KAB: 1700 Jahre Sonntagsschutz
Menschen im Mittelpunkt des Wirtschaftens

Ochtrup -

Ein ganz besonderer Geburtstag wird in diesem Jahr am 3. März gefeiert. Vor 1700 Jahren wurde der öffentliche Sonntagsschutz von Kaiser Konstantin zum ersten Mal für das römische Reich festgelegt.

Samstag, 27.02.2021, 14:08 Uhr aktualisiert: 27.02.2021, 14:10 Uhr
KAB-Vorsitzender Arnold Hoppe (Mitte) und die Vorstandsmitglieder Iris und Frank Hippe machen auf „1700 Jahre freier Sonntag“ aufmerksam.
KAB-Vorsitzender Arnold Hoppe (Mitte) und die Vorstandsmitglieder Iris und Frank Hippe machen auf „1700 Jahre freier Sonntag“ aufmerksam. Foto: Norbert Hoppe

Ein ganz besonderer Geburtstag wird in diesem Jahr am 3. März gefeiert. Vor 1700 Jahren wurde der öffentliche Sonntagsschutz von Kaiser Konstantin zum ersten Mal für das römische Reich festgelegt. Darauf weist die KAB St. Paulus in einem Pressetext hin. Seit Jahren engagiert sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung in ganz Deutschland dafür, den Sonntag als arbeitsfreien Tag nicht aufzugeben und für die Menschen zu erhalten.

„Der Sonntag ist eine frühe soziale Errungenschaft und gerade in dieser Zeit als Tag der Ruhe, der Gemeinschaft, der Befreiung von Sachzwängen, Fremdbestimmung und Zeitdruck unverzichtbar“, erläutert Arnold Hoppe, der Vorsitzende der KAB St. Paulus, die Position der KAB und der Allianz für den freien Sonntag. Hier haben sich katholische und evangelische Sozialverbände und die Gewerkschaft Verdi zusammengeschlossen und setzen sich für den Sonn- und Feiertagsschutz ein.

Wir alle stehen in der Verantwortung, uns für den Erhalt des freien Sonntags und zum Wohle einer humanen Gesellschaft einzusetzen.

Frank Hippe

Mit Sorge betrachtet die KAB die sich immer stärker ausbreitende Sichtweise, menschliches und gesellschaftliches Leben wirtschaftlichen Sachzwängen unterzuordnen. Dadurch geraten die Sonn- und Feiertage als Perioden der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung stark unter Druck, schreibt die KAB in ihrem Pressetext. „Wir alle stehen in der Verantwortung, uns für den Erhalt des freien Sonntags und zum Wohle einer humanen Gesellschaft einzusetzen“, unterstreicht Kassierer Frank Hippe die Haltung der KAB. Und Iris Hippe findet, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht. „Deshalb bedeutet die Ausweitung der Arbeit am Sonntag in gesellschaftlich nicht notwendigen Bereichen einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft, die dadurch erheblich an Lebensqualität verliert“, fürchtet das Vorstandsmitglied.

Mutter und Haupt aller Kirchen ist die Lateranbasilika in Rom.

Mutter und Haupt aller Kirchen ist die Lateranbasilika in Rom. Foto: KAB

Daher sei das Jubiläum nicht zuerst ein Grund zum Feiern, sondern vielmehr Anlass und Ansporn, aufmerksam und wachsam zu sein, dass der Sonntag nicht der Arbeit und wirtschaftlichen Vorteilen geopfert wird, meint die KAB in Ochtrup. Deshalb setzt sie sich für die Bekräftigung einer erneuerten Sonntagskultur ein, die auf einen breiten Konsens in der Gesellschaft bauen will. Es gehe darum, den kulturellen Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe um der Menschen willen zu erhalten und den Menschen eindeutig in den Mittelpunkt allen Wirtschaftens zu stellen, zitiert die KAB St. Paulus eine Forderung der katholischen Soziallehre.

Auch die Respektierung des Sonntags spiegele die Wertordnung einer Gesellschaft wider. „Der Sonntag stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Maschinen brauchen keine Erholungspausen. Sie laufen rund um die Uhr. An Werktagen geben sie das Tempo vor, der Sonntag orientiert sich dagegen am Menschen“, heißt es abschließend in einer Pressemitteilung der KAB.

Sonntag als Tag der Arbeitsruhe

Nach Jahren der blutigen Christenverfolgung unter den römischen Herrschern befahl Kaiser Konstantin der Große in einem Edikt am 3. März 321, dass am „Tag der Sonne alle Richter, das Volk in den Städten sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen sollen“. Aber selbst im Mittelalter, das als tief religiös gilt, war Sonntagsarbeit vielfach noch die Regel. Erst in der Weimarer Verfassung wurde der Sonntag als „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ in die Verfassung aufgenommen. Und so steht es noch heute im Artikel 140 des Grundgesetzes und im Artikel 25 der NRW-Landesverfassung. Zur Zeit der „konstantinischen Wende“ in den Jahren 311 bis 313 und dem Mailänder Edikt förderte Konstantin die neue Religion, die damit immer mehr Einfluss im römischen Reich gewann. Nach der Schlacht an der Milvischen Brücke vor den Toren Roms, in der Konstantin am 28. Oktober 312 seinen Rivalen Maxentius besiegte und alleiniger Herrscher im römischen Westreich wurde, verfügte er den Bau der Lateranbasilika (rundes Foto) in Rom. Diese Kirche, „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“, wird bei jeder Romreise der KAB besucht.

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