Betrügermasche per SMS und Festnetz
Mit der Trillerpfeife gegen nervige Anrufer

Ochtrup -

Gefälschte SMS mit betrügerischer Absicht haben in diesen Wochen vermutlich viele aufs Smartphone bekommen. Auch ein Ochtruper, bei dem ebenfalls das Festnetztelefon klingelte – mit ähnlicher unehrlichen Masche. Jetzt wehrt er sich dagegen.

Freitag, 30.04.2021, 18:00 Uhr
Solche betrügerischen SMS sind im Umlauf, die den Empfänger nötigen, auf den angegebenen Link zu drücken. Die Polizei rät zum direkten Löschen der Nachricht.
Solche betrügerischen SMS sind im Umlauf, die den Empfänger nötigen, auf den angegebenen Link zu drücken. Die Polizei rät zum direkten Löschen der Nachricht. Foto: privat

Am Ende war der Ochtruper richtig genervt. „Da habe ich dann mal etwas lauter gesprochen“, erzählt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Von der Betrugsmasche, bei der via SMS eine Paketlieferung angekündigt wird und den Opfern dann über einen Link Schadsoftware aufs Mobiltelefon gespielt wird, hatte er schon gehört. Nun versuchten die Betrüger es auch bei seiner Frau. Außerdem bekam er merkwürdige Anrufe aufs Festnetztelefon.

„Das Paket mit der ID #2389 ist unterwegs. Wir benötigen ihre Infor. . .“ ist in der Kurznachricht zu lesen, die seine Frau vergangene Woche erreichte. Und es sollte nicht die letzte bleiben. Insgesamt fünf Mal landeten diese SMS auf dem Smartphone der Ochtruperin. „Wir haben die Nummern direkt blockiert“, berichtet ihr Mann von seiner spontanen Reaktion. Am Nachmittag folgten dann Anrufe aufs Festnetztelefon.

Anrufe auf englisch

Mehrfach habe sich jemand in englischer Sprache mit ihm unterhalten wollen, erzählt der Ochtruper. Weil er aber kein Englisch spreche, habe er die Telefonate immer gleich wieder beendet. Die Anrufe – das hat der Ochtruper inzwischen herausgefunden – kamen offenbar über Nummern in Nigeria und Indien. Die Anrufer hätten irgendetwas von „Microsoft“ und „Windows“ gefaselt. Nachdem dies mehrfach hintereinander passiert sei, habe er schließlich „einmal richtig laut geschimpft“, erzählt der Mann. Dann habe der Gesprächspartner aufgelegt. Ihm bereiten diese Dinge Sorgen. „Die müssen doch meine Daten irgendwo geklaut haben.“

Nicht auf den Linkt tippen

Die Polizei im Kreis Steinfurt warnte bereits Anfang April vor der SMS-Betrugsmasche. „Tippen Sie auf keinen Fall auf den angezeigten Link“, raten die Beamten. Wer den Link anklicke, lade eine Schadsoftware auf sein Mobiltelefon. Betrüger hätten dann Zugriff auf die Handydaten.

Bei der Kreispolizei sind zuletzt zahlreiche Anzeigen eingegangen, die sich auf diese Betrugsmasche beziehen. Sie scheint sich derzeit rasant zu verbreiten. Wer eine solche Kurznachricht erhalte, dem rät die Polizei, diese sogleich zu löschen. „Fragt Ihr Telefon, ob eine App installiert werden soll, bestätigen Sie auf keinen Fall. Richten Sie über Ihren Mobilfunk-Anbieter eine Drittanbieter-Sperre ein.“

Werkseinstellungen

Sei bereits eine App installiert worden, sollte das Handy in den Flugmodus versetzt werden, damit es keine Befehle von außen empfangen und keine SMS versenden kann. „Informieren Sie Ihren Mobilfunkanbieter über das Problem. Fragen Sie, ob schon Kosten verursacht wurden“, rät die Polizei weiter.

Ein Tipp: Sichern Sie in einem Backup all Ihre Daten, Bilder, Videos und Einstellungen. Anschließend sollten Sie Ihr Smartphone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dadurch werden alle Apps und Daten gelöscht, die beim Kauf des Handys nicht vorhanden waren. Es sei zudem empfehlenswert, eine Anzeige bei der Polizei zu machen.

Der Ochtruper will Letzteres auf jeden Fall machen. Und auf nervige Anrufer pfeift er demnächst. Er will sich eine Trillerpfeife neben das Telefon legen.

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