Teil 1: Persönliches und Kandidatur: Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU)
Handwerkerin mit starkem Kreuz

Ochtrup -

Am 13. September haben die Ochtruper die Wahl: Wer wird Bürgermeister oder Bürgermeisterin der Töpferstadt? Neben Amtsinhaber Kai Hutzenlaub (SPD) kandidieren Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU) und Christa Lenderich (parteilos). Die WN haben alle drei Bewerber zum Interview getroffen und zu verschiedenen Themenbereichen befragt – von Stadtentwicklung und Finanzen über Freizeit und Sport bis hin zu Klimaschutz. Auszüge lesen Sie in den Wochen bis zur Wahl in dieser Zeitung. 

Samstag, 08.08.2020, 06:27 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 06:30 Uhr
Barbara Kuhls-Mahlitz kandiert als Bürgermeisterkandidatin für die CDU.
Barbara Kuhls-Mahlitz kandiert als Bürgermeisterkandidatin für die CDU. Foto: Cengiz Sentuerk

In der ersten Vorstellungsrunde des Forums zur Bürgermeisterwahl 2020 (Persönliches und Kandidatur) sprach WN-Redakteurin Anne Spill mit Barbara Kuhls-Mahlitz (51). Hier ein Auszug:

Frau Kuhls-Mahlitz, wir hatten Sie gebeten, einen Gegenstand mitzubringen, den sie mit Ochtrup verbinden. Warum genau diesen?

Ich habe den Schützenhut mitgebracht, weil er ein Zeichen von Vereinen, Familien, Traditionen und Volksfesten ist. Ich bin als Kind schon mit Schützenfesten groß geworden. Der Schützenhut soll die gesamte breite Masse unserer Stadt, unserer Bevölkerung darstellen. Die Vereinsarbeit, die Feste, die Traditionen – das alles ist sehr wichtig. Außerdem bin ich im Augenblick Schützenkönigin. Das verbindet natürlich noch viel mehr.

Was mögen Sie an Och­trup?

Eigentlich alles. Ich mag die Stadt von der Größe her, ich mag die Menschen, die hier leben, und ich mag das extreme Engagement. Viele Leute sagen, in Och­trup wird viel gelästert, gemeckert und schnell schlecht geredet. Aber ich habe berufsbedingt schon in vielen anderen Städten gewohnt und ich kann versichern, dass das in den kleinen Stadtteilen einer Großstadt genauso ist. Da interessiert sich auch jeder, wer mit wem zusammen ist oder auch nicht. Ich mag dieses Engagement in Och­trup. Der Ochtruper an sich ist wahnsinnig kreativ, bringt sich selber mit ein. Wir haben das große Glück, dass wir Investoren haben – und nicht nur einen, sondern viele –, die auch kreativ mitdenken. Ochtrup ist für mich wirklich eine freundliche Stadt.

Wo in der Stadt sind Sie am liebsten?

Am liebsten in unserem Garten. Da kann man wunderbar herunterfahren. Aber ich liebe auch den Platz oben an der Bergwindmühle, weil man einen wunderbaren Ausblick hat. Ich mag auch den Stadtpark. Es gibt viele, viele schöne Orte hier in Och­trup.

Welchen Beruf haben Sie erlernt?

Ich bin Raumausstatterin und habe später eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Gestalterin gemacht.

Was wollten Sie als Kind werden?

Lehrerin.

Wie war Ihr Werdegang?

Als junger Mensch wollte ich entweder Erzieherin oder Schreinerin werden. Als Schreinerin hatte ich in Ochtrup gar keine Chance – ich war ein Mädchen! Somit bin ich zum Raumausstatter gekommen. Das war damals ein absoluter Männerberuf. Ich musste Och­trup leider verlassen, um die Ausbildung zu beginnen. Die habe ich auch – das kann ich sagen – sehr gut abgeschlossen. Ich bin einige Jahre in unterschiedlichen Unternehmen tätig gewesen und habe in einer ganzjährigen Weiterbildung den staatlich geprüften Gestalter gemacht. 1997 bin ich wieder zurück nach Ochtrup gekommen und habe mich mit einem kleinen Unternehmen selbstständig gemacht. Ich war über 20 Jahre selbstständig, und das hat mir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht.

Was reizt Sie am Bürgermeisteramt?

Ich liebe diese Stadt. Ich liebe es, zu gestalten, ich liebe es, mit Menschen gemeinschaftlich Ideen zu entwickeln. Ich bin sehr kreativ, ich bin aber auch sehr gesellschaftsfähig. Ich kann Menschen zusammenbringen, die normalerweise nicht zusammenkommen, und da kreative und gestalterische Dinge und Ideen entwickeln. Ich möchte gerne unsere Stadt weiter nach vorne bringen. Ich weiß, dass das dringend nötig ist. Ich möchte viel mehr verbinden, ich möchte gestalten, ich möchte, dass Eins ins Andere greift. Hier wird im Augenblick immer nur eine Sache betrachtet. Das ist mir zu wenig. Ich finde, wir müssen das große Ganze betrachten.

