Lieblingslied von . . . Dr. Guido Dahl
„Auch wenn Corona wütet, Optimismus tut Not“

Ochtrup -

Sein Lieblingslied verbindet Dr. Guido Dahl mit der großen Friedensdemo im Bonner Hofgarten 1981. „Ich war dabei“ stand damals auf seinem violetten Halstuch zu lesen. Der Nato-Doppelbeschluss und atomare Hochrüstung trieben den heutigen Geschäftsführer des Kulturforums auf die Straße.

Mittwoch, 02.12.2020, 09:39 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 16:43 Uhr
Das Lieblingslied von Dr. Guido Dahl heißt „Die weißen Tauben sind müde“.
Das Lieblingslied von Dr. Guido Dahl heißt „Die weißen Tauben sind müde“. Foto: Irmgard Tappe

Es sei „ein überwältigendes Erlebnis“ gewesen, sechs Jahre nach Studienende „mit einem sichtbaren Protest ein Zeichen zu setzen, für mich und die um mich herum“, erzählt Dahl. „Ungefähr ein Jahr später traf Hans Hartz mit seinem Lied ‚Die weißen Tauben sind müde’ exakt diesen Nerv und das Gefühl meiner Zeit, ganz spezifisch auch meine Gemütsverfassung, die ich in seinem Lied wiederfand“, sagt der Ochtruper. „Da saß ich nun mit Marie in einer verrauchten Stammkneipe beim Bier, die Arme verschränkt auf einem dunklen Eichentisch, mehr schweigend denn beredt, in einer Grundstimmung von lässiger Unaufgeregtheit und schicksalhafter Ergebenheit. Dies alles angesichts eines nicht allzu fern liegenden Weltuntergangszenarios. Zukunftsangst schien die Friedenssehnsucht abgelöst zu haben, und Jammern war schick.“

Der Text des Liedes erzählt die Geschichte von der weißen Taube, die einst Noah aus der Arche entsandte und die nach mehreren Versuchen endlich mit einem Olivenzweig im Schnabel zurückkehrte und den Friedensschluss mit dem zuvor strafenden Gott ankündigte. Die weiße Taube – ein durch alle Zeiten vermitteltes Friedenssymbol – scheint heute „müde“ geworden, sagt Dahl. Sie und ihre Artgenossen ließen die Flügel hängen, die „Falken“ kämen immer näher und die Zeiten würden zusehends schlechter.

„Die Welt ist aber nicht untergegangen, die Falken haben nicht gesiegt, dafür uns aber manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht. Die Flasche ist stets halbvoll und niemals halbleer. Auch wenn Corona wütet, Optimismus tut Not. So könnte uns Hans Hartzens Marie heute sagen: „Bleib Corona negativ, ansonsten positiv“, schlägt Dahl den Bogen in die heutige Zeit.

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