Was macht eigentlich Alfons Sandmann?
Musikalisch verbunden

Ochtrup -

In der Serie „Was macht eigentlich...?“ stellt die Lokalredaktion Menschen vor, die in Ochtrup bekannt sind, von denen man aber in der jüngsten Vergangenheit wenig gehört hat. Wir fragen nach, was aus ihnen geworden ist, wie es weiterging und was sie gerade beschäftigt. Heute: Alfons Sandmann.

Samstag, 15.08.2020, 07:44 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 16:46 Uhr
Alfons Sandmann wohnt schon seit 40 Jahren nicht mehr in Ochtrup. Trotzdem ist er mit der Töpferstadt und den Menschen hier noch eng verbunden.
Alfons Sandmann wohnt schon seit 40 Jahren nicht mehr in Ochtrup. Trotzdem ist er mit der Töpferstadt und den Menschen hier noch eng verbunden. Foto: Anne Steven

Alfons Sandmann lebt schon seit fast 40 Jahren nicht mehr in Och­trup. Was er am meisten vermisst, dürfte allerdings auch vielen Töpferstädtern fehlen. Es ist die „alte Ochtruper Kirmes“, gesteht der 72-Jährige im Gespräch mit den WN .

Was die ausmachte? „Ganz klar: das Alpenbrot von Kracke, Fisch von Kerstiens, Live-Musik in allen Kneipen und zum Abschluss Töttchen von Schoppen“, lässt der Rentner seine Gedanken in seine Jugend in Ochtrup zurückwandern.

Geboren wurde Alfons Sandmann im Jahr 1948 in Langenhorst. In seiner Kindheit und Jugend entstand seine Leidenschaft für Musik. Zwölf Jahre lang hielt er dem Spielmannszug Lamberti am Schlagwerk die Treue.

Beruflich ging es für ihn nach seiner Ausbildung bei der Post an den Standorten Ochtrup und Steinfurt über verschiedene Aushilfsstellen und die Bundeswehrzeit schließlich nach Horstmar. Das war 1971. In seiner Heimatstadt sei damals für ihn keine Planstelle frei gewesen, erinnert sich Alfons Sandmann an den Grund für seinen Umzug.

In Horstmar sorgte der Ochtruper erst einmal für einen Spielmannszug. Den habe es dort nämlich noch nicht gegeben. „Da haben wir einen gegründet“, schmunzelt der 72-Jährige, der dort lange das Amt des Vorsitzenden bekleidete und heute Ehrenvorsitzender ist. Allerdings wechselte er musikalisch vom Schlagwerk zur Flöte. Der Kontakt zu den Spielmannszügen in Och­trup blieb aber bestehen. Noch heute bläst er für die Lamberti-Oldies die Flöte. Insgesamt bringt er es auf 40 Jahre aktives Musizieren.

Doch damit nicht genug: Ehrenamtliches Engagement machte Alfons Sandmann immer Spaß. So arbeitete er einige Jahre für die CDU im Rat der Stadt Horstmar mit. Das Ehrenamt des Schöffen übte er vier Jahre am Amtsgericht Rheine sowie acht Jahre am Landgericht Münster aus. Vor allem letztere Tätigkeit sei unglaublich spannend gewesen, berichtet er von Prozessen und seinem Mitwirken bei der Urteilsfindung. Vor allem die Verhandlungen am Landgericht seien mitunter schon „eine andere Hausnummer“ gewesen, bei denen er sich später oft „so seine Gedanken machte“. Er beschreibt dieses Ehrenamt als anstrengend, aber missen möchte er diese Zeit keinesfalls.

Auch beruflich ging es für ihn in diese Richtung: Vier Jahre lang war er im Bundesdisziplinarausschuss der Deutschen Post, Außenstelle Münster. „Das ist die Gerichtsbarkeit der Post für Bundesbeamte“, erklärt Alfons Sandmann. Im September 2013 ging er schließlich nach exakt 50 Jahren und fünf Monaten Dienstzeit in den Ruhestand.

Heute fährt Alfons Sandmann gerne Fahrrad, kegelt und reist – sofern ihn die Corona-Pandemie nicht daran hindert. Die Lamberti-Oldies unterstützt er seit 1992, seinen Kegelclub gibt es bereits seit fast 50 Jahren. „Ich habe keine Langeweile“, betonte der rührige Rentner, der verheiratet ist und zwei Kinder sowie drei Enkel hat.

Während seiner Lehrzeit bei der Post in Ochtrup hat der 72-Jährige die Töpferstadt nach eigenen Angaben bereits „komplett mit dem Rad abgefahren“. Und auch heute kennt sich Alfons Sandmann noch gut aus. Der Kontakt nach Ochtrup ist nach wie vor eng, weil er die Töpferstädter und ihre Art mag. „Das sind bodenständige Leute – geradeaus und herzlich“, findet Alfons Sandmann, der nicht freiwillig wegging und auf diesem Wege „herzliche Grüße“ in die alte Heimat – vor allem nach Langenhorst – sendet. Auch wenn es in Horstmar schön sei, die Verbundenheit mit der Töpferstadt und ihren Bewohnern sei immer noch da.

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