Treffen der Bürgerinitiative Altstadt
Die Gestaltungsmöglichkeiten nutzen

OchtrupDie Projekte wurden Ende 2018 von den politischen Gremien in Ochtrup abgesegnet. Die Bürgerinitiative will in derartigen Fällen künftig mehr Öffentlichkeit herstellen, damit das Bau- und Denkmalerbe größeres Gewicht erhält. Dazu plant sie Veranstaltungen: Vorträge, Begehungen und Stadtspaziergänge sollten es allen Interessierten ermöglichen, sich die historischen Schätze bewusst zu machen. Außerdem will die BI eine Erhaltungssatzung beantragen und dazu Kontakt zu den Parteien aufnehmen, damit der historische Bestand in die Stadtentwicklung einbezogen wird. „Die Stadt kann und soll ihre Gestaltungsmöglichkeiten nutzen“, so Elling-Ruhwinkel. Im Bezug auf Neubauten geschehe dies bereits seit 2019 mit einer Gestaltungssatzung. -

Zu einem ersten öffentlichen Treffen hatten die Bürgerinitiative (BI) Altstadt und der Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) jetzt eingeladen. Im Mittelpunkt standen die Stadtentwicklung und das historische Erbe Ochtrups.

Freitag, 16.10.2020, 05:33 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 18:39 Uhr
Rund um das ehemalige Amtshaus an der Bültstraße sollen weitere Wohnkomplexe entstehen, die das Baudenkmal nach Überzeugung der Bürgerinitiative überragen und verdecken.
Rund um das ehemalige Amtshaus an der Bültstraße sollen weitere Wohnkomplexe entstehen, die das Baudenkmal nach Überzeugung der Bürgerinitiative überragen und verdecken. Foto: Elisabeth Elling-Ruhwinkel

Gut 20 Ochtruper sind kürzlich der Einladung der Bürgerinitiative (BI) Altstadt und der Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) zu einem ersten öffentlichen Treffen im Saal Bücker gefolgt. In sachlicher und informativer Atmosphäre sei es um die Stadtentwicklung und das historische Erbe gegangen, heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter. Auch ein Investor suchte bei dieser Gelegenheit den Austausch: Jochen Brackmann stellte seine Pläne für das Areal nördlich der Laurenzstraße vor.

Norbert Bierbaum-Hillejan von der Immobilien-Standortgemeinschaft betonte für die ISG: „Wir sind nicht gegen Investoren, ganz im Gegenteil, die ISG ist schließlich eine Immobiliengesellschaft.“ Es gebe viele positive Beispiele, bei denen Investoren und Privatleute Sensibilität für den Bestand und die Umgebung bewiesen hätten: die Häuser Bergstraße Nummer 19 und 15, die ehemalige Post, das Dränkehus, das Jugendstilgebäude am Kirchplatz. Und der Beltmanbau, den der Investor 2008 noch habe abreißen wollen, sei heute repräsentatives Schmuckstück für die ganze Stadt.

„Investoren agieren im öffentlichen Raum, den sie prägen und verändern, und deshalb ist die Stadtentwicklung ein Anlieger aller Bürgerinnen und Bürger“, wird Elisabeth Elling-Ruhwinkel im Pressetext zitiert. Deshalb zählten nicht allein Renditeziele: Ein Gebäude müsse sich der Umgebung anpassen, die Identität der Stadt bewahren und dazu beitragen, dass sich Menschen wohl und sicher fühlten.

Die Teilnehmer zählten viele Stellen auf, an denen ihrer Meinung nach die gewachsenen Strukturen und das historische Erbe beeinträchtigt oder beschädigt seien. Das Spektrum reichte vom schlechten Zustand der Anlagen am Stüwwenkopp über den neuen Wohnkomplex am Töpfereimuseum bis zur „maßvollen Nachverdichtung“ in Wohngebieten (zum Beispiel Weilautstraße, Canisiusstraße). Und am Amtshaus an der Bültstraße entständen Wohnkomplexe, die das Baudenkmal (1898) nach Auffassung der Teilnehmer überragen und verdecken würden. Derzeit ergraben Archäologen die alten Befestigungsanlagen und Zeugnisse der Siedlungsgeschichte seit dem Mittelalter.

 

 

 

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