verschanzen funktioniert nicht. Auf der anderen Seite muss man auch vorangehen. Zum einen ist man natürlich für die Umsetzung der Ratsbeschlüsse verantwortlich. Und da meine ich, muss man sich an die Spitze der Bewegung setzen. Und man sollte sich Zielvorgaben setzen. Nur repräsentativ geht nicht, aber nur Schreibtisch geht auch nicht. Man muss etwas von beidem haben und das ist etwas, was ich mitbringe.

In der Politik muss man ja mitunter auch einiges einstecken. Wie gehen Sie damit um?

Wenn man so lange in der Kommunalpolitik ist wie ich, hat man sich schon ein etwas dickeres Fell aneignen müssen. Man darf sich nicht von jeder Kritik gleich aus der Bahn werfen lassen. Ich glaube, es kommt auch immer darauf an, wie man kritisiert. Mit sachlicher Kritik muss man umgehen. Auf die persönliche Ebene bezogen, ist es immer etwas unschön. Das ist etwas, das einen berührt. Jemanden persönlich zu treffen, ist etwas, das man vermeiden sollte. Ich würde es nicht tun. Das hat auch etwas mit Achtsamkeit und Umgang zu tun.

Was denken Sie, warum wäre Barbara Kuhls-Mahlitz eine gute Bürgermeisterin?

Sie bringt mit Sicherheit die Voraussetzungen mit, um dieses Amt auszuüben. Sie ist auch schon viele Jahre in der Kommunalpolitik und engagiert.

Wo sehen Sie die Stärken von Kai Hutzenlaub ?

Er ist bürgerfreundlich, ganz klar. Das ist eine seiner Stärken. Und er kann auf Menschen zugehen.

Warum machen Sie es trotzdem besser?

Weil ich auch die Ärmel aufkrempeln möchte. Vieles in Ochtrup dauert mir zu lange. Da muss man etwas engagierter an die Sache herangehen, man muss sich an die Spitze der Bewegung setzen, vorangehen. ich glaube, dass ich die Dinge intensiver begleiten würde, ich möchte einen Anstoß geben. Ich möchte eine Zielmarke haben. Da haben wir noch Nachholbedarf und zwar nicht gerade wenig.

Wann hatten Sie zuletzt das Gefühl, dass etwas richtig schiefgelaufen ist?

Vielleicht ist das mit dem neuen Rathaus alles etwas schief gelaufen. Die Kommunikation hätte besser sein müssen. Ich finde, das ist verdammt schief gelaufen.

Wir schreiben den 14. September 2020. Was ist Ihr erster Gedanke nach dem Aufwachen?

Gewonnen! Oder Stichwahl!

Mit wem gehen Sie in die Stichwahl?

Kai Hutzenlaub.

Eine schnelle Runde: Wir geben Ihnen zwei Stichwörter zur Auswahl. sagen Sie uns bitte, was besser zu Ihnen passt. Schützenfest oder Theatervorstellung?

Schützenfest.

Mousse au Chocolat oder Herrencreme?

Herrencreme.

Töpferkurs oder Outlet-Shopping?

Töpferkurs.

Kirmes oder Weihnachtsmarkt?

Kirmes.

Monopoly oder Mikado?

Mikado.

Zelt oder Sterne-Hotel?

Zelt.

Zeitreise oder Flug ins All?

Zeitreise ins Mittelalter. Da ist viel passiert ist. Es war nicht die schönste Zeit, aber ich fände es mal spannend, das zu erleben.

Strippenzieher oder Rampensau?

Strippenzieherin.

Kopf oder Bauch?

Kopf.

Nachgeben oder durchsetzen?

Durchsetzen.

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