LSBTIQ*-Jugendzentrum Track im Freiraum
Queer-Express rollt in Ochtrup ein

Ochtrup -

Auch im ländlichen Raum sollen schwule, lesbische, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche die Möglichkeit haben, mit einander in Kontakt zu treten und sich nicht länger alleine fühlen. Aus diesem Grund kommt jetzt erstmals das LSBTIQ*-Jugendzentrum Track mit seinem Queer-Express nach Ochtrup – an zwei Samstagen im Jugendcafé Freiraum.

Samstag, 21.11.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 06:40 Uhr
Auch im ländlichen Raum wird die Fahne füer die LSBTIQ*-Jugendlichen hoch gehalten.
Auch im ländlichen Raum wird die Fahne füer die LSBTIQ*-Jugendlichen hoch gehalten. Foto: imagoimages

Viele schwule, lesbische, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche fühlen sich in ihrer Jugendzeit sehr allein. Insbesondere, wenn sie in einer Kleinstadt aufwachsen, in der kein explizites Angebot vorhanden ist, das auf die Bedarfe queerer Jugendlicher reagiert.

In Ochtrup möchte Sandra Röttgers , eine engagierte Mutter, dies nun ändern. In Kooperation mit dem Jugendcafé Freiraum lädt sie das in Münster beheimatete LSBTIQ*-Jugendzentrum Track nach Ochtrup ein. LSBTIQ* steht dabei für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter* und queere Menschen. Ziel ist, queeren Jugendlichen vor Ort einen Raum zum Austausch, Kontakteknüpfen und zu gemeinsamer Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Der Queer-Express rollt erstmals am 28. November (Samstag) und 12. Dezember (Samstag) ins Jugendcafé Freiraum – jeweils von 16 bis 19 Uhr.

Ausbruch aus der Isolation

„Das Track ist im Münsterland das einzige LSBTIQ*-Jugendzentrum. Um zu uns zu kommen, nehmen Jugendliche bis zu eineinhalb Stunden Fahrtweg in Kauf. Um das zu ändern, wollen wir jetzt dorthin, wo die Jugendlichen sind und wohnortnah Angebote schaffen“, wird Josephine Schieblon , Mitarbeiterin im Track und Mitinitiatorin des Angebots in Och­trup, in einer Ankündigung zitiert.

Mit dem Projekt „Queer-Express – Quer durch das Münsterland“ sollen insbesondere LSBTIQ*-Jugendliche im ländlichen Raum erreicht werden. Ihnen soll in räumlicher Nähe die Möglichkeit gegeben werden, sich mit anderen queeren Jugendlichen zu vernetzen und so aus der häufig bestehenden Isolation auszubrechen.

Neben der Etablierung von diversen offenen Angeboten und Beratungen verfolgt das Projekt das Ziel, Besucher in ihren Ressourcen und ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Darüber hinaus sollen die bestehenden Jugendzentren in den Kleinstädten des Münsterlandes durch die Auseinandersetzung mit den Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie durch die neuen Angebote für LSBTIQ*-Jugendliche für diese Zielgruppe attraktiver werden.

Kennenlernen und Austausch

„Für das erste Treffen planen wir erstmal ein gemeinsames Kennenlernen und einen Austausch über die Bedarfe vor Ort. Coronabedingt dürfen wir nur zehn Personen rein lassen“, erklärt Schieblon. „Wir werden aber trotzdem eine gute Zeit miteinander verbringen.“

Das Jugendcafé Freiraum war die erste Anlaufstelle für Sandra Röttgers zu ihrem Anliegen, eine Möglichkeit zum Austausch für schwule/lesbische Jugendliche zu schaffen. „Bei so viel engagierter Initiative“, berichtet Jörg Eßlage vom Freiraum-Team, „habe ich mich umgehend ans Telefon geklemmt, um Infos zum Thema zu sammeln. Schnell wurde in den Gesprächen klar: Das Track ist der geborene Kooperationspartner.“ Bei einem persönlichen Treffen waren sich das Freiraum-Team und Schieblon schnell einig, und die neue Kooperation wurde festgezurrt.

Im ländlichen Raum

Das Track in Münster bietet, als Jugendzentrum seit 2012 in der Dechaneistraße in Münster, einen Ort für lesbische, schwule, bi-/pan­sexuelle, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren. Seit Januar dieses Jahres besteht außerdem eine Beratungsstelle für LSBTIQ*-Jugendliche und junge Erwachsene, die auch für Angehörige und Institutionen Beratung und Unterstützung anbietet. Neben weiteren Projekten und Aktionen gibt es seit 2019 den „Queer-Express“, mit dem Jugendliche im ländlichen Raum erreicht werden sollen.

Aufgrund der aktuellen Beschränkungen können an jedem der beiden Termine maximal zehn Personen teilnehmen. Zudem sind die Aha-Regeln einzuhalten. „Warm anziehen, es wird gelüftet“, darauf weisen die Veranstalter hin. Außerdem wird eine Anwesenheitsliste geführt. Anmeldungen sind möglich. Weitere Infos gibt es unter www.track-ms.de oder www.jugendcafe-freiraum.de.

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