Investor Thomas Dankbar bezieht Stellung
„Keine brutale                          Rendite-Architektur“

Ochtrup -

Den Vorwurf einer Bürgerinitiative, dass in Ochtrup geschützte Denkmäler von „brutaler Rendite-Architektur regelrecht bedroht“ würden, möchte sich Thomas Dankbar nicht gefallen lassen. Der Investor bezieht nun Stellung.

Samstag, 19.09.2020, 06:15 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 14:26 Uhr
Am Dränkekreisel entstehen unter Einbezug des Alten Amtshauses (links) insgesamt 20 neue Wohnungen.
Am Dränkekreisel entstehen unter Einbezug des Alten Amtshauses (links) insgesamt 20 neue Wohnungen. Foto: Anne Spill

Als Thomas Dankbar am Donnerstag von dem Anliegen einer neuen Bürgerinitiative in der Zeitung las, ärgerte er sich. Die über den Heimatverein und die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) organisierte Gruppe kritisierte in einer Pressemitteilung, dass das historische Erbe der Stadt bei vielen Bauvorhaben in der Vergangenheit nicht berücksichtigt worden sei. „Das hat mich persönlich sehr getroffen“, sagt der Ochtruper Investor, der für mehrere Projekte verantwortlich zeichnet, am Tag darauf im WN-Gespräch.

Besonders den Vorwurf, dass geschützte Denkmäler von „brutaler Rendite-Architektur regelrecht bedroht“ würden, möchte sich Thomas Dankbar nicht gefallen lassen. Es gehe ihm keineswegs darum, mit seinen Projekten ohne jede Rücksicht möglichst viel Geld zu machen, sagt er: „Nachhaltiges, zukunftsgerichtetes Bauen und eine hohe Wohnqualität sind mir wichtig“, macht der Investor deutlich – und führt gleich mehrere Beispiele an.

Stichwort Wohnkomplex an der Fürstenberg-, Horst- und Töpferstraße: Dort entstehen zurzeit unter Beteiligung weiterer Investoren 55 barrierefreie Wohnungen in einer Größe von 65 bis 185 Quadratmetern. Man habe dabei viel Wert auf Luft, Licht und Grün gelegt, schildert Thomas Dankbar bei einem Ortstermin mit Architekt Dieter Denne . „Das haben wir nicht maximal verdichtet.“ Ein über 1000 Quadratmeter großer Innenhof, begrünte Dächer, tiefe Balkone, hohe Decken, ein öffentlicher Gehweg auf privatem Grund, ein Energiestandard von KfW 40 plus, große Kellerräume, eine Tiefgarage mit besonders breiten Stellplätzen – alles Dinge, die den Investor, der die Apartments größtenteils zu einem Preis von 8,50 Euro pro Quadratmeter kalt vermietet, mehr kosten. „Das ist nichts Seelenloses, nichts Unüberlegtes“, macht Thomas Dankbar klar.

Blick von einer Penthousewohnung an der Fürstenbergstraße in Richtung des Innenhofs.

Blick von einer Penthousewohnung an der Fürstenbergstraße in Richtung des Innenhofs. Foto: Anne Spill

Auch am Dränkekreisel, wo unter Einbezug des Alten Amtshauses 20 Wohnungen entstehen sollen, habe man sich intensiv Gedanken über die Gestaltung gemacht. „Wir haben eine Architektur gewählt, die sich an den Bestand anpasst“, erläutert Dieter Denne. Das Bewusstsein für das historische Erbe sei – entgegen der Ansicht der Bürgerinitiative – durchaus vorhanden.

So soll das denkmalgeschützte Alte Amtshaus nicht nur seinen ursprünglichen Eingang mit repräsentativem Balkon und Stufenanlage zurückbekommen. Auch die Farbwahl orientiere sich am Original – eine Analyse der tieferen Schichten mache es möglich. Der Neubau nebenan sei von der Höhe her auf das Amtshaus abgestimmt und verfüge über korrespondierende Stilelemente. Vorgesehen seien etwa farblich passende Einfassungen, Sprossenfenster und ein Treppenhaus mit verziertem Glas. „Die Maßnahme ist mit drei Abteilungen des LWL, unter anderem der Denkmalpflege, abgestimmt“, sagt Thomas Dankbar.

Geärgert hat sich der Investor nach eigenen Angaben auch über die Aussage der Bürgerinitiative zur Gestaltung des Outlet-Centers. „Wir haben damals freiwillig und auf eigenes Risiko zehn Millionen Euro mehr in die Hand genommen, um die Fassade so zu gestalten“, erläutert Thomas Dankbar. Ursprünglich sei eine Klinker-Glas-Variante geplant gewesen, dann aber habe man sich doch für den „Village-Stil“ entschieden.

Was Dankbar ebenfalls wurmt: Die Kritiker hätten niemals den Versuch unternommen, mit ihm zu sprechen. Zu einem Meinungsaustausch, versichert der Investor, sei er aber durchaus bereit.

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