Fahren ohne Führerschein
Angeklagter gesteht und bereut seine Tat

Ochtrup -

Nur ein umfassendes Geständnis und seine stabilen Familienverhältnisse schützen den Angeklagten vor einer Haftstrafe. Er war in seiner Bewährungszeit ohne Führerschein gefahren. Nun hat das Gericht ihn zu einer Geldstrafe verurteilt.

Freitag, 11.09.2020, 06:52 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 06:57 Uhr
Fahren ohne Führerschein: Angeklagter gesteht und bereut seine Tat
Vor Gericht musste sich nun ein 29-jähriger Ochtruper verantworten. Foto: dpa

Ein allerletztes Mal eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verhängte am Mittwoch die Vorsitzende Richterin beim Amtsgericht Steinfurt. Ein 29 Jahre alter Ochtruper war angeklagt, vorsätzlich ein Kraftfahrzeug geführt zu haben, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein.

Im November des vergangenen Jahres soll er auf der Autobahn 1 zwischen Coesfeld und Münster mit einem Pkw der Marke Golf unterwegs gewesen sein, obwohl er genau wusste, dass sein Führerschein bereits wegen eines anderen Verkehrsdeliktes eingezogen war, hieß es in der Anklageschrift.

Wie es zu der Autofahrt kam

Der Angeklagte räumte die erhobenen Vorwürfe ohne Einschränkungen ein und schilderte in seiner Einlassung das Geschehen an diesem Novembertag. Er war mit seiner Ehefrau und einem befreundeten Paar mit dem Auto auf dem Weg nach Hamburg. Dabei saß der Freund am Steuer. Einige Tage zuvor hatte der Angeklagte das Fahrzeug für seinen Kumpel noch gewartet und kleinere Reparaturen vorgenommen. Auf der Fahrt auf der Autobahn habe der Freund festgestellt, dass das Auto sehr unsicher zu fahren sei und er sich nicht in der Lage sehe, weiterzufahren. Daher habe dieser den Wagen auf dem Standstreifen abgestellt. Weil dem Angeklagten diese Stelle als viel zu gefährlich erschien, habe er sich ans Steuer gesetzt und sei etwa fünf Kilometer bis zum nächsten Rastplatz gefahren.

Späte Einsicht

Dort habe er das Auto untersucht und festgestellt, dass die Radlager beschädigt und völlig lose angebracht waren. „Das soll aber keine Entschuldigung für mein falsches Verhalten sein“, gestand der Angeklagte in seiner Einlassung. „Heute würde ich in einer ähnlichen Situation einen Abschleppdienst rufen und mich hinter der Leitplanke aufhalten“, so die späte Einsicht in der Gerichtsverhandlung.

In ihrem Urteil folgte die Richterin weitgehend dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten, die sie noch ein letztes Mal für drei Jahre zur Bewährung aussetzte.

Familienverhältnisse berücksichtigt

Dabei berücksichtigte die Richterin die stabilen Familienverhältnisse mit seiner Ehefrau und zwei kleinen Kindern und die sichere Arbeitsstelle des Familienvaters. Auch, dass er die Straftat umfassend und vollständig eingeräumt hatte, wirkte sich positiv auf die Urteilsfindung aus. Nachteilig waren allerdings viele einschlägige Eintragungen im Bundeszentralregister und dass er zur Zeit der Straftat noch unter Bewährung stand. Zusätzlich verurteilte sie den Angeklagten zu einer Geldauflage von 3000 Euro, die in 30 Monatsraten an die Landeskasse zu zahlen sind. Außerdem darf ihm in den kommenden 18 Monaten kein Führerschein ausgehändigt werden.

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