23-Jähriger wegen Drogenanbau und -handels vor Gericht
Geständnis und Lebenswandel: Gericht lässt Milde walten

Ochtrup -

Wegen Drogenanbaus und -handels musste sich jetzt ein 23-jähriger Ochtruper vor Gericht verantworten. Weil er alle Vorwürfe einräumte und eine positive Sozialprognose vorwies, kam er mit einer Bewährungsstrafe davon.

Mittwoch, 04.11.2020, 09:11 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 17:18 Uhr
Weil er alle Vorwürfe einräumte, kam ein 23-jähriger Ochtruper, der wegen Drogenhandels vor Gericht stand, mit einer milden Strafe davon.
Weil er alle Vorwürfe einräumte, kam ein 23-jähriger Ochtruper, der wegen Drogenhandels vor Gericht stand, mit einer milden Strafe davon. Foto: dpa

Wegen des Anbaus und des Handels mit Betäubungsmitteln musste sich ein 23 Jahre alter Mann aus Ochtrup am Dienstag vor dem Schöffengericht Rheine verantworten. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn an, von 2019 bis Mitte Februar 2020 Marihuana in nicht geringer Menge angebaut und verkauft zu haben. Insgesamt handelte es sich um etwa 800 Gramm, die die Polizei bei einer Hausdurchsuchung am 16. Februar beschlagnahmt hatte. Einen geringen Teil davon habe er für den Eigenbedarf verwendet, so der Angeklagte in seiner Einlassung. Zudem stellte die Polizei fast 800 Euro sicher, die aus dem Verkauf der Droge stammen sollen.

Keine Drogen mehr

Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe vollständig ein, so dass das Gericht die Zeugen ohne Aussage entlassen konnte. Daher stand der Lebenslauf des Ochtrupers im Fokus der Verhandlung. Seit seinem 16. Lebensjahr habe er Alkohol und etwa ein Gramm Marihuana pro Tag konsumiert. Zwischendurch gab es kurze Zeiten der Abstinenz, die er nach eigener Aussage nicht durchhalten konnte und immer wieder rückfällig wurde. Seit dem 16. Februar habe er aber keine Drogen mehr genommen, was auch auf die Verantwortung für seine junge Familie zurückzuführen sei. Nach dem Polizeieinsatz in seiner Wohnung sei ihm bewusst geworden, „was für einen Mist ich gebaut habe“, schilderte er die vergangenen Monate, in denen ihm die Augen aufgegangen seien.

Bewährungsstrafe

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem hat er sich regelmäßig einem Drogenscreening zu unterziehen. Damit folgten die Richterin und die beiden Schöffen exakt dem Antrag der Staatsanwältin. In der Urteilsbegründung würdigte das Gericht die geständige Einlassung des Och­trupers und die erkennbare Reue über seine Vergehen. Außerdem wurde die inzwischen aufgenommene Arbeit mit der guten Aussicht auf eine feste Anstellung in die positive Sozialprognose aufgenommen. Nicht zuletzt sei er in der Pflicht für seine Freundin und die kleine Tochter, die ihm Halt geben und ihn gleichzeitig in die Pflicht nähmen. „Ich hoffe, wir sehen uns nicht vor Gericht wieder“, gab die Richterin dem Ochtruper mit auf den Weg. Bei einer erneuten Straftat werde die Bewährung widerrufen und er müsse die Freiheitsstrafe verbüßen.

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