Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingestellt
Ein Moment der Unachtsamkeit

Ochtrup/Gronau -

Im Nachgang zu einem Unfall, der sich Anfang Oktober 2019 auf der A 31 in Höhe Ochtrup ereignet hatte, musste sich am Dienstag ein 26 Jahre alter Gronauer vor dem Amtsgericht Steinfurt wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Freitag, 05.03.2021, 18:27 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 18:30 Uhr
Ein Gronauer musste sich jetzt vor dem Amtsgericht in Steinfurt verantworten.
Ein Gronauer musste sich jetzt vor dem Amtsgericht in Steinfurt verantworten. Foto: dpa

„Mit Ihrer Schuld müssen Sie leben. Das ist schon eine harte Strafe.“ So bewertete die Richterin beim Amtsgericht Steinfurt den Sachverhalt, der in der mündlichen Verhandlung am Mittwoch aufgeklärt wurde. Ein 26-jähriger Mann aus Gronau war der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt. Nach eingehender Erörterung und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Münster wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Am 8. Oktober 2019 befuhr der Angeklagte die A 31 in Richtung Emden. In Höhe des Rastplatzes Ochtrup übersah er einen Verkehrsstau vor ihm und knallte trotz einer Vollbremsung auf den vor ihm stehenden Pkw, in dem eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei minderjährigen Kindern saß, die bei dem Aufprall verletzt wurden. Der herzkranke Ehemann wurde mit dem Hubschrauber in eine Enscheder Klinik geflogen, die Frau erlitt Rippenbrüche, eines der Kinder war zeitweise ohne Bewusstsein, das andere war eingeklemmt und wurde von anderen Verkehrsteilnehmern aus dem Auto gerettet. So schilderte es die Familie bei einer Vernehmung durch einen Richter in Frankfurt, deren Protokoll die Richterin verlas. Dort kamen auch psychische Probleme als Unfallfolgen zur Sprache.

Die Ursache für den Unfall wurde allen Beteiligten während der Verhandlung schnell klar. In einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit achtete der Fahrer nicht genug auf den fließenden Verkehr und prallte auf das Fahrzeug der Familie aus Frankfurt. Bei einer rücksichtsvolleren und konzentrierten Fahrweise wäre viel-leicht ein Ausweichen auf die Standspur möglich gewesen.

Zu schnelles Fahren oder Telefonieren mit dem Handy schieden als Ursache aus, stellte das Gericht fest. Daher bewertete das Gericht nicht grobes Fehlverhalten als Unfallursache, sondern beließ es bei einer fahrlässigen Körperverletzung. Weil der Sachschaden inzwischen reguliert wurde und der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, stimmten Staatsanwaltschaft und Verteidigung der Einstellung des Verfahrens zu. Als Auflage wurde dem Gronauer aufgegeben, 500 Euro an die Landeskasse zu entrichten, die in Raten abgezahlt werden können.

Zum Abschluss empfahl ihm die Richterin, mit der geschädigten Familie Kontakt aufzunehmen, damit alle Unfallbeteiligten das Geschehene endgültig aufarbeiten können.

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