Ochtruper vor dem Amtsgericht angeklagt
Polizei kommt es merkwürdig vor

Ochtrup/Steinfurt -

Ist er gefahren oder ist er nicht gefahren? Diese Frage muss in einem Verfahren gegen einen 37-jährigen Ochtruper vor dem Amtsgericht Steinfurt geklärt werden. Doch so einfach gestaltete sich das am ersten Prozesstag nicht.

Montag, 29.03.2021, 21:00 Uhr
Ein 37-jähriger Ochtruper ist vor dem Amtsgericht Steinfurt angeklagt. Er soll ohne Führerschein und mit falschen Kennzeichen gefahren sein.
Ein 37-jähriger Ochtruper ist vor dem Amtsgericht Steinfurt angeklagt. Er soll ohne Führerschein und mit falschen Kennzeichen gefahren sein. Foto: dpa

Noch nicht aufgeklärt werden konnte eine mutmaßliche Straftat, die jetzt beim Amtsgericht Steinfurt verhandelt wurde. Eine Fortsetzung ist in Absprache mit allen Beteiligten für den 13. April angesetzt.

Am 30. Juni und am 28. Juli des vergangenen Jahres soll ein 37 Jahre alter Ochtruper ohne eine gültige Fahrerlaubnis auf der Brook- und Schützenstraße in Och­trup mit einem Pkw unterwegs gewesen sein, obwohl er wusste, dass er keinen Führerschein besaß. Zudem habe er ein Autokennzeichen benutzt, mit dem tatsächlich ein anderes Fahrzeug zugelassen war, hieß es in der Anklage.

Erhebliche Mängel

In seiner Einlassung gab der Mann an, dass er am 28. Juli von einer Polizeistreife an der Skateranlage an der Schützenstraße angesprochen wurde. Er habe einen Tag zuvor für seine Freundin einen Pkw der Marke VW Polo gekauft, den ihm der Verkäufer auf dem Parkplatz an der Schützenstraße zur Abholung bereit gestellt habe. Den Autoschlüssel habe dieser unter einem Reifen deponiert. Er selbst sei mit einem Fahrrad dorthin gefahren, um das Auto zu säubern und kleinere Reparaturen vorzunehmen. Er habe jedoch gleich gesehen, dass erhebliche Mängel festzustellen waren. So verfügte das Auto nicht über eine Lichtmaschine, berichtete er in der Verhandlung. „Das Fahrzeug war tot und konnte nicht bewegt werden“, erklärte der Angeklagte, der nach eigener Aussage deshalb auch nicht das Auto gefahren haben konnte. Auf Nachfrage der Polizisten habe er angegeben, dass er das Werkzeug und die Putzmittel auf dem Fahrrad transportiert habe.

Kaufvertrag

Nach dem Kaufvertrag, den die Freundin des Angeklagten beibringen konnte, sei der Kauf bereits vier Wochen vorher getätigt worden. Trotzdem sei die Übergabe erst am 28. Juli an der Schützenstraße in Abwesenheit des Verkäufers erfolgt, was den Polizisten zumindest ungewöhnlich vorkam.

Beide Polizeibeamten sagten aus, dass sie wegen einer vermuteten illegalen Müllentsorgung zum Einsatzort gerufen wurden. Sie waren nach der Überprüfung des Wagens irritiert, dass im Auto Taschen des Angeklagten aufgefunden wurden. Außerdem stellten sie bei der Überprüfung fest, dass am Fahrzeug Münsteraner Kennzeichen angebracht waren, die zu einem anderen Fahrzeug gehörten. Daraufhin wurde seitens der Polizei das Ermittlungsverfahren eingeleitet, das zur Anklage und zur Gerichtsverhandlung führte.

Letztlich konnte der Sachverhalt noch nicht vollständig aufgeklärt werden. Daher hielt es die Richterin für erforderlich, noch die Freundin des Angeklagten, den Verkäufer und seinen Mitbewohner als Zeugen in das Verfahren einzubeziehen und das Verfahren nach Ostern fortzusetzen.

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