Strafverfahren am Amtsgericht vertagt
Identität muss zweifelsfrei festzustellen sein

Ochtrup/Steinfurt -

Ein Mann soll im vergangenen Jahr im DOC eine Verkäuferin tätlich angegangen haben. Da die Richterin nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, dass es sich bei dem 23-jährigen Angeklagten aus den Niederlanden auch um den Täter handelt, ist die Verhandlung vertagt worden.

Mittwoch, 17.03.2021, 19:15 Uhr aktualisiert: 17.03.2021, 19:20 Uhr
Ein 23 Jahre alter Niederländer soll im DOC eine Frau mit Gewalt angegangen haben.
Ein 23 Jahre alter Niederländer soll im DOC eine Frau mit Gewalt angegangen haben.

Nicht abgeschlossen werden konnte am Mittwoch ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht Steinfurt. Ein 23 Jahre alter Niederländer aus Enschede war der Körperverletzung angeklagt, die er, wie er in seiner Aussage schilderte, gar nicht begangen haben konnte.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im Februar des vergangenen Jahres eine Verkäuferin in einem Geschäft des DOC in Ochtrup mit Gewalt dazu genötigt zu haben, ihm bevorzugt eine Umkleidekabine zu überlassen. Dabei habe er die 23-jährige Frau beleidigt und in eine Ecke des Verkaufsraumes gestoßen.

„Ich kann gar nicht der Täter sein“, erklärte der Angeklagte in seiner Einlassung. Er müsse dienstags immer von 14 bis 22 Uhr in einem Imbiss in Enschede als Servicekraft arbeiten. Wohl sei er schon häufiger zum Shoppen im DOC gewesen, jedoch immer montags, weil der Betrieb dann seinen Ruhetag habe.

Ich kann gar nicht der Täter sein.

Angeklagter

Der Verkäuferin, die als Zeugin geladen war, kam nach eigener Aussage der Enscheder wegen eines ähnlichen Vorfalls drei Wochen zuvor bekannt vor. Als dieser am 4. Februar das Geschäft mit einer weiteren Person betrat, glaubte sie allerdings zunächst, dass ein Bekannter vor ihr stehe. Als sie ihn ansprach, stellte sich jedoch heraus, dass er niederländisch sprach und es sich um eine Verwechslung handeln müsse. Dennoch bekräftigte sie vor Gericht, dass es sich bei dem Täter zweifelsfrei um den Angeklagten handele.

Ein Arbeitskollege, mit dem der Niederländer am Tag des Vorfall im DOC gewesen sein soll, und besonders die Inhaberin des gastronomischen Betriebs bestätigten, dass der Dienstag der arbeitsreichste Tag der Woche sei. Nur in begründeten und schwerwiegenden Ausnahmefällen könne ein Mitarbeiter an diesem Tag von der Arbeit freigestellt werden.

Fortsetzung am 31. März

Da auch die Videoaufnahmen der Überwachungskamera nicht mehr zur Verfügung standen und die Aussage der Geschädigten den Angaben des Angeklagten entgegenstand, konnte die Identität der straffälligen Person noch nicht endgültig geklärt werden. Daher wird die Gastronomin schriftlich von der Vorsitzenden Richterin aufgefordert, einen zweifelsfreien Arbeitsnachweis des Angeklagten für den betreffenden Tag zu erbringen. Am 31. März wird das Verfahren vor dem Amtsgericht Steinfurt fortgesetzt.

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