Morddrohung: Privater Streit landet vor Gericht
„Da habe ich wohl überreagiert“

Ochtrup/Rheine -

Ein privater Streit unter Männern landete jetzt vor Gericht. Weil er telefonisch eine Morddrohung gegen eine 24-Jährigen ausgesprochen haben soll, saß ein 27-Jähriger zum zweiten Mal auf der Anklagebank des Amtsgerichts Rheine. Bei der ersten Verhandlung war der Zeuge nicht erschienen, jetzt wurde er polizeilich vorgeführt. Es stellte sich jedoch heraus, dass er bei seiner Anzeige wohl „überreagiert“ hatte

Dienstag, 17.11.2020, 16:25 Uhr
Weil er angeblich eine Morddrohung ausgesprochen haben soll, stand ein 27-Jähriger jetzt vor Gericht.
Weil er angeblich eine Morddrohung ausgesprochen haben soll, stand ein 27-Jähriger jetzt vor Gericht. Foto: dpa

Am Montag stand ein 27-Jähriger bereits zum zweiten Mal in Rheine vor Gericht. Der Grund: Wegen einer telefonischen Morddrohung am 26. September 2019 in Ochtrup erstattete ein 24-jähriger Taxifahrer bei der Polizei Anzeige. Er soll gesagt haben: „Ich werde dich ficken, grün und blau schlagen und umbringen.“ Der Angeklagte bestritt dies. Bei der ersten Verhandlung war der Zeuge nicht erschienen. Jetzt wurde er polizeilich vorgeführt. „Da habe ich wohl überreagiert, wenn ich 20 Minuten gewartet hätte, wäre ich nicht mehr zur Polizei gegangen“, sagte er aus. An die Morddrohung hatte er keine Erinnerung. „Ich glaube, das war eine SMS. Was hast du da noch mal geschrieben?“, fragte er den Angeklagten. Beide lachten. Hintergrund der Tat sei gewesen, dass der Angeklagte dem Zeugen Geld geliehen hatte und das zurückhaben wollte. Der Zeuge indes hätte behauptet, es ihm bereits gegeben zu haben. Die Richterin maßregelte den angeblich Bedrohten und erklärte ihm, welchen Apparat er mit seiner Anzeige in Gang gesetzt hatte. „Wir haben Besseres zu tun, als uns mit privaten Streitereien zu beschäftigen. Und dann sind Sie trotz Ladung nicht erschienen und mussten heute von der Polizei vorgeführt werden.“ Der Zeuge entschuldigte sich: „Ich war voreilig und habe nicht nachgedacht.“ Die logische Folge war der Freispruch des Angeklagten.

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