Tecklenburger Nordbahn
Kreis-FDP gegen die Nordbahn-Reaktivierung

Westerkappeln/Lotte/Mettingen/Recke -

Die FDP-Kreistagsfraktion lehnt eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn nach wie vor ab, weil diese nach Meinung der Liberalen eine Verschlechterung des ÖPNV für die Bürger bedeute.

Donnerstag, 08.09.2016, 20:09 Uhr

 
  Foto: Oliver Langemeyer

Wie ist der Stand in Sachen Vorentwurfsplanung zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn  ? Stimmt es, dass sich die vor zwei Jahren vom Zweckverband schienengebundener Nahverkehr Münsterland (ZVM) auf rund 29 Millionen Euro bezifferten geschätzten Kosten für die Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Recke und Osnabrück auf 45 Millionen Euro erhöht haben ?

Vom ZVM, der die Planung eigentlich schon vor einem Jahr offenlegen wollte, gibt es derzeit auf Nachfrage keine Auskunft dazu. Stattdessen verweist ZVM-Pressesprecher Markus Rümke auf eine öffentliche Veranstaltung mit den Fachausschüssen der Anliegerkommunen, die am Donnerstag, 29. September, um 18 Uhr im Rathaus in Recke stattfinden soll (WN berichteten). „Die Ergebnisse der Vorentwurfsplanung werden dort vorgestellt“, erklärt Rümke.

Gegen die Reaktivierung und für die Weiterführung der Schnellbuslinie S 10 von Recke bis ins Emsland hat sich jetzt die FDP-Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung ausgesprochen. Deren Vorsitzender Hans-Jürgen Streich äußert darin Unverständnis für die einjährige Verzögerung der Veröffentlichung der Vorplanung und wirft die Frage auf, ob hier „etwas schön gerechnet werden“ solle.

„Aus informierten Kreisen hören wir von 45 Millionen Investitionskosten und vier Millionen jährlichem Defizit bei den Betriebskosten. Wenn so viel Geld in die Hand genommen werden soll, muss es auch eine deutliche Verbesserung im ÖPNV-Bereich für die Bürger zwischen Recke und Osnabrück geben“, heißt es in der FDP-Mitteilung weiter.

Die FDP-Kreistagsfraktion lehne eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn nach wie vor ab, weil sie eine Verschlechterung des ÖPNV für die Bürger bedeute, „da 38 Haltestellen der Schnellbuslinie S 10, davon 22 im nördlichen Kreisgebiet Steinfurt und 16 in Osnabrück, entfallen würden.“

Den Bürgern stünden bei einer vollständigen Reaktivierung der Nordbahn nur noch acht Haltestellen zur Verfügung. Die Kosten der Zubringerverkehre zu diesen Haltestellen seien Ortsverkehre und müssten von den Gemeinden getragen werden, so die FDP . Zusätzlich müssten die Kommunen Bau und Unterhaltung von park&ride-Parkplätzen übernehmen. Sie weist zudem auf Rückstaus an den Bahnübergängen zu Stoßzeiten hin.

Auch eine mögliche Teilreaktivierung, finanziert durch ein Teilraumkonto des ZVM, lehnt die FDP-Kreistagsfraktion ab: „Dieses Geld wäre als Investition für den behindertengerechten Ausbau und die Modernisierung von Bahnhöfen besser angelegt“, meinen die Liberalen.

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