Ochtruper verurteilt wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis
Letzte Chance für 37-Jährigen

Ochtrup/Steinfurt -

Wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Führerscheins wurde ein 37-jähriger Mann zu einer Bewährungs- und Geldstrafe. Damit kam der Ochtruper, der einschlägig vorbestraft war, noch einmal mit einem blauen Auge davon. Vor dem Amtsgericht war von einer letzten Chance die Rede.

Donnerstag, 12.11.2020, 12:00 Uhr
Vor dem Amtsgericht Steinfurt musste sich ein Ochtruper wegen Fahrens ohne Führerschein verantworten.
Vor dem Amtsgericht Steinfurt musste sich ein Ochtruper wegen Fahrens ohne Führerschein verantworten. Foto: Mike Oelerich

„Nutzen Sie diese letzte Chance zur Bewährung und machen Sie das Beste daraus!“ Das legte die Richterin am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt einem 37 Jahre alten Mann aus Ochtrup ans Herz.

Geständnis

Er hatte sich am 24. Juni in Gronau des vorsätzlichen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis schuldig gemacht, was er in seiner Einlassung unumwunden einräumte. Er habe sich von einem Kollegen dessen Auto geliehen, um auf Drängen seiner Ex-Ehefrau einige Besorgungen für sie und die beiden gemeinsamen Kinder zu erledigen. Bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle auf der Alstätter Straße wurde er von der Polizei angehalten, bei der er die Straftat sofort zugab.

Zunächst gestaltete sich die Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten als schwierig. Die Richterin bot an, einen neuen Termin festzusetzen, zu dem ein Dolmetscher für die russische Sprache geladen werden könne. Sie wies allerdings darauf hin, dass im Falle der wahrscheinlichen Verurteilung noch zusätzliche Kosten auf den Ochtruper zukämen. Diesen wollte der Angeklagte entgehen, und so gelang doch noch verständige Verhandlung.

Bei der Urteilsfindung berücksichtigte die Richterin das vollständige Geständnis des Angeklagten. Jedoch schlugen die vielen, zum Teil auch einschlägigen Vorstrafen negativ zu Buche. Vor allem die hohe Rückfallgeschwindigkeit nach einer gerade erst verbüßten Haftstrafe lasse eine günstige Sozialprognose nicht zu, befand die Richterin. Daher verurteilte sie den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die sie ein letztes Mal zur Bewährung aussetzte. Er bleibe bis 2023 weiterhin der Führungsaufsicht unterstellt und muss 600 Euro Geldstrafe in Raten an die Landeskasse zahlen.

Mahnung

Da er wegen der Corona-Pandemie derzeit seine Arbeit als Reinigungskraft in einem Schwimmbad verloren habe, könne er statt der Geldstrafe auch die Auflage von gemeinnütziger Arbeitsleistung beantragen. „Versuchen Sie, mit der Hilfe der Führungsaufsicht Ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen“, so die abschließende Mahnung der Richterin.

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