Bäuerin Roswitha Schürmann freut sich am Wochenende auf Selbstpflücker
Ein ausgesprochen gutes Apfeljahr

Ochtrup -

Es gibt sie, Menschen, die jahrelang keinen Apfel mehr gegessen haben, haben, weil der bei ihnen Allergien auslöst. Aussichtslos? Nein. Nicht unbedingt. Es kommt auf die Sorte an, weiß Roswitha Schürmann.

Freitag, 09.10.2020, 07:43 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 16:06 Uhr
Prachtvoll gefüllt mit wunderschönen Früchten waren und sind noch zum Teil die Apfelbäume. Wer einmal kosten will, der darf. Roswitha Schürmann (kleines Bild) schneidet gerne ein Stückchen Apfel ab.
Prachtvoll gefüllt mit wunderschönen Früchten waren und sind noch zum Teil die Apfelbäume. Wer einmal kosten will, der darf. Roswitha Schürmann (kleines Bild) schneidet gerne ein Stückchen Apfel ab. Foto: Irmgard Tappe

Eine kleine Kostprobe gefällig? In der rechten Hand ein Schälmesser, in der linken einen knackigen Apfel: So trifft man Roswitha Schürmann momentan oft auf ihrem Apfelhof an. Mit geübtem Griff schneidet sie ein Stückchen Apfel aus der Frucht und reicht es der Besucherin des Apfelhofs. Zuerst probieren und sich danach für eine Apfelsorte entscheiden – das ist ihr Credo.

Knackig, süß und saftig – so mögen es die meisten Leute. Einige bevorzugen auch die säuerliche Variante. Auf der Apfelplantage am Welbergener Damm ist gewiss für jeden Geschmack etwas dabei. 2300 Obstbäume stehen dort, die Besucher haben die Wahl zwischen 20 verschiedenen Apfel- und zwei Birnensorten. Darunter sind auch Klassiker wie Gravensteiner, Holsteiner Cox und Boskop. Bei Allergikern sei indes der Santana sehr beliebt. „Das ist eine allergiearme Sorte. Wir haben Kunden, die jahrelang keinen Apfel essen konnten, weil sie allergische Reaktionen zeigten. Den Santana aber vertragen sie“, erzählt die Apfelbäuerin, die während der Erntezeit laut Schrittzähler täglich durchschnittlich 16 000 Schritte auf ihrer Plantage zurücklegt.

Der Santana ist verträglich

In diesen Tagen hat der Herbst Einzug gehalten auf dem Apfelhof. Die meisten Früchte sind abgeerntet. „Die Saison beginnt Anfang August, wenn der Sommernachtstraum reif ist. Im September ist dann die Haupterntezeit“, berichtet Roswitha Schürmann, während sie ihre Besucherin durch die Plantage führt. Einige Bäume hängen auch jetzt noch voll mit reifen Früchten. Darunter die Sorten Pinova, Braeburn und Sapora. „Die müssen in den nächsten Tagen unbedingt gepflückt werden“, stellt die Welbergenerin mit Kenner-Miene fest.

Während der Haupterntezeit packen alle Familienmitglieder mit an: Äpfel pflücken, vorsichtig in Kisten betten und im Kühlhaus lagern. Die Äpfel werden dann im Hofladen verkauft. Aber nur die makellosen Früchte. Äpfel zweiter Wahl sowie Fallobst kommen in die hauseigene Mostpresse und werden zu Apfelsaft verarbeitet. Naturtrüb und ohne Konservierungsstoffe.

20 Liter pro Woche wären ideal

Anders als im vergangenen Jahr sei 2020 ein ausgesprochen gutes Apfeljahr gewesen, ist die Apfelbäuerin mit dem diesjährigen Ertrag der Plantage bestens zufrieden. Klar, es hätte mehr regnen dürfen. „20 Liter pro Woche und die übrige Zeit viel Sonnenschein, das wäre das ideale Apfelwetter“, meint Roswitha Schürmann lachend. Aber was die Wolken an Wasser nicht hergeben, das übernimmt eine Beregnungsanlage. „Die haben wir uns im vergangenen Sommer angeschafft“, erzählt Schürmann. Vorher seien sie mit einem Wasserfass und Traktor durch die Reihen gefahren und hätten die Obstbäume bewässert, beschreibt sie das mühsame und zeitintensive Bewässerungsverfahren der Vergangenheit.

Durch die Coronapandemie hatte der Apfelhof keine Einbußen. Im Gegenteil. Man habe von den vielen Radfahrern profitiert, die in diesem Sommer unterwegs waren und gern einen Abstecher zur Apfelplantage machten.

Seit neun Jahren am Ball

Seit neun Jahren betreibt Roswitha Schürmann ihren Apfelhof. Ihr Mann Christof und die Kinder unterstützen sie dabei. Mit dem Apfelanbau betrat die Welbergenerin Neuland. Durch Fortbildungsseminare hat sie sich mit der Materie vertraut gemacht. Inzwischen sind eine Menge Erfahrungswerte hinzu gekommen. Zum Beispiel, welche Apfelsorten ihre Kunden bevorzugen. Rubinette und Gala etwa seien sehr beliebt. „Besonders süß und geschmackvoll ist auch der Welland. Äußerlich ähnelt er dem Boskop, schmeckt aber ganz anders“, bemerkt die Apfelbäuerin und zückt erneut ihr Schälmesser, um eine Kostprobe anzubieten. Sie versorgt die Besucher des Apfelhofes aber auch mit Tipps rund um den Apfel. Etwa wie man ihn lagern sollte, damit er lange knackig bleibt. „Kühl lagern ist wichtig“, sagt sie, „am besten bei Temperaturen unter zehn Grad. Da eignet sich der Kühlschrank besser als im Keller.“

  • An diesem Wochenende (Freitag und Samstag, 9. und 10. Oktober) öffnet der Apfelhof ein letztes Mal für Selbstpflücker. Der Hofladen hat bis einschließlich Dezember geöffnet. Öffnungszeiten: montags bis samstags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; mittwochmorgens ist geschlossen.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7623220?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker