Tipps gegen Rückenschmerzen im Homeoffice
Pausen und externe Eingabegeräte

Ochtrup -

Die Zahl der Menschen, die in der Corona-Pandemie an Rückenbeschwerden leiden, hat sich erhöht. Der Grund sei vor allem eine Fehlbelastung im Homeoffice, da der Arbeitsplatz zu Hause in der Regel nicht so gut ausgestattet ist wie jener im Büro. Zwei Experten geben Tipps für ein gesundes Arbeiten.

Dienstag, 12.01.2021, 18:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 18:28 Uhr
Rückenschmerzen gilt als eine der Volkskrankheiten. In Zeiten von Homeoffice und Co. haben noch mehr Menschen Probleme mit dem Haltungsapparat. Um dagegen anzugehen, gibt es einfache Tipps.
Rückenschmerzen gilt als eine der Volkskrankheiten. In Zeiten von Homeoffice und Co. haben noch mehr Menschen Probleme mit dem Haltungsapparat. Um dagegen anzugehen, gibt es einfache Tipps. Foto: Christin Klose/dpa

Corona-Zeit war im vergangenen Jahr und ist weiterhin in vielen Branchen Homeoffice-Zeit. Mittlerweile teilen sich schulpflichtige Kinder und berufstätige Eltern den Arbeitsplatz. Dieser ist Zuhause oft nicht mit jenem im Büro vergleichbar, sprich, es wird auch mal an den Esstisch oder auf den Küchenstuhl ausgewichen. Die Frage ist: Macht der Rücken das mit?

Offenbar schon. In der Praxis Gesenhues melden sich jedenfalls nicht vermehrt Menschen mit Rückenproblemen, sagt Dr. Sebastian Gesenhues: „Ich habe das Gefühl, wir haben weniger Rückenpatienten.“ Es sei denkbar, dass Menschen in Coronazeiten eine Arztpraxis generell meiden. Auch sei es in Vergangenheit so gewesen, dass sich Rückengeplagte Krankmeldungen abgeholt haben. Im Homeoffice oder in Kurzarbeit habe dies abgenommen.

Das wichtigste ist, gerade zu sitzen.

Maarten Vaarhorst

Auch haben von Zuhause arbeitende Menschen besser die Möglichkeit, sich die Arbeitszeit einzuteilen, Pausen einzulegen und zu bewegen, so der Mediziner: „Im Büro ist dies tendenziell eher weniger der Fall.“ Schließlich seien die Wirtschaft und die Verwaltung durch Corona häufig nicht mehr so belastet. So paradox das klingen möge, die Pandemie habe Druck aus dem Arbeitsalltag rausgenommen.

Obwohl ergonomisches Arbeiten in den eigenen vier Wänden nicht unbedingt der Regelfall sei, haben sich in seiner Praxis Fälle von Patienten mit Rückenbeschwerden nicht überproportional erhöht, sagt Sebastian Gesenhues: „Es sind wohl durchgehend welche da. Aber in der Regel handelt sich um einen unspezifischen Kreuzschmerz durch Fehlbelastung, also funktionelle Schäden, sogenannte gutartige Rückenschmerzen.“ Patienten mit strukturellen Schäden wie Bandscheibenvorfällen kämen seltener vor.

Größerer Zulauf beim Physio

Die Physiotherapeuten von Physiofit haben in der Coronazeit hingegen einen „deutlichen Zuwachs“ an Rückenleidenden wahrgenommen, so Maarten Vaarhorst: „Das liegt vor allem daran, dass die Leute zu Hause eine ziemlich schlechte Büroausstattung haben.“ Seinem Kenntnisstand nach arbeiten Menschen im Homeoffice auch am Küchentisch auf einem Küchenstuhl über den Laptop gebeugt. Da der Bildschirm relativ niedrig ist, seien Haltungsprobleme vorprogrammiert.

Externe Peripheriegeräte

Dagegen gibt Vaarhorst einige Tipps. Wer nicht an einem Standrechner arbeitet, solle eine externe Tastatur und eine externe Maus nutzen. Am besten auch einen separaten, höhenverstellbaren Monitor, um einen geraden Blickwinkel zu gewährleisten. Alternativ könne man auch den Laptop etwas höher ausrichten. „Das wichtigste ist aber, gerade zu sitzen“, sagt Vaarhorst. Ein großer Gymnastikball könne dabei ebenfalls helfen, allerdings sollte man sich hier in kleinen Schritten an die kugelige Sitzmöglichkeit gewöhnen. Acht Stunden darauf am Tag könnten ansonsten kontraproduktiv sein. Ein verstellbarer Bürostuhl ist fürs Arbeiten besser geeignet.

Falsch eingestellte Bürostühle und Tische führen im besten Fall zu Rücken- und Nackenschmerzen, im schlimmsten Fall aber zu bleibenden Rücken- oder Bandscheibenschäden.

Falsch eingestellte Bürostühle und Tische führen im besten Fall zu Rücken- und Nackenschmerzen, im schlimmsten Fall aber zu bleibenden Rücken- oder Bandscheibenschäden. Foto: www.blitzrechner.de/Blitzrechner/obs

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