Christa Lenderich (parteilos)
Im kulturellen Bereich mehr machen

Ochtrup -

Der siebte Themenblock des WN-Forums zur Bürgermeisterwahl dreht sich um die Themen Freizeit und Tourismus. Hier die Antworten von Christa Lenderich (parteilos).

Samstag, 05.09.2020, 08:10 Uhr
Christa Lenderich (parteilos): Im kulturellen Bereich mehr machen
Foto: Anne Spill

Im siebten Themenblock des WN-Forums zur Bürgermeisterwahl geht es um Freizeit und Tourismus in Ochtrup. Mit Christa Lenderich (parteilos) sprach Redakteurin Anne Spill . Hier ein Auszug:

Die Töpferstadt zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. Wie möchten Sie das fördern?

Ehrenamt fördern ist sehr wichtig, denn letztendlich leben wir in Ochtrup vom Ehrenamt. Viele Menschen engagieren sich hier. Deswegen ist es für mich sehr wichtig, Vereine und Ehrenamt zu unterstützen. Ich finde, wir sollten hier auch mal ein Angebot vom Land nutzen, zum Beispiel für die Verleihung eines Ehrenamtspreises. Das ist etwas, was ich mir absolut auf die Fahnen geschrieben habe. Wenn von 396 Kommunen im Land 244 schon dieses Angebot nutzen, dann finde ich, ist es an der Zeit, dass auch Ochtrup so etwas macht und einen Heimat- oder Ehrenamtspreis vergibt – und dadurch etwas symbolisiert: Ehrenamt ist uns wichtig, mir liegt Ehrenamt am Herzen. Deswegen möchte ich es da stärken und unterstützen, wo es geht. Und letztendlich liegt es natürlich auch an jedem Einzelnen, Ochtruper noch dazu zu begeistern, sich ehrenamtlich zu engagieren. Wir haben ja gerade über Wohnen gesprochen. Auch das wäre etwas für mich, wo ich sagen würde: Wenn jemand hier nach Ochtrup kommt, hier ein Grundstück sucht, und er engagiert sich ehrenamtlich – ob in der Feuerwehr , ob im DRK, ob im Heimatverein, ob im Schützenverein – dann ist das doch ein Plus. Das sollte man fördern und nutzen und sagen: Jawohl, da soll es hingehen.

Die Feuerwehr genießt freien Eintritt ins Bergfreibad. Könnten Sie sich das auch für andere Ehrenamtler vorstellen?

Ja, das war eine Diskussion im Rat. Wobei man sagen muss: Warum die Feuerwehr? Ich finde, unsere Feuerwehrleute – und welche Ehrenamtsgruppe macht das noch? – setzen ihr Leben für andere ein. Deswegen hat man gesagt, die sollen durch Schwimmen ihre körperliche Fitheit behalten. Ich finde, das ist ein Prozess, den man gerne mal besprechen kann. Aber es muss auch Grenzen geben. Denn unser Schwimmbad ist ein Betrieb, den man nie kostendeckend fahren kann, der wird immer einen Zuschuss brauchen. Aber das ist ja auch gewollt, denn letztendlich ist es ja auch eine wunderbare Freizeiteinrichtung. Trotzdem muss man da vorsichtig sein, wo man Anfang und Ende schaffen will. Man sollte genauestens überlegen und Kriterien schaffen, wo es geht und wo nicht.

Christa Lenderich - Themenblock: Freizeit und Tourismus

Bis vor einiger Zeit gab es eine Stelle für die Koordination der Ehrenamtsarbeit bei der Stadt. Halten Sie eine solche Anlaufstelle (nicht) für sinnvoll?

Warum nicht. Ich glaube auch, dass man die Diskussion in diesem Bereich wieder anfangen könnte. Das ist sicher etwas, was dazu beiträgt, das Ehrenamt zu stärken oder Leute für das Ehrenamt zu gewinnen.

Wie sieht die Zukunft der Ochtruper Sportstätten aus?

Schulsport sollte möglichst an den Schulen stattfinden. Jetzt haben wir natürlich auch einen regen Vereinssport. Die Fußballvereine zum Beispiel haben selbst sehr schöne Anlagen geschaffen. Ich finde, die sollten sie auch behalten. Nichtsdestotrotz gibt es auch den Wunsch nach Kunstrasenplätzen. Da bietet sich in Kooperation mit einem privaten Investor die Möglichkeit, dass man da was schaffen kann. Und dann sollten die Sportstätten, die städtische gefördert werden, auch für alle Sportvereine offen sein. Das Angebot gilt für alle.

Wie können kulturelle Angebote in der Stadt gefördert werden?

Wir haben ein sehr schönes kulturelles Angebot, zum Beispiel die Woche der Brüderlichkeit, die Kulturtage, die Seebühnenkonzerte oder auch unsere Musikkapellen, die regelmäßig ein Angebot schaffen oder auch im Theaterbereich. Da könnte man noch schauen, ob es nicht möglich ist, im kulturellen Bereich noch mehr zu machen. Es gibt immer den Wunsch nach einem Kino. Es wäre auch eine Möglichkeit, wenn man ein neues Rathaus hat, das man dort auch mal eine Kinoveranstaltung durchführt oder auch Ausstellungen, Konzerte und so weiter. Das Kulturangebot ist gut, aber da gibt es sicherlich noch Möglichkeiten, das zu verbessern. Ich hoffe da auf den Stadtmarketingprozess, das da der eine oder andere Synergieeffekt möglich ist.

Welche Freizeitangebote vermissen Sie und wie könnte man genau diese schaffen?

Vielleicht ein bisschen mehr Theater. Das könnte man fördern. Unsere katholische Landjugend macht ja immer ihr plattdeutsches Theaterstück. Jede Vorstellung ist nahezu ausverkauft. Es gibt ja in Wettringen das Fabriktheater. Und vielleicht gibt es ja in Ochtrup auch Menschen, die so etwas machen möchten. Warum nicht? Wenn es da gute Idee gibt, vielleicht könnte man die gemeinsam anstoßen.

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