Zwei Erstwählerinnen haben sich viele Gedanken gemacht
Gut informiert zur Wahlurne

Ochtrup -

Zum ersten Mal dürfen Linn Reinker und Nina Kockmann wählen. Bei der Kommunalwahl am Sonntag (13. September) werden sie die Wahl des Bürgermeisters und des Stadtrates mitbestimmen. Dafür haben sie sich umfassend mit den Wahlprogrammen auseinandergesetzt.

Dienstag, 08.09.2020, 23:28 Uhr
Linn Reinker (l.) und Nina Kockmann halten ihre allerersten Wahlbenachrichtigungen in den Händen.
Linn Reinker (l.) und Nina Kockmann halten ihre allerersten Wahlbenachrichtigungen in den Händen. Foto: Rieke Tombült

Alle Bürger in Nordrhein-Westfalen dürfen am Sonntag (13. September) bei der Kommunalwahl ihrem Wunschkandidaten zum neuen Bürgermeister oder auch zur neuen Bürgermeisterin ihre Stimme geben. Auch die lokalen Parlamente, wie Stadt- oder Gemeinderat sowie die Kreisparlamente werden neu besetzt.

Wahlprogramme

Diese Aufgabe ist vor allem für Erstwähler eine ganz besondere, denn sie dürfen eher als bei anderen Wahlen zum ersten Mal politisch mitwirken. Die 18-jährige Linn Reinker und die 17-jährige Nina Kockmann sind sich der Verantwortung bewusst. Die Freundinnen teilen die Meinung, dass man seine Kreuze wohlbedacht setzen sollte. „Wir haben einiges an Wahlprogrammen zugeschickt bekommen, womit ich mich auseinandergesetzt habe. Allgemein weiß ich auch für mich, welche Parteien meine Interessen vertreten“, beschreibt Nina Kockmann ihre Vorbereitung.

Linn Reinker stimmt der 17-Jährigen zu und ergänzt die Liste der vielen Möglichkeiten: „Ich habe mich schon auf den Internetseiten informiert und habe mir die Podiumsdiskussion angesehen.“ Zudem habe ein Sozialwissenschaftskurs am Gymnasium Ochtrup explizit zur Kommunalwahl Präsentationen vorbereitet, die den vielen Erstwählern bei der Entscheidungsfindung helfen sollen.

„Viel Papierkram“

Nina Kockmann und Linn Reinker fühlen sich in Bezug auf die Wahlbezirks- und Bürgermeisterkandidaten daher ausreichend informiert. Wie genau die Aufgaben lauten, die die Gewählten dann auszuführen haben, das wissen die Freundinnen jedoch nicht so recht. „Viel Papierkram“, lautet eine Vermutung von Nina Kockmann, „und Öffentlichkeitsarbeit“, mutmaßt Linn Reinker.

Die Verwaltung zu leiten und Ochtrup in der Öffentlichkeit zu vertreten, ist wohl das, was den meisten als erstes in den Sinn kommt. Genau das fasst die allgemeine Funktion zusammen. Der Erste Bürger in einer Stadt ist Vorsitzender im Rat sowie Chef der Verwaltung, worunter Leitung und Beaufsichtigung der Geschäfte und der gesamten Verwaltung fallen, wie es auf der Internetseite der Stadt Ochtrup heißt.

Das bedeutet auch, dass der Bürgermeister für seine Angestellten aus den einzelnen Fachbereichen der Verwaltung sowie für den Ratsmitglieder und dessen Ausschüsse verantwortlich ist. Der Alltag des Ersten Bürgers besteht keineswegs daraus, sich während des ganzen Arbeitstages im Büro zu verschanzen, sondern erfordert Kommunikation mit den Mitarbeitern. Die genaue Hierarchie der Kommunalebene ist in der Süddeutschen Ratsverfassung aus dem 19. Jahrhundert festgeschrieben.

Wahlkreis

Die Bürger erhalten im Fall einer Wahl – wie am Sonntag in ganz NRW – zwei Stimmen für ihre Kommune und zwei für ihren Kreis. Die eine bestimmt direkt den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin. Die andere Stimme entscheidet über den Ratskandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis. Der Gemeinderat teilt sich nach der Süddeutschen Ratsverfassung in einzelne Ausschüsse auf, um die Masse an politischen Entscheidungen besser handhaben zu können. Zudem hat der Rat die Aufgabe, den Bürgermeister zu kontrollieren. Das Kommunaloberhaupt leitet auf der anderen Seite den Rat und die Verwaltung. Letztgenannte weist ebenfalls eine hierarische Struktur auf, damit alle Aufgaben bestmöglich von Fachpersonal erledigt werden können.

Direkt unter dem Bürgermeister kommt in Ochtrup das Amt der oder des Ersten Beigeordneten, wie auf der Internetseite der Töpferstadt zu lesen ist. Danach folgt der erste Fachbereich Zentrale Verwaltung und Organisation, der zweite Fachbereich Ordnung, Schule und Soziales und als dritter Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt. Zudem gibt es die Wirtschaftsförderung, Gleichstellung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Bürgermeister und seine Stellvertreter mögen vielleicht einzeln bei Veranstaltungen als Repräsentanten aufkreuzen – dahinter stehen allerdings viele Mitarbeiter aus Rat und Verwaltung, die die Kommunalpolitik möglich machen.

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