Einspruch gegen Strafbefehl hat Erfolg
Versuchte Nötigung kann nicht aufgeklärt werden

Ochtrup -

Auf der A 31, in Höhe der Abfahrt Ochtrup-Nord, soll ein 52-jähriger Mann aus Bad Bentheim seinen Vordermann mit dichtem Auffahren und wiederholter Lichthupe dazu genötigt haben, die linke Fahrspur freizumachen. Weil der Fall nicht aufgeklärt werden konnte, wurde das Verfahren eingestellt.

Donnerstag, 18.02.2021, 07:46 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 07:50 Uhr
Das Verfahren gegen einen Mann aus Bad Bentheim wegen versuchter Nötigung wurde eingestellt.
Das Verfahren gegen einen Mann aus Bad Bentheim wegen versuchter Nötigung wurde eingestellt. Foto: dpa

Der Einspruch gegen einen Strafbefehl hatte Erfolg. Am Mittwoch wurde vor dem Amtsgericht Steinfurt das Verfahren gegen einen 52 Jahre alten Mann aus Bad Bentheim eingestellt. Ihm war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, am 26. Juni des vergangenen Jahres einen 69-jährigen Coesfelder auf der A 31 in Höhe der Abfahrt Ochtrup-Nord dazu genötigt zu haben, die linke Fahrspur freizumachen.

Der Angeklagte schilderte die Vorkommnisse an diesem Vormittag ganz anders. Er habe an diesem Tag, seinem Geburtstag, sein neues Auto aus Düsseldorf abgeholt und war auf der Rückreise nach Bad Bentheim. Wegen seines Geburtstages hätten ihn mehrere Freunde und Bekannte angerufen, ihm gratuliert und teilweise auch ein Ständchen gesungen. Da habe er mitgemacht und ganz sicher zwischendurch mal einen Arm bewegt. Da der 52-Jährige den Tempomaten seines Fahrzeuges auf 130 Stundenkilometer eingestellt habe und dieser auch den Abstand zu vorausfahrenden Autos automatisch einhalte, könne er gar nicht, wie vom Zeugen geschildert, bis auf drei Meter aufgefahren sein.

Verkehrsaufkommen

Außerdem sei das Verkehrsaufkommen an diesem Tag auf der Autobahn in Richtung Emden nicht sehr stark gewesen. Er sei fast durchgängig auf der linken Fahrspur unterwegs gewesen, vor ihm fahrende Autos hätten jederzeit gefahrlos auf die rechte Spur wechseln können, sagte der Mann aus Bad Bentheim. Nur einmal habe es eine brenzlige Situation gegeben, nämlich als der 69-jährige Zeuge mit seinem Wagen abrupt von der rechten auf die linke Spur wechselte und sein Fahrzeug mit eingeschaltetem Tempomaten zu einem starken Abbremsen zwang.

Der Zeuge sagte aus, dass an diesem Freitag ein reges Verkehrsaufkommen auf der A 31 in Richtung Norden herrschte. Die rechte Spur sei ziemlich voll gewesen und er sei mit durchschnittlich Tempo 140 auf der linken Spur gefahren. Im Rück-spiegel habe er den anderen Wagen und dessen Fahrer gesehen. Dieser sei bis auf etwa drei Meter auf ihn aufgefahren, habe permanent die Lichthupe betätigt und ihn durch eindeutige Gesten aufgefordert, die Spur freizugeben. „Mein Auto hat 250 PS und ich bin ein offensiver Fahrer, der schon wegen Geschwindigkeitsübertretung belangt wurde“, gab der Zeuge zu, der es an diesem Tag sehr eilig hatte, nach Emsbüren zu kommen. Der hinter ihm Fahrende hätte keine Chance gehabt, ihn zu überholen. Er habe das Verhalten des Bentheimers als Nötigung empfunden, ihn deshalb vorbei fahren lassen und sich das Kennzeichen notiert. In Coesfeld habe er auf der Polizeistation Anzeige erstattet.

Verfahren eingestellt

Gegen den erlassenen Strafbefehl von 900 Euro legte der Beschuldigte Widerspruch ein, der am Mittwoch verhandelt wurde. Nach der Erörterung des Sachverhaltes schlug die Richterin vor, das Verfahren einzustellen. „Vielleicht handelte es sich um eine versuchte Nötigung, die jedoch nicht abschließend aufgeklärt werden konnte“, stellte sie fest. Zudem sei allenfalls ein geringe Schuld anzunehmen. Sowohl die Staatsanwältin wie auch der Angeklagte mit seiner Verteidigerin stimmten dem Vorschlag zu, so dass das Verfahren endgültig beendet wurde.

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