Goldhochzeit im Hause Kopper
Königspaar gegen jeden Vorsatz

Ochtrup -

Dank der Corona-Pandemie mussten Birgit und Richard Kopper ihre Goldhochzeit verschieben. Statt im Juni soll jetzt gefeiert werden. Grund genug, einen Blick auf 50 Jahre Ehe zu werfen. Denn da gibt es einige Anekdoten zu erzählen...

Freitag, 04.09.2020, 07:14 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 14:40 Uhr
Birgit und Richard Kopper feiern ihre Goldhochzeit unter Corona-Bedingungen.
Birgit und Richard Kopper feiern ihre Goldhochzeit unter Corona-Bedingungen. Foto: Irmgard Tappe

Normalerweise hätten Birgit und Richard Kopper ihre Goldhochzeit am 20. Juni 2020 mit vielen Gästen im Saal „Zum Kapellenhof“ gefeiert. Verwandte, Nachbarn und Freunde sollten eingeladen werden. Doch den Eheleuten erging es wie vielen Braut- und Jubelpaaren in diesem Jahr: Das Coronavirus durchkreuzte all ihre Pläne. „Wir hatten die Karten bereits drucken lassen. Und mein Kleid hing im Schrank“, blickt Birgit Kopper einige Monate zurück.

Komplett auf ihre Jubiläumsfeier verzichten möchte das Ehepaar in diesem Jahr allerdings nicht. Jetzt wollen sie einen neuen Versuch starten. Klar, das Fest wird anders verlaufen als ursprünglich geplant. In der Dionysiuskirche, wo sie den Tag mit einem Dankgottesdienst beginnen, wird nur eine begrenzte Anzahl der Gäste anwesend sein. „Bei der anschließenden Feier im Kapellenhof sind es dann etliche Leute mehr. Aber es wird dort keinen Thekenbetrieb geben. Essen und Getränke werden an den Tischen serviert, und die Abstandsregeln werden bei der Tischordnung eingehalten“, beschreibt Richard Kopper den vorgesehenen Festablauf ohne Musik und Tanz.

Beim Tanzen sprang der Funke über

Also wird das Jubelpaar wohl auch auf den obligatorischen Ehrentanz verzichten. „Dabei haben wir uns beim Tanzen kennengelernt“, blicken sie auf das Karnevalsfest der KLJB Ochtrup im Jahre 1968 zurück.

Birgit, die damals noch Röttgers hieß, war 18 Jahre alt und in der Töpferstadt aufgewachsen. Der 19-jährige Richard kam aus Wettringen-Rothenberge. An diesem Abend forderte er Birgit mehrfach zum Tanzen auf, und dabei muss es wohl gefunkt haben zwischen den beiden.

Zwei Jahre später, am 19. März 1970, gaben Birgit und Richard sich das standesamtliche Jawort. Am 18. Juni 1970 wurden sie in der Lan­genhorster Pfarrkirche getraut. Nach der Geburt des ersten Kindes gab die gelernte Drogistin ihren Beruf auf. Sie kümmerte sich um Haushalt und Kinder, während ihr Mann seinem Job als Lokführer bei der Bundesbahn nachging. In den ersten Ehejahren wohnten die Koppers in Metelen, bis ihr Eigenheim in ihrer Wahlheimat Welbergen fertig war.

Schützenkönigin wider Willen

Welbergen war ihnen nicht fremd. Allein schon durch den Schützenverein, in dem Richard Mitglied war. Schmunzelnd erinnert sich das Ehepaar an das Schützenfest 1973. „Für uns stand fest, dass wir nicht daran teilnehmen. Denn drei Wochen zuvor war unser Ralf zur Welt gekommen“, erzählt Birgit Kopper. Anstatt zur Vogelstange fuhr Richard deshalb zu Schwager Willi, um ihm bei Renovierungsarbeiten zu helfen. Im Laufe des Morgens zog es die beiden Männer aber doch noch zur Vogelstange. „Hemd und Schützenhose hatte Willi für mich. Und von Oma bekam ich das nötige Taschengeld. Mein Portemonnaie hatte ich ja zu Hause gelassen“, berichtet Richard Kopper lachend. Dass er den Festplatz als Schützenkönig verlassen würde, habe er zu dem Zeitpunkt natürlich nicht geahnt. Und seine Frau erst recht nicht. Die wähnte ihn bei Schwager Willi in bester Obhut. Als man ihr die Nachricht überbrachte, dachte sie zunächst an einen Irrtum. Dennoch hat sie ihre Rolle als Schützenkönigin tapfer gemeistert. „Wir haben richtig schön gefeiert“, blickt sie zurück. Ihr Mann nickt zustimmend.

Reiseziel Ägypten

Die beiden haben viel zu erzählen aus 50 gemeinsamen Ehejahren. Unter anderem von ihren Urlaubsreisen mit dem Wohnmobil. „Früher sind wir bis Südfrankreich gefahren. Heute reicht uns die nähere Umgebung. Ägypten zum Beispiel. Da zieht es uns immer wieder hin“, erzählen sie lachend und erläutern, dass es sich bei „ihrem Ägypten“ um eine Bauerschaft in der Nähe von Hörstel handelt. Ein anderes gemeinsames Hobby ist das Backen. Torten sind eine besondere Spezialität des Paares. Sie backt den Tortenboden und er ist für die Füllung und das Garnieren zuständig. „Das macht er perfekt“, lobt Birgit Kopper ihren Gatten. Auch die Kinder, die mittlerweile nicht mehr daheim wohnen, greifen hin und wieder gern auf Mamas und Papas Backleidenschaft zurück.

Die Familie ist im Laufe der fünf Jahrzehnte kräftig gewachsen. Der Jubelbräutigam zeigt ein Gruppenfoto. Darauf ist das Goldpaar zu sehen mit seinen sechs Kindern, den Schwiegerkindern und 18 Enkeln.

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