Domus Caritas fordert Impfungen vor Ort
Höchste Priorität für Neuaufnahmen

Ochtrup -

Die sechs Altenheime der Domus Caritas sind in großer Sorge über das weitere Vorgehen bei den Impfungen. „Nachdem in einer konzertierten Aktion im Januar und Anfang Februar alle Bewohner, die es wollten, in den Altenheimen ihre Erst- und Zweitimpfungen erhalten haben, stehen die Einrichtungen nun vor der Frage, wie sie mit Neuaufnahmen, die noch nicht geimpft sind, verfahren sollen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Montag, 22.02.2021, 18:39 Uhr
Altenheime stehen aktuell vor der Frage, wie sie mit mit Neuaufnahmen verfahren sollen, die noch nicht geimpft sind.
Altenheime stehen aktuell vor der Frage, wie sie mit mit Neuaufnahmen verfahren sollen, die noch nicht geimpft sind. Foto: Anne Steven

Beispielsweise wurden im Carl-Sonnenschein-und im Ferdinand-Tigges-Haus in Ochtrup jetzt vier pflegebedürftige Personen neu aufgenommen. Zusammen mit fünf Neuaufnahmen aus den Vorwochen sind es bereits neun Bewohner, die nicht geimpft sind. Weitere Aufnahmen werden in den kommenden Wochen erwartet. „Aus unserer Sicht müsste schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, da wir ansonsten bald wieder einen hohen Anteil an nicht-geimpften Bewohnern in unseren Häusern hätten. So würde das Risiko von Ansteckungen innerhalb der Einrichtung und schweren Verläufen einer Covid-19-Erkrankung wieder steigen“, wird Burkhard Baumann, Geschäftsführer der Domus Caritas , in der Pressemitteilung zitiert.

Bislang bietet der Kreis Steinfurt nur an, für die neu aufgenommenen Bewohner einen Termin im Impfzentrum zu vereinbaren. „Wenn der Vorschlag des Kreises so umgesetzt werden soll, müsste allerdings unseren neuen Bewohnern höchste Priorität bei der Terminvergabe eingeräumt werden“, schlägt Stephan Antfang, Einrichtungsleiter des Carl-Sonnenschein-und des Ferdinand-Tigges-Hauses, vor. Die neuen Bewohner müssten kurz nach ihrem Einzug einen Termin erhalten und mit einem Krankentransport zum Impfzentrum gebracht werden. „Ansonsten laufen wir Gefahr, dass der positive Effekt, die vulnerablen Gruppen in den Altenheimen ganz am Anfang der Kampagne geimpft zu haben, schnell wieder verfliegt und wir neue Corona-Ausbrüche in unseren Altenheimen sehen werden“, so die Sorge von Stephan Antfang.

Zudem wäre ein Krankentransport quer durch den Kreis auch ein hoher Aufwand und eine Belastung für die pflegebebedürftigen Menschen. „Besser für die Bewohner in den Altenheimen wäre eine Impfung vor Ort“, meint Stephan Anfang. Die könnte, wenn eine bestimmte Anzahl an nicht-geimpften Neuaufnahmen erreicht ist, ja auch trägerübergreifend organisiert und von den örtlichen Ärzten durchgeführt werden. „Das hat beim ersten Durchlauf ja auch schon gut funktioniert“, betont Stephan Antfang. Mittel- und langfristig sollten aber, wenn möglich, dezentrale Impfstrukturen aufgebaut werden.

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