Wetterballon-Projekt am Gymnasium
Abheben mit 3600 Litern Helium

Sonntag, 04.10.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 12:37 Uhr
Kräftig anpacken mussten die Neuntklässler des Differenzierungskurses Chemie-Physik mit Lehrerin Claudia Karst (l.), als sie ihren Wetterballon starteten.
Kräftig anpacken mussten die Neuntklässler des Differenzierungskurses Chemie-Physik mit Lehrerin Claudia Karst (l.), als sie ihren Wetterballon starteten. Foto: Rieke Tombült

Seit März haben die Jugendlichen die Sonde für den Ballon geplant und umgesetzt. Den Ballon ließen sie bis zum großen Tag unberührt und luftdicht verpackt. Erst zum Finale wurde er vor den Augen vieler Schüler, Lehrer und Eltern mit insgesamt 3600 Litern Helium gefüllt. Damit das Monstrum aus Latex und Kautschuk nicht schon während dieser Prozedur gen Himmel abhob, hatten die Neuntklässler ein buntes Tuch darüber gespannt.

Route berechnen

Dass der Ballon mit seiner angehängten Sonde an diesem Tag so problemlos in den Himmel aufsteigen würde, war nicht von Anfang an klar gewesen. Einige Vorkehrungen waren im Vorfeld zu treffen. „Wir mussten jeden Tag in der vergangenen Woche die Route berechnen“, resümierte die Lehrerin des Kurses, Claudia Karst . Durch die jeweils gegebenen Wettervorhersagen hatte sich die Route nahezu täglich geändert. Während der Ballon in der vergangenen Woche noch bei Cloppenburg landen sollte, könnte es nach gestrigen Informationen Meppen werden. Wenn er die nötige Höhe erreicht, wird er durch den Luftdruck der Stratosphäre platzen und wieder zur Erde sinken. Vorab soll eine Go-Pro-Kamera allerdings noch einige Experimente aufzeichnen.

Luftdruck messen

Ein Schaumkuss soll ebenfalls den Luftdruck anzeigen, dieser geht bei niedrigen Werten auseinandergeht. Zudem kümmern sich Glycerin-, Rapsöl- und Salzwasserproben um den Temperaturnachweis. Befestigtes Ozonpapier soll in 37 000 Metern Höhe seine Farbe von Weiß zu Braun verändern und eine Probe Tonic Water nach Erwartung fluoreszieren und somit einen Beweis für UV-Licht liefern. Außerdem meldeten die Schüler ihr Vorhaben vorab bei der Bezirksregierung Münster an.

Während der Ballon sich bereits seinen Weg bahnte, wirkten Claudia Karst und ihre Schüler sichtlich erleichtert. „Jetzt räumen wir alles noch ein wenig auf und fahren dann dem Ballon hinterher“, atmete die Chemie-Lehrerin auf und schaute bestimmt nicht das letzte Mal für diesen Tag an den Himmel.

 

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