Treffen zwischen THW Gronau und Feuerwehr Ochtrup
Brennen auf gemeinsame Aktionen

Ochtrup -

Die „roten“ und die „blauen“ Elektrogruppen des THW Gronau und der Feuerwehr Ochtrup haben sich getroffen. Das Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch standen auf dem Plan – Michael Dierselhuis und sein Kollege der Ochtruper Feuerwehr, Brandoberinspektor Michael Reinker, haben bereits weitere Pläne.

Freitag, 04.09.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 09:54 Uhr
Michael Dierselhuis (ganz links) begrüßte mit seiner „Fachgruppe
Michael Dierselhuis (ganz links) begrüßte mit seiner „Fachgruppe Foto: David Meyer/Ralf Kosse

Das Technische Hilfswerk (THW) in Gronau hat als Besonderheit die „Fachgruppe Elektroversorgung“, eine Spezialeinheit, die in kurzer Zeit in Einsätzen und Hilfeleistungen mit ihren Diesel-Aggregaten große Mengen Notstrom erzeugen kann. Deutschlandweit sind knapp 90 dieser Gruppen gleichmäßig verteilt. Bei größeren Stromausfällen, wie zum Beispiel seinerzeit beim Schneechaos 2005 oder nach Überschwemmungen kommt diese Fachgruppe zum Einsatz. Mit ihren Aggregaten können die Gronauer Mitglieder des THW zusammen über 350 000 Watt Strom erzeugen – genug für über 400 Haushalte oder ein kleines Krankenhaus.

Unwetter und Klimawandel

Parallel zum THW, eine Bundesorganisation, möchte auch das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Sicherheit der Stromversorgung erhöhen. Gerade die Unwetter der vergangenen Jahre, der Klimawandel, neue Bedrohungsszenarien und die immer wachsende Abhängigkeit von Technik haben zu neuen Plänen geführt. So wurde unter anderem der „Stromzug NRW“ erdacht und mit Hilfe der Feuerwehren des Landes aufgebaut. Dadurch hat kürzlich auch die Feuerwehr von Gronaus Nachbarstadt Ochtrup einen „Feuerwehr-Anhänger Notstrom“ bekommen. Diese Anhänger trägt neben einem 250 kVA-Notstromaggregat auch diverse Ausrüstung wie Starkstromkabel, Profi-Messgeräte und Beleuchtung.

Neuland für Mädels und Jungs der Feuerwehr

Für die Feuerwehr ein ungewöhnliches Gerät, steht das Aggregat dieser Dimension doch eher für lang andauernde Großeinsätze. Für die schnellen Mädels und Jungs der Feuerwehr ziemliches Neuland.Dies und die vielen Gemeinsamkeiten veranlassten den Gruppenführer der Gronauer THW-Elektroversorgung, Michael Dierselhuis, Kontakt zur benachbarten Feuerwehr aufzunehmen. In dieser Woche trafen sich die beiden „roten“ und „blauen“ Elektrogruppen beim THW in Gronau. Das Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch standen auf dem Plan – Dierselhuis und sein Kollege der Ochtruper Feuerwehr, Brandoberinspektor Michael Reinker , haben nämlich bereits Pläne.

Ochtruper Stromerzeuger

So sollen bei gemeinsamen Übungen der neue Ochtruper Stromerzeuger und sein Gronauer THW-Pendant gemeinsam ein Stromnetz aufbauen. Die Gronauer THW-Mitglieder haben bereits einige Erfahrung damit: bei Übungen mit anderen THW-Einheiten wurden zum Beispiel das Pumpwerk der Stadtwerke am Gronauer LAGA-Gelände komplett oder auch die Nordhorner Euregio-Klinik teilversorgt. Ähnliches schwebt auch Dierselhuis und Reinker vor: Sei der gemeinsame Betrieb der Aggregate erfolgreich, könnten in Zukunft auch gemeinsam Krankenhäuser und Versorgungseinrichtungen betrieben werden. Nach dem ersten Kennenlernen steht dem nun nichts mehr im Wege – beide Organisationen „brennen“ auf gemeinsame Aktionen. Im Team übt es sich gleich noch mal so gut, auch wenn die Fahrzeuge verschiedene Farben tragen.

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