Kitas wieder im Normalbetrieb
„Ein kleines Stückchen Normalität“

Ochtrup -

Knapp eine Woche Normalbetrieb liegt hinter den Kitas. Stellvertretend berichten die Leiterinnen der Outlaw-Kita am Buschlandweg, Sabrina Steveker und Miriam Fontein, von ihrem kleinen Stückchen Normalität, das sie, die Kinder und die Eltern seit dieser Woche zurück haben.

Freitag, 21.08.2020, 06:45 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 13:38 Uhr
Auch die Kindertageseinrichtung der Outlaw GgmbH am Buschlandweg ist seit Montag wieder im Normalbetrieb.
Auch die Kindertageseinrichtung der Outlaw GgmbH am Buschlandweg ist seit Montag wieder im Normalbetrieb. Foto: Anne Steven

Wie Eltern während des Corona-Lockdowns und bis Anfang dieser Woche die Betreuung ihres Nachwuchs im Kitaalter gewuppt haben? Sabrina Steveker und Miriam Fontein von der Outlaw-Kita Buschlandweg wissen wovon sie sprechen, wenn sie das Bild eines Flickenteppichs heraufbeschwören, schließlich haben die beiden Erzieherinnen selbst Kinder in diesem Alter. „Das war schon manchmal nicht schön“, gibt die stellvertretende Leiterin Miriam Fontein zu, dass es ihr und den Kollegen sehr schwer gefallen sei, „Eltern in Not“ nicht helfen zu können. Denn genau diese Flexibilität in der Kinderbetreuung sei Teil ihres Konzepts. Doch zum Glück habe das nun ein Ende. Seit Anfang dieser Woche ist auch die Outlaw-Kita am Buschlandweg wieder im Normalbetrieb.

Zum Neustart nach Corona durchschnitten die Mädchen und Jungen am Montag symbolisch ein Flatterband. Dann wurde Wiedersehen gefeiert. „Wir sind froh, dass wir ein kleines Stückchen Normalität zurückbekommen haben“, gibt Kita-Leiterin Sabrina Steveker zu. Und mit der Normalität gebe es auch wieder die angesprochene Flexibilität in der Betreuung.

Corona ist doof.

Ein Satz, den die Kinder der Outlaw-Kita gerade zu Anfang der Coronazeit oft benutzten.

In der Einrichtung gibt es drei altershomogene Gruppen: eine für Null- bis Zweijährige, eine für Zwei- bis Vierjährige und eine für Vier- bis Sechsjährige. Im Laufe ihrer Kindergartenzeit wechseln die Mädchen und Jungen mehrmals die Gruppe. „Deshalb ist für uns das gruppenübergreifende Arbeiten so wichtig“, betont Sabrina Steveker. In der Coronazeit war das nicht möglich. Jede Gruppe musste mit ihren Erziehern für sich bleiben. Sabrina Steveker erinnert sich an eine Situation, als es in der Gruppe der Schulkinder fast schon zu eng wurde und bei den Kleinsten nur einige wenige Kinder betreut werden mussten. Doch „mal eben“ in der anderen Gruppe aushelfen, das ging nicht. Auch für das Team sei es in der täglichen Arbeit mit den Kindern wichtig, gruppenübergreifendes Feedback zu bekommen, ergänzt Miriam Fontein.

Apropos: Etwas Gutes haben die Erzieher in der Outlaw-Kita auch aus der Krise mitgenommen: Sie seien als Team noch mehr zusammengewachsen, betont Miriam Fontein. Auch die Wertschätzung der Eltern sei „noch mehr“ in den Mittelpunkt gerückt, findet Sabrina Steveker.

Respekt vor Leistung der Eltern

Die beiden Leiterinnen der Outlaw-Kita ziehen ihrerseits aber auch symbolisch den Hut vor so mancher Mutter und manchem Vater, die oder der die Betreuung der Kinder trotz Fulltime-Job, aber ohne die Kita mit Unterstützung von Familie und Freunden irgendwie meisterten. „Man wird sehr kreativ“, weiß Miriam Fontein von vielen „sehr individuellen Lösungen“.

Die Mädchen und Jungen in der Outlaw-Kita scheinen sich indes an die neue Normalität gewöhnt zu haben. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen sind verinnerlicht. Anfangs sei oft der Satz „Corona ist doof“ gefallen, erzählt Sabrina Steveker. Und natürlich vermissten die Kinder in der dreimonatigen Corona-Pause die Kita und ihre Erzieher. Zudem bekamen sie sicherlich mit, dass ihr Eltern gestresst waren oder sich vielleicht Sorgen machten. Aber mittlerweile hätten sie sich mit der Situation abgefunden.

Verstärkung

Umso ausgelassener war am Montag die Freude bei den Kindern – und bei den Erziehern. Letztere bekommen ab dem 1. September (Dienstag) übrigens Verstärkung. Eine Alltagshelferin wird sie entlasten und sich 25 Stunden in der Woche um hauswirtschaftliche Tätigkeiten, aber auch um Hygienemaßnahmen wie das Desinfizieren von Spielzeug und Möbeln kümmern.

Die Kinder in der Outlaw-Kita durchschnitten am Montag symbolisch das Flatterband auf dem Gelände der Einrichtung am Buschlandweg.

Die Kinder in der Outlaw-Kita durchschnitten am Montag symbolisch das Flatterband auf dem Gelände der Einrichtung am Buschlandweg. Foto: Sabrina Steveker

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