38-jähriger Ochtruper freigesprochen
Beleidigung ist nicht nachzuweisen

Ochtrup -

Mit einem überraschenden Freispruch endete am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt ein Strafverfahren gegen einen 38 Jahre alten Ochtruper, der sich wegen Beleidigung vor der Amtsrichterin verantworten musste.

Freitag, 19.03.2021, 10:30 Uhr
Das Verfahren gegen einen 38-jährigen Ochtruper endete mit einem Freispruch.
Das Verfahren gegen einen 38-jährigen Ochtruper endete mit einem Freispruch.

Er hatte wegen dieser Tat bereits einen Strafbefehl über 30 Tagessätze zu je 40 Euro erhalten und gegen diesen fristgerecht Einspruch eingelegt.

Am 31. Oktober zog der Angeklagte aus der von ihm und einer Freundin („meine WG-Genossin“) angemieteten Wohnung aus, einen Tag später sollte die Übergabe an den Vermieter erfolgen. Was an diesem Abend alles geschah, konnte in der Verhandlung nicht endgültig geklärt werden, so dass am Ende ein Freispruch stand.

In der Anklage der Staatsanwaltschaft hieß es, dass es im Rahmen der Übergabe, die wegen der bereits abgenommen Lampen nur mit einer Taschenlampe vorgenommen werden konnte, wegen der angeblich nicht erfolgten Entsorgung des Mülls aus dem Keller zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und dem Vermieter mit dessen Lebensgefährtin kam. Dabei soll der Angeklagte die Frau auf übelste Weise beleidigt und beschimpft haben, dem Vermieter soll er angedroht haben, ihn „drei Mal um einen Laternenpfahl zu wickeln“. Zudem habe der Vermieter den Angeklagten und mehrere Freunde, die als Umzugshelfer ebenfalls bei dem Streit zugegen waren, aufgefordert, die wegen der Corona-Infektionsgefahr vorgeschrieben Atemschutzmasken anzulegen.

Ihnen droht bei einer Falschaussage eine Freiheitsstrafe.

Richterin zu den Zeugen

Auf das von der Richterin so bezeichnete „nette Angebot“, den Strafbefehl auf einen Tagessatz von 15 Euro zu verringern, ließ sich der Angeklagte nicht ein, so dass alle an diesem Abend in der Wohnung und im Hausflur Anwesenden als Zeugen vernommen werden mussten, um die Geschehnisse und vor allem die ausgesprochenen Beleidigungen aufzuklären. Das gestaltete sich jedoch im Laufe der Verhandlung als unmöglich. Fast alle der befragten Zeugen machten unterschiedliche Aussagen oder gaben vor, trotz der unmittelbaren Nähe keine Beleidigungen gehört zu haben. Den Angaben der beiden Geschädigten standen die Aussagen der Umzugshelfer entgegen. „Für den Angeklagten geht es nur um eine Geldstrafe, Ihnen droht bei einer Falschaussage eine Freiheitsstrafe“, so die nachdrückliche Aufforderung der Richtern, bei der Wahrheit zu bleiben. Trotz dieser Warnung und einer eingeräumten Bedenkzeit blieben die Zeugen bei ihren Angaben.

Die Staatsanwältin beantragte, den Angeklagten freizusprechen, da der Sachverhalt unter den gegebenen Umständen nicht eindeutig geklärt werden könne. Daher verzichte sie auch darauf, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Die Richterin bewertete das Ergebnis der Beweisaufnahme genau so und sprach den Angeklagten von dem Vorwurf der Beleidigung frei.

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