Ochtruper wegen Drogendelikten verurteilt
Knasttür stand schon offen

Ochtrup/Rheine/Gronau -

Fast wäre ein 19-jähriger Angeklagter aus Ochtrup bei seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht Rheine im Gefängnis gelandet. Wegen Drogendelikten musste er sich zusammen mit einem weiteren 21-jährigen Ochtruper verantworten.

Donnerstag, 12.11.2020, 18:59 Uhr
Zwei Ochtruper standen jetzt wegen Drogendelikten vor dem Amtsgericht Rheine.
Zwei Ochtruper standen jetzt wegen Drogendelikten vor dem Amtsgericht Rheine. Foto: dpa

Die Tür der Haftanstalt stand schon einen Spalt breit offen für den 19-jährigen Angeklagten aus Ochtrup, der sich am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht in Rheine wegen der Einfuhr von über 30 Gramm Marihuana und einem Gramm Kokain verantworten musste. Am 27. Mai wurde der Töpferstädter in Gronau mit den Drogen erwischt.

Gravierend lasteten Staatsanwalt und Gericht ihm an, dass er einen Tag später am Amtsgericht Steinfurt wegen einer einschlägigen Tat verurteilt wurde und in dem Wissen um diesen Termin trotzdem wieder Drogen aus Holland einführen wollte. Das verhinderte die Polizei an der Grenze.

Das Amtsgericht Steinfurt stellte am 28. Mai seine Schuld fest und verurteilte ihn für zwei Jahre unter Bewährung. Dieser Paragraf am Jugendstrafgesetzbuch gibt jungen Menschen bis zum 21. Lebensjahr die Möglichkeit, durch einen einwandfreien Lebenswandel mit strengen Auflagen den Schuldspruch aus ihrem Register nach der Bewährungszeit zu löschen.

Mit Bedenken zur Bewährung ausgesetzt

Hier kam es jedoch anders: Das Jugendschöffengericht verurteilte den 19-Jährigen am Mittwoch unter Einbeziehung des Schuldspruchs vom Amtsgericht Steinfurt zu einer festen Jugendstrafe von einem Jahr, die mit Bedenken zur Bewährung ausgesetzt wurde, allerdings mit größeren Auflagen: Der junge Mann muss 800 Euro an einen gemeinnützigen Verein und 700 Euro für die Landeskasse zahlen. Zudem gilt es für ihn, regelmäßig Kontakt zur Bewährungshilfe zu halten und fünf Drogenberatungsgespräche zu führen.

„Wenn Sie die Auflagen nicht erfüllen, stecke ich Sie in den Knast“, zeigte der Richter dem Angeklagten seine Grenzen auf. Der Ochtruper hatte die Tat eingeräumt und geht einer regelmäßigen Tätigkeit nach. Das wirkte sich in der Urteilsfindung positiv aus.

Zum ersten Mal nach Erwachsenenstrafrecht

Zum ersten Mal nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde der 21-jährige Mitangeklagte aus Ochtrup, der gemeinsam mit dem 19-Jährigen nach Gronau gefahren war. Er saß am Steuer, obwohl er keinen Führerschein hatte. Das Gericht verurteilte ihn wegen der Einfuhr der 30 Gramm Marihuana und einem Gramm Kokain sowie Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 4 000 Euro bei 100 Tagessätzen à 40 Euro. Der Führerschein wurde für ein Jahr gesperrt. Der Tagessatz richtet sich nach dem Einkommen, der Angeklagte hat eine feste Arbeit. „Sie sind bei einer nicht unerheblichen Straftat erwischt worden“, sagte der Richter abschließend, hielt dem 21-Jährigen aber zugute, dass seine letzte Verurteilung wegen Drogenhandels drei Jahre zurückliege.

Eindringlich appellierte er an beide Angeklagten, den Drogenkonsum zu unterlassen, „weil Sie damit jedes Mal eine Straftat begehen, auch in Holland. Das führt sie am Ende unweigerlich ins Gefängnis“, verdeutlichte er ihnen das deutsche Gesetz.

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