Örtliche Apotheken reagieren auf steigende Coronazahlen
Fenster wird zum Arzneischalter

Ochtrup -

Alle Ochtruper Apotheken haben Anstrengungen unternommen, um die Hygiene- und Abstandsregelungen genau einzuhalten. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und bieten für Menschen mit Corona-Symptomen, an die Medikamente von außen zu erhalten.

Donnerstag, 15.10.2020, 06:00 Uhr
Die Stüwwenkopp-Apotheke ermöglicht ihren Kunden, die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-, Grippevirus oder einer anderen Virenerkrankung haben, ihre Rezepte durch einen Fensterrahmen einzutauschen gegen das Medikament
Die Stüwwenkopp-Apotheke ermöglicht ihren Kunden, die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-, Grippevirus oder einer anderen Virenerkrankung haben, ihre Rezepte durch einen Fensterrahmen einzutauschen gegen das Medikament Foto: Martina Erfkämper/lem

Seit etwa einer Woche steigen die Corona-Neuinfektionen in Deutschland sprunghaft auf mittlerweile über 5000 Fälle pro Tag an. Die Töpferstadt steht mit ihren aktuell 14 infizierten Einwohnern an vierter Stelle im Kreis Steinfurt. Nur in Rheine, Emsdetten und Greven sind es mehr. Die Angst in der Bevölkerung vor einer Infektion mit Covid-19 wächst. Vor allem bei denjenigen, die aufgrund einer Krankheit – sei es eine akute oder chronische – eine Apotheke aufsuchen müssen und beispielsweise ein Rezept gegen ein Medikament eintauschen wollen.

Alle Ochtruper Apotheken haben Anstrengungen unternommen, um die Hygiene- und Abstandsregelungen genau einzuhalten. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter. Die Marien-Apotheke belässt es bei ihren Corona-Vorsorgemaßnahmen, kann aber im Einzelfall und auf Wunsch flexibel auf ihre Kunden reagieren.

Die Stüwwenkopp- und Markt-Apotheke haben jeweils einen Weg gefunden, um verängstigten oder auch erkälteten Frauen und Männer zu helfen. „Wir haben kurzerhand eines unserer Fenster zu einem Außenschalter umfunktioniert“, schildert die leitende Apothekerin Lisa Wenninghoff . Gedacht ist der nicht nur diejenigen, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Skrupel haben, ihr Medikament direkt in der Apotheke in Empfang zu nehmen, sondern auch für die Menschen, die die meinen, Corona-Symptome entdeckt zu haben.

Durch diese behelfsmäßige Alternative können die Kunden ihre Wünsche an das Apothekenpersonal herantragen – dadurch wird der Sicherheitsabstand gewährleistet und auf möglichst viel Kundenkontakt verzichtet. „Darüber hinaus haben wir einen UV-Luftreiniger in unseren Räumen aufgestellt, der Bakterien und Viren abtöteten soll“, erläutert Lisa Wenninghoff. Derartige Luftreiniger machten sich die künstlich erzeugte UV-Strahlung zunutze. Über ein elektrisches Gebläse werde Raumluft an der UV-Quelle des Luftreinigers vorbeigeleitet. Bereits ein kurzer Moment im Bereich des UV-Lichts reiche aus, um Bakterien und Viren abzutöten.

Die Markt-Apotheke nebenan nutzt nun ihren Notdienstschalter als alternative Theke. Normalerweise wird den Kunden diese Möglichkeit nur zu bestimmten Zeiten eingeräumt. „Aber wir haben uns überlegt, dass diese Lösung am besten für die Kunden mit Corona-Symptomen ist“, meint Lara Post, Inhaberin der Markt-Apotheke.

Wer sein Medikament über den Notdienstschalter erhalten will, schmeißt das Rezept durch den Schlitz, drückt den Klingelknopf und kann dann mit einem Mitarbeiter per Sprechanlage kommunizieren. Wenn die benötigte Arznei im Depot ist, wird die Notdienstklappe geöffnet, das Medikament darauf deponiert und der Kunde kann es mitnehmen.

Christoph Stücker, Inhaber der Marien-Apotheke, bedient Kunden, die Angst vor einer Infektion haben oder meinen, Covid-19 Symptome bei sich erkannt zu haben, auf deren Wunsch hin sogar vor der Apotheke. Er versorg sie so mit den benötigten Arzneien. Christoph Stücker: „Dieses Angebot wird ab und an auch gerne angenommen.“

 

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