Als Rathauschefin würden Sie viele Mitarbeiter führen. Was qualifiziert Sie dafür?

Ich bin 20 Jahre Chefin gewesen. Und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass diese Damen und Herren, die bei mir gearbeitet haben, das immer sehr gerne gemacht haben.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie geführt?

Immer nur einzelne, zwei, drei, mal in Aushilfsphasen waren wir auch zu acht – auf kleinstem Raum, muss man auch sagen. Und da muss man sich schon ein bisschen lieb haben und gegenseitig achten. Also ich bin jemand, der die Arbeit von anderen wahnsinnig achtet, wertschätzt, die fordert, aber eben auch fördert. Ich möchte selber mitarbeiten. Und ich bin nicht der Chef, der von oben herunter regiert, sondern ich möchte als Team zusammenarbeiten. Ich kann auch mal auf den Tisch hauen und sagen „Leute, so nicht!“. Ich kann auch extremst motivieren, dass man sagt „So, jetzt packen wir es an, jetzt wird das erledigt und wir machen nicht Schluss, ehe es fertig ist!“


Hier im Video das Interview in voller Länge:

 

Bürgermeisterkandidatin Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU)

 


Wie interpretieren Sie das Amt des Ersten Bürgers – operativ oder repräsentativ?

Ich würde sagen, beides. Ich finde, es ist ganz wichtig, dass der Erste Bürger oder die Bürgermeisterin sehr gut informiert ist, sich aber auch in das gesellschaftliche Leben begibt. Es ist ganz wichtig, mit den Menschen hier zu sprechen, zu erfahren, was sie denken, was sie fühlen. Aber ich muss dann auch auf jeden Fall das politische Leben mitgestalten.

In der Politik muss man ja mitunter auch einiges einstecken. Wie gehen Sie damit um?

Da kann ich nur sagen, dass ich Handwerkerin bin und ein starkes, breites Kreuz habe.

Was denken Sie, warum wäre Christa Lenderich eine gute Bürgermeisterin?

Christa Lenderich ist sehr gewissenhaft. Sie arbeitet sehr korrekt, sie informiert sich gut und ist auch Och­truperin.

Wo sehen Sie die Stärken von Kai Hutzenlaub ?

Kai Hutzenlaub kann . . . , ach, das ist sehr schwierig. Er hält sich oft sehr zurück. Und das ist in manchen Fällen wirklich eine große Stärke.

Warum machen Sie es trotzdem besser?

Weil ich mich zurückhalten werde, wenn es nötig ist. Aber ich gehe auch nach vorne, weil ich keine Angst vor Kritik habe, weil ich versuche, Leute zu motivieren, Gutes zu tun, Gutes zu entwickeln – weil ich es einfach kann.

Wann hatten Sie zuletzt das Gefühl, dass etwas richtig schiefgelaufen ist?

In der Coronazeit. Ich war absolut nicht damit einverstanden, dass alle Sitzungen, das ganze politische Leben stillgelegt wurden. Wir hätten Möglichkeiten mit digitalen Medien gehabt, wir hatten die Stadthalle. Wir hätten viel mehr Veranstaltungen, viel mehr Sitzungen machen müssen. Wenn das politische Leben einschläft, braucht es erst einmal wieder eine lange Anlaufzeit. Wenn wir nach Corona weitermachen, auch jetzt nach der Kommunalwahl, müssen wir vieles aufholen. Das ist genau wie in den Schulen. Es fehlen jetzt einfach ein paar Entscheidungen. Da ist sehr viel Zeit vergangen. Das tut mir wirklich leid.

Wir schreiben den 14. September 2020. Was ist Ihr erster Gedanke nach dem Aufwachen?

Ich hab´s geschafft.

Mit wem gehen Sie in die Stichwahl?

Mit Kai Hutzenlaub.

Eine schnelle Runde: Wir geben Ihnen zwei Stichwörter zur Auswahl. Sagen Sie uns bitte, was besser zu Ihnen passt.

Schützenfest oder Theatervorstellung?

Schützenfest.

Mousse au Chocolat oder Herrencreme?

Mousse au Chocolat.

Töpferkurs oder Outlet-Shopping?

Töpferkurs.

Kirmes oder Weihnachtsmarkt?

Weihnachtsmarkt, oder auch Kirmes, schwierig.

Monopoly oder Mikado?

Monopoly.

Zelt oder Sterne-Hotel?

Zelt.

Zeitreise oder Flug ins All?

Zeitreise ins Mittelalter, weil ich gerne sehen möchte, wie die Frauen damals leben mussten und auch gelebt haben.

Strippenzieher oder Rampensau?

Strippenzieher.

Kopf oder Bauch?

Beides.

Nachgeben oder durchsetzen?

Auch beides – je nachdem.

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