Bürgerbusverein feiert zehnjähriges Bestehen
Fast 350 000 Kilometer durch die Töpferstadt

Ochtrup -

Auf eine Feier muss der Bürgerbusverein vorerst verzichten, aber ein Rückblick auf zehn Jahre ist erlaubt. In dieser Zeit hat der Bürgerbus in Ochtrup fast 350 000 Kilometer durch die Töpferstadt und die Ortsteile zurückgelegt.

Freitag, 20.11.2020, 05:31 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 05:40 Uhr
2018 wurde das Fahrzeug ausgetauscht und ein neuer Bürgerbus in Betrieb genommen.
2018 wurde das Fahrzeug ausgetauscht und ein neuer Bürgerbus in Betrieb genommen. Foto: Anne Steven

Am 15. November 2010 machte der Ochtruper Bürgerbus seine erste Fahrt. Nun, zum Zehnjährigen, wollten die Ehrenamtlichen mit ihren Partnern, Gästen aus Ochtrup und von benachbarten Bürgerbusvereinen sowie mit ihren Fahrgästen feiern. „Das wäre eine schöne Sache geworden“, findet Paul Janocha , Vorsitzender des Bürgerbusvereins Ochtrup. Doch aufgrund der Pandemie kann die geplante Feier nicht stattfinden.

Schon mehr als ein Jahr vor der ersten Fahrt hatten einige Ochtruper verabredet, einen Bürgerbus ins Leben zu rufen. „Wir wollen eine Lücke im örtlichen ÖPNV schließen und die Mobilität gerade für ältere Menschen oder Mütter mit kleinen Kindern verbessern“, wird Gisela Fremann , die das Projekt maßgeblich mit auf den Weg brachte, in einem Rückblick des Bürgerbusvereins zitiert.

Gründung

Am 8. Februar 2010 wurde das Vorhaben mit dem Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht Steinfurt offiziell gemacht. Der Start war mit sehr viel Aufwand verbunden. Unter anderem mussten die Genehmigungen für Fördergelder und die Linienkonzession durch die Bezirksregierung eingeholt werden. Es folgten die Abstimmung mit dem betreuenden Verkehrsunternehmen Veelker über Linie, Fahrplan, Tarif und Aufgabenverteilung, die Bestellung des Busses, die Vermietung der Werbeflächen auf dem Fahrzeug und vieles mehr. Es mussten ehrenamtliche Fahrer gewonnen und geschult werden. Fahrerlaubnisse zur Personenbeförderung wurden beantragt und die gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsuntersuchungen eingeleitet. Es wurden Dienstpläne erstellt, eine Webseite und Haltestellen eingerichtet, Fahrpläne gedruckt und verteilt.

Der Verein hat sich bei der Erstellung der Fahrpläne besonders auf ältere Bürger als Fahrgäste konzentriert. Im Stadtbereich, entlang der geplanten Bürgerbuslinie, lebten zu diesem Zeitpunkt je nach Wohngebiet etwa 500, 350 und 300 Menschen über 60 Jahre. An der Bürgerbusstrecke Langenhorst/Welbergen und in den Außenbereichen waren es rund 300 Menschen der Altersklasse. Wochenlang wurden mögliche Linien abgefahren und Zeiten gestoppt. Um auf sich aufmerksam zu machen, hat sich der Bürgerbusverein zum Beispiel auf dem Pottbäckermarkt oder im Seniorentreff in Welbergen vorgestellt.

Zwischenmenschliches

Neben all der Arbeit soll das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommen – sowohl untereinander als auch mit den Passagieren. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder zu Weihnachtsfeiern, Sommerfesten und Ausflügen. Auch Kontakte zu anderen Bürgerbusvereinen werden gepflegt. Hier findet ein intensiver Informationsaustausch statt.

2013 wurde Fahrgast Nummer 5000 befördert, 2017 bestieg der 20 000 Bürger den Bus und 2018 bereits Nummer 25 000. Kurz danach wurde der alte Bürgerbus – nach fast acht Jahren, einer Fahrleistung von rund 280 000 Kilometern – gegen einen neuen getauscht. Seit Februar 2019 fährt der Bürgerbus mit einem neuen Fahrplan. Die Linienführung wurde an den Bedarf angepasst. Insbesondere Langenhorst und Welbergen werden besser eingebunden, schreibt der Bürgerbusverein. Außerdem wird seitdem eine Runde durch das Buschlandgebiet gedreht.

27 ehrenamtliche Fahrer

Nach zehn Jahren hat der Bürgerbusverein bisher fast 350 000 Kilometer zurückgelegt. 27 ehrenamtliche Fahrer sorgen dafür, dass er verlässlich fährt – von montagmittags bis freitagabends. Zurzeit zählt der Verein 47 Mitglieder. Wegen der Corona-Maßnahmen wurde der Betrieb in diesem Jahr für fünf Monate eingestellt. Seit Mitte August fährt der Bus wieder – unter Einhaltung von Hygiene-Maßnahmen.

Und was ist mit dem Jubiläum? „Sobald die Pandemie abgeklungen ist, so dass man sich wieder sicher treffen kann, soll das Jubiläum nachgeholt werden“, kündigt Paul Janocha an. „Wir freuen uns darauf.“

 

Zum Thema

 

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7685631?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker