Ochtruperin steht vor Kandidatur zum Bundestag
Sarah Lahrkamp zieht es nach Berlin

Ochtrup -

Sarah Lahrkamp will in den Bundestag – und damit Nachfolgerin von Ingrid Arndt-Brauer als SPD-Abgeordnete für den Wahlkreis 124 Steinfurt I/Borken I werden. Was Lahrkamp am großen Sprung von der Lokal- in die Bundespolitik reizt und welche Themen ihr auf den Nägeln brennen, verrät sie im WN-Gespräch.

Freitag, 12.02.2021, 18:30 Uhr
Sarah Lahrkamp (l.) möchte die Nachfolge von Ingrid Arndt-Brauer als SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 124 antreten. Hier ein Bild aus früherer Zusammenarbeit vor der Corona-Pandemie.
Sarah Lahrkamp (l.) möchte die Nachfolge von Ingrid Arndt-Brauer als SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 124 antreten. Hier ein Bild aus früherer Zusammenarbeit vor der Corona-Pandemie. Foto: Kornelia Ruhkamp

Sarah Lahrkamp will in den Bundestag – und damit Nachfolgerin von Ingrid Arndt-Brauer als SPD-Abgeordnete für den Wahlkreis 124 Steinfurt I/Borken I werden. „Ich freue mich, dass mit Sarah eine junge, kompetente Politikerin antritt“, wird Arndt-Brauer zur Kandidatur der 39-jährigen Ochtruperin, die am Dienstag (16. Februar) in der Wahlkreisdelegiertenkonferenz bestätigt werden soll, in einer Mitteilung der Sozialdemokraten zitiert. Was Lahrkamp am großen Sprung von der Lokal- in die Bundespolitik reizt und welche Themen ihr auf den Nägeln brennen, verrät sie im WN-Gespräch.

Sie ist eine waschechte Töpferstädterin – in Ochtrup geboren, aufgewachsen und nach wie vor beheimatet, lebt hier mit ihrem Mann und ihren vier Kindern im Alter zwischen eineinhalb und zwölf Jahren. „Schon in meiner Jugend hat sich bei mir ein starkes Interesse an der Politik herausgebildet“, verrät Lahrkamp, die schließlich in Münster das Studium der Politikwissenschaft aufnahm und ihren Magister-Abschluss machte. „Während des Studiums wurde mir schnell bewusst, dass ich gerne in die aktive Politik gehen möchte“, blickt sie zurück. „Mitgestalten und aktiv werden war mir sehr wichtig.“

An Entscheidungen in Berlin mitwirken

2003 trat die Och­truperin in die SPD ein. Warum sie sich für diese Partei entschieden hat? „Sie steht für soziale Gerechtigkeit, für Frieden und Freiheit – davon wollte ich ein Teil sein“, nennt sie ihren Beweggrund.

Seitdem hat Lahrkamp einige Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt. „Da ist man nah dran am Bürger“, erklärt die 39-Jährige. „Man weiß auch, wie sich Beschlüsse, die in Berlin getroffen werden, vor Ort auswirken und was das für die Menschen bedeutet.“ Nun möchte sie an genau diesen Entscheidungen mitwirken. „Nachdem auch viele meiner Genossen auf Orts-, aber auch auf Kreisebene der Meinung waren, dass ich eine gute Kandidatin bei der bevorstehenden Bundestagswahl wäre, habe ich mich entschieden zu kandidieren, und der SPD-Ortsvereinsvorstand Och­trup hat mich dann in seiner Vorstandssitzung einstimmig nominiert“, freut sich Lahrkamp über volle Rückendeckung.

Was sie in Berlin erreichen will? „Natürlich möchte ich mich für unsere Region stark machen“, betont die Och­truperin. Gerade der eher ländlich geprägte Bereich habe besondere Bedürfnisse. Besonderes großes Interesse hat sie an der Familien- und der Sozialpolitik: „Gerade die letzte Zeit hat vor Augen geführt, dass hier noch einige Herausforderungen auf uns warten.“

Antritt gegen Jens Spahn

Für ihre Partei sieht sie bei der Bundestagswahl gute Chancen. „Die SPD hat in den letzten Jahren eine gute Politik gemacht und in der Koalition einen eindeutigen sozialen Abdruck hinterlassen können“, findet die 39-Jährige. Sie wird im hiesigen Wahlkreis aller Voraussicht nach gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn antreten. „Ich gehe davon aus, dass er kandidiert. Es wird eine Herausforderung, da Spahn auf Bundesebene bereits viel Erfahrung gesammelt hat.“ Doch Erfahrung sei nicht alles.

Lahrkamp geht die Sache ganz unbefangen an. Sie wird, sofern auf der Versammlung die Bestätigung als Kandidatin erfolgt, die Zeit bis zum 26. September nutzen, um sich bekannt zu machen und sich den Wählern vorzustellen.

Ich wäre ja auch nicht der erste Mensch im Bundestag, der Kinder hat.

Sarah Lahrkamp

Wird sie in den Bundestag gewählt, geht es für die Ochtruperin dann häufiger in die Hauptstadt. „Mir ist bewusst, dass ein Teil meiner Arbeit in Berlin stattfinden würde“, sagt sie und freut sich über die volle Unterstützung ihrer Familie. „Ich wäre ja auch nicht der erste Mensch im Bundestag, der Kinder hat“, wirft die vierfache Mutter ein. „Und das ist auch gut so. Wir brauchen Menschen in Berlin, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und auch einiges an Lebenserfahrung mitbringen. Wir brauchen Menschen, die die Bandbreite der Bevölkerung widerspiegeln.“ Wie schon Arndt-Brauer, die ebenfalls junge Mutter und ähnlich alt war, als sie in den Bundestag eingezogen ist. „Seit vielen Jahren vertritt sie unseren Wahlbezirk erfolgreich in Berlin“, lobt Lahrkamp die Arbeit der scheidenden SPD-Abgeordneten. „Selbstverständlich ist sie in der Hinsicht ein Vorbild für mich.“

Politischer Werdegang

 

